Darum gehts
- Erlenbach ist mit 18'700 Franken Steuerkraft pro Kopf wieder die reichste Gemeinde des Kantons Zürich
- Opfikon ist mit 8900 Franken pro Kopf neu in den Top 10
- Zürich zahlt über 544 Millionen, erhält 432 Millionen Zentrumslastenausgleich
Das Pendel schlägt zurück: Mit Erlenbach liegt die reichste Gemeinde Zürichs wieder an der Goldküste. Im letzten Jahr überholte Rüschlikon die Spitzenreiterin überraschend. Grund dafür waren wohl die hohen Dividendeneinnahmen des dort wohnhaften Ex-Glencore-Chefs Ivan Glasenberg (69), wie der «Tages-Anzeiger» berichtete.
Nun ist der einmalige Effekt aber bereits wieder verpufft – und Rüschlikon steht wieder hinten an. Dabei musste die Gemeinde an der Pfnüselküste gleich doppelt einstecken. Denn sie wurde nicht nur von Erlenbach, sondern auch von Küsnacht überholt. Erlenbach lag bereits in den Jahren 2023 und 2024 auf dem ersten Platz. Die Steuerkraft liegt bei 18'700 Franken pro Kopf.
Die Erlenbacher Finanzvorsteherin Huyen Phan Sturm (parteilos) erklärt gegenüber Blick: «Unsere Gemeinde ist nicht von Firmen abhängig – dadurch gibt es wenig Schwankungen.» Die hohen Einnahmen seien auf die zahlungskräftigen Einwohner zurückzuführen. Diese ziehe Erlenbach mit der attraktiven Seelage sowie der Durchmischung im Dorf an.
Zum ersten Mal gehört auch Opfikon mit einer Steuerkraft von rund 8900 Franken pro Kopf zu den Top 10. Der Geldsegen ist auf einige wenige Firmen mit ausserordentlich guten Resultaten zurückzuführen. Zu den namhaften Unternehmen in der Glattaler Gemeinde gehören Mondelez, Kühne + Nagel und Adecco.
Geld fliesst wieder ab
Die reichen Zürcher Gemeinden dürfen ihre Batzen aber nicht für sich behalten. Der kantonale Finanzausgleich sorgt dafür, dass sich der Reichtum auf die Gemeinden verteilt. So fliessen aus Erlenbach zwei Drittel der Einnahmen wieder ab.
Insgesamt zahlen 28 Gemeinden in den kantonalen Geldtopf ein – 120 Gemeinden profitieren. Die grössten Gebergemeinden sind die Stadt Zürich mit 544,551 Millionen Franken, Küsnacht mit 115,810 Millionen Franken und Zollikon mit 67,138 Millionen Franken.
Die Stadt Winterthur profitiert am stärksten vom Finanzausgleich. Sie erhält rund 174,3 Millionen Franken. Eine Sprecherin des Finanzdepartements erklärt den hohen Betrag auf Anfrage mit der tiefen Steuerkraft und der vergleichsweise hohen Bevölkerungszahl. Auf Winterthur folgen die beiden finanzschwachen Gemeinden Dietikon mit 49,8 Millionen Franken und Wetzikon mit 49,4 Millionen Franken.
Aber auch die Stadt Zürich profitiert von Ausgleichszahlungen. Mit dem sogenannten Zentrumslastenausgleich werden besondere Lasten in den Bereichen Kultur, Verkehr und Sicherheit abgegolten. Das spült Zürich 432 Millionen Franken in die Kassen – Winterthur erhält 90 Millionen Franken.