Darum gehts
- In Luzern wurden 24'500 Masthühner wegen Newcastle-Virus getötet
- Das Virus ist weltweit verbreitet, gefährdet aber kaum Menschen
- Schweiz verzichtet auf Impfung, setzt auf Überwachung und Räumung
Brutaler Schlag für drei Luzerner Poulet-Mastbetriebe! Weil das hochgradig ansteckende Newcastle-Virus ausgebrochen ist, greifen die Behörden knallhart durch, wie der «Bote der Urschweiz» berichtet. Drei Höfe sind komplett dicht, und für 24'500 Masthühner gibt es kein Entrinnen mehr: Sie alle müssen sofort getötet werden.
Die Schweiz erlebte bereits im Januar 2022 einen ähnlichen Albtraum in Pazzallo TI. Damals starben 6000 Hühner, und der Zivilschutz musste zur Grossreinigung anrücken. Nun ist das Virus zurück. Die wichtigsten Fragen und Antworten zum aktuellen Ausbruch.
Was ist das für eine Seuche?
Die Newcastle-Krankheit gehört weltweit zu den gefährlichsten Geflügelseuchen. Sie rafft ganze Bestände in kürzester Zeit dahin. Benannt wurde sie nach der britischen Stadt Newcastle, wo Forscher sie 1927 erstmals nachwiesen.
Wo kommt die Krankheit vor?
Das Virus ist weltweit verbreitet und tritt immer wieder in Geflügelbeständen auf. Besonders betroffen sind Regionen mit intensiver Produktion. Auch in Europa gibt es regelmässig Ausbrüche. Aktuell steht vor allem Deutschland im Fokus, wo sich eine ansteckende Variante ausbreitet. Die Fälle in Luzern stehen nach Angaben der Verantwortlichen nicht in Zusammenhang mit früheren Ausbrüchen in der Schweiz.
Wie wird das Virus übertragen?
Die Ansteckung erfolgt vor allem durch direkten Kontakt zwischen Tieren. Aber auch Kot, Sekrete, Staub oder verschmutzte Gegenstände spielen eine Rolle. Selbst Fahrzeuge, Geräte oder Kleidung können den Erreger weitertragen. Deshalb gelten bei einem Ausbruch strenge Hygieneregeln.
Gibt es eine Behandlung oder Impfung?
Eine Therapie gegen das Virus gibt es nicht. Ziel ist immer, eine weitere Ausbreitung zu verhindern. In vielen Ländern werden Bestände vorbeugend geimpft. Die Schweiz setzt gemäss Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen jedoch auf Überwachung, rasche Eindämmung und konsequente Räumung statt auf eine flächendeckende Impfung.
Warum müssen alle Hühner sterben?
Die Newcastle-Krankheit ist meldepflichtig. Wird sie festgestellt, müssen Betriebe sofort handeln, um eine Ausbreitung zu verhindern. Deshalb werden ganze Bestände geräumt, auch Einstreu und Material werden entsorgt. Für die Betriebe bedeutet das einen massiven Verlust, gilt aber als wirksamste Massnahme gegen neue Ausbrüche.
Droht uns jetzt auch das Virus?
Für die Bevölkerung besteht laut Weltgesundheitsorganisation und Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen kaum ein Risiko. Eine Übertragung auf den Menschen ist extrem selten und passiert höchstens bei sehr engem Kontakt mit infizierten Tieren. In Ausnahmefällen kann es zu einer Bindehautentzündung kommen. Schwere Verläufe sind äusserst selten.
Sind Eier und Poulet noch sicher?
Konsumentinnen und Konsumenten müssen sich keine Sorgen machen. Das Virus wird nicht über Lebensmittel übertragen. Schweizer Pouletfleisch und Eier im Supermarkt sind absolut sicher und können weiterhin ohne Bedenken gegessen werden.