Darum gehts
- Interview mit Sibel Arslan über Leben, Hobbys und persönliche Ansichten
- Sie liebt Fondue, träumt von Wasserfällen und bewundert Angela Merkel
- Trinkt täglich etwa acht Kaffee und möchte als Biene wiedergeboren werden
Welches ist Ihr Lieblingsspiel?
Sibel Arslan: Ich mag Strategie- und Brettspiele wie Schach oder Backgammon.
Haben Sie schon einmal eine Therapie gemacht?
Ja, habe ich. Wenn man so häufig in der Öffentlichkeit steht und stark gefordert ist, ist es entscheidend, auf die eigene mentale Gesundheit zu achten.
Dieser Artikel wurde erstmals in der «Schweizer Illustrierten» publiziert. Näher dran – an Stars, Royals und Menschen mit Geschichten. Hier gehts zum Abo!
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Was wären Sie als Kind gern geworden?
Ärztin, weil mein Vater eine Zeit lang Probleme mit seinen Füssen hatte und deshalb vorübergehend nicht richtig laufen konnte. Ich wollte ihn heilen. Später wollte ich dann Juristin werden, um mich für Menschenrechte einzusetzen – das hat geklappt.
Für wen haben Sie als Teenager geschwärmt?
Für Brad Pitt, ich gebe es zu (lacht). Ich finde ihn heute noch einen attraktiven Mann, er ist gut gealtert. Ausserdem mag ich seinen Humor. Auch George Clooney gefällt mir. Zusammen sind sie ein Duo, das Leichtigkeit ausstrahlt.
Hatten Sie mit 16 Jahren Poster von ihm aufgehängt?
Nein, aber von Arnold Schwarzenegger in seiner Rolle als Terminator, also halb Mensch, halb Maschine. Science-Fiction hat mich sehr fasziniert. Und sein Spruch «Hasta la vista, baby» ist natürlich Kult. Ah ja, ich war auch Fan von Kampfkunstschauspieler Jackie Chan – ich habe jeden Film von ihm gesehen. So hingen auch Poster von Chan und Bruce Lee in meinem Zimmer.
Gar keine Mädchenklischees …
Vielleicht ist das so, weil ich mit zwei Brüdern aufgewachsen bin.
Welches Ereignis hat Ihr Leben verändert?
Der Tod meines Grossvaters war ein grosser Einschnitt. Da erlebte ich zum ersten Mal eine Entwurzelung. Er war 76 Jahre alt, ich 28.
Wann haben Sie zuletzt gebetet?
Vor Kurzem im Kloster Mariastein mit meiner Mutter. Dorthin gehen wir regelmässig. Zudem zünde ich am Donnerstagabend jeweils eine Kerze für die Verstorbenen an, damit das Licht sie nicht verlässt. So denke ich an sie.
Wofür geben Sie am meisten Geld aus?
Für Schuhe. Ich habe so einige. Mein Vater meinte immer, er sei nie reich geworden, weil ich Schuhe und Taschen liebe und so oft ins Theater und ins Museum ging (lacht).
Wann haben Sie zuletzt geweint?
Als ich tanzen war, wurde ich von einer Frau in meinem Alter angesprochen. Sie erzählte mir, dass ich als Jugendliche zwischen Gymnasiastinnen und OS-Schülerinnen geschlichtet habe und sie sehr beeindruckt war. Das zeigte mir, dass ein Teil von mir gleich geblieben ist.
Was haben Sie zuletzt geträumt?
Ich träume in letzter Zeit von Wasserfällen und Wasser allgemein. Ich frage oft meine Mutter nach einer Traumdeutung. Bin ich wach, träume ich von einer chancengleichen Gesellschaft.
Was lernen Sie gerade, was Sie noch nicht so gut können?
Ich übe mich in Geduld und Entschleunigung. Etwa indem ich im Schrebergarten meiner Eltern arbeite.
Wie möchten Sie sterben?
Möglichst, ohne es zu spüren. Ich habe keine Angst vor dem Tod, finde das Leben aber auch sehr schön. Der Tod gehört dazu, und er kommt, wann er kommen muss.
Mit wem würden Sie gern im Lift stecken bleiben?
Mit Angela Merkel. Von ihr als Physikerin könnte ich viel lernen. Und von Amal Clooney. Was sie für die Menschenrechte macht, finde ich beeindruckend.
Wer ist Ihre Heldin?
Meine Mutter. Sie ist mein Kompass. Sie ist willensstark, fair und sehr lieb. Ich streite aber auch gern mit ihr.
Welches ist Ihr Lieblingsessen?
Ich liebe Fondue und Raclette. Zu jeder Jahreszeit.
Was darf in Ihrem Haushalt nicht fehlen?
Kaffee. Ich trinke täglich plus minus acht Kaffee.
Womit belohnen Sie sich selbst?
Ich gehe mit Freundinnen an ein gutes Konzert oder tanzen. In letzter Zeit am liebsten zu elektronischer Musik.
Was sollte auf Ihrem Grabstein stehen?
Das Leben ist ein Beschäftigungsprogramm. Dann würde dort stehen: Sie hat sich sinnvoll beschäftigt.
Haben Sie einen Tick?
Ich spiele oft mit meinen Haaren.
Wenn Sie nochmals auf die Welt kämen – als was?
Eine Biene. Oder ein Baobabbaum. Der lebt um die 1000 Jahre. Alles kommt und geht – und dieser Baum bleibt einfach. Wundervoll!