Darum gehts
- Luzerner Behörden entsorgen Möbel bei Umzug von Emmenbrücke nach Kriens
- Aufschrei im Kantonsparlament und in der Öffentlichkeit wegen Verschwendung
- SVP-Kantonsrat Guido Müller will Antworten: Vorstoss an den Regierungsrat
Das Luzerner Sozialversicherungszentrum Wirtschaft Arbeit Soziales (WAS) durchläuft schwierige Zeiten. Der ehemalige CVP-Regierungsrat Guido Graf (68) trat im März Knall auf Fall von seinem Posten als Verwaltungsratspräsident zurück. Er soll sich jahrelang Aufträge zugeschanzt haben.
Jetzt folgt bereits der nächste Aufschrei: Wie Zentralplus berichtet, entsorgten die Behörden beim Standortwechsel von Emmenbrücke LU nach Kriens LU massig Büromobiliar. Schreibtische, Bürostühle, Aktenschränke – vieles landete auf der Halde. Nicht nur in der Bevölkerung ist man über das Vorgehen perplex. Der Kanton soll sich nun auch im Luzerner Parlament rechtfertigen.
Möbel hätten verschenkt werden können
Wie das WAS gegenüber Zentralplus mitteilte, würden immerhin 65 Prozent der bestehenden Möbel den Umzug überleben. Von den restlichen 35 Prozent sei ein Teil «zu einem guten Preis» den Mitarbeitenden zum Kauf angeboten worden. Einige Stücke seien zudem an soziale Einrichtungen verkauft worden.
Und der Rest? Verschenken, forderten zahlreiche Luzernerinnen und Luzerner auf den sozialen Medien. Das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) verbiete dies, argumentierte das WAS. Nur: Auf Anfrage des Innerschweizer Portals widerspricht das Seco. Wenn die Möbelstücke wertlos sind, dürfen sie durchaus gratis weggegeben werden.
Wie ökologisch handelt der Kanton?
Guido Müller (67), Kantonsrat der Luzerner SVP, will jetzt klare Antworten. «Wie ist diese Vorgehensweise der Entsorgung von Staatseigentum mit den Zielen der Nachhaltigkeit vereinbar?», schreibt Müller in einem Vorstoss an den Regierungsrat. Ebenfalls fragt sich der Parlamentarier, inwiefern die Grossentsorgung mit dem kantonalen Amt für Immobilien abgesprochen wurde und welche Massnahmen bestünden, um ausgemustertes Mobiliar «ressourcenschonend» zu entsorgen.
Mit der Anfrage kommen die Büromöbel zwar nicht mehr zurück. Doch der Kanton plant bereits die nächste grosse Bürorochade: Noch diesen Sommer soll am Seetalplatz in Emmen LU die neue kantonale Verwaltung eröffnet werden. «In Anbetracht der in den nächsten Monaten geplanten Umzüge ins Verwaltungszentrum am Seetalplatz stellt sich die Frage, wie dies für künftige Umzüge geregelt wird», so Müller. Ob der Online-Aufschrei und die Anfrage im Parlament den Kanton zum Umdenken bewegen werden, bleibt offen.