Gefährliche Raserstrecke – Behörden tun wenig
Jetzt wollen die Anwohner Töff-Rowdys mit Kinderplakaten bremsen

Anwohner am Dorneckberg SO kämpfen seit Monaten gegen Raser. Erste Erfolge zeigen sich, doch die Politik bleibt träge. Jetzt helfen sich die Anwohner selbst: Kinder haben Plakate gemalt.
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Die bisher einzige Reaktion des Kantons: Er installierte diese Schilder entlang des Streckenverlaufs.
Foto: zVg

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Selbstgemalte Plakate auf dem Dorneckberg fordern Raser zu mehr Rücksicht auf
  • 60 Personen der IG «Respektvoll unterwegs Dorneckberg» starten emotionale Kampagne
  • 2019 geplante 30er-Zone in Gempen noch nicht umgesetzt

«Meine Familie wartet auf mich!»: Das steht in grossen Buchstaben auf einem Plakat am Strassenrand rund um den Dorneckberg SO. Darauf ist ein junges Mädchen mit einem Lüchzgi zu sehen. Es ist nicht das einzige selbst gezeichnete Plakat. Entlang der Strassen hängen zahlreiche weitere, ihre Botschaft ist immer dieselbe: «Runter vom Gas!»

Denn in der Region gibt es ein Raserproblem. Die Strecke von Dornach nach Gempen ist kurvenreich und gut ausgebaut – perfekte Bedingungen für Freizeit-Töfffahrer und Hobbyrennfahrer. Diese rasen am Wochenende gern durch den Wald. Nicht selten kommt es dadurch zu teils schweren Unfällen. «Immer wieder geraten dadurch Menschen, die hier wohnen und selbst auf diesen Strassen unterwegs sind, in lebensgefährliche Situationen», sagt Jacqueline Ehrsam (45) von der IG «Respektvoll unterwegs Dorneckberg». 

Emotional erreichen statt belehren

Inzwischen sind rund 60 Personen Teil der Interessensgemeinschaft (IG). Sie haben die Plakatkampagne ins Leben gerufen: «Die Plakate sollen nicht aggressiv oder belehrend wirken, sondern die Menschen emotional erreichen», sagt Ehrsam zu den bunten Motiven. Einige davon wurden sichtlich von Kindern gemalt. Dies sei eine bewusste Entscheidung gewesen, um die Sichtweise der Kinder auf den Verkehr und ihre Umgebung sichtbar zu machen. 

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Der Verkehr belastet die Gemeinden auf dem Dorneckberg schon lange. Das liegt nicht nur an der Raserstrecke, sondern auch am Ausweichverkehr, wenn die Autobahn verstopft ist. Einzelne Einwohner hätten schon mit dem Gedanken gespielt, wegzuziehen. Die Politik reagiere zu langsam, und die Bevölkerung fühle sich zunehmend hilflos, sagt Ehrsam. Zuletzt liess der Kanton grosse Kurvenpfeile oder Rand- und Leitlinien auf die Strasse malen. Sie sollen den Verkehr sicher machen. Das genügt den Anwohnenden nicht. Sie wollen runter vom Gas!

Bereits 2019 beschloss die Bevölkerung von Gempen im Dorfkern, eine 30er-Zone einzuführen. Umgesetzt wurde diese bis heute nicht. «Stattdessen wurden entlang der Raserstrecke für eine Viertelmillion Steuergelder Schilder angebracht, die nichts bringen», echauffiert sich Jacqueline Ehrsam über das Verhalten des Kantons: «Da entscheidet jemand im Kämmerchen in Solothurn, weit weg von unseren Dörfern.» Es gab mehrere politische Vorstösse zur Strecke. Was die Behörden taten, ist aus Sicht der Anwohner zu wenig. 

Plakate scheinen zu wirken

Auf die Plakate habe die IG schon erstaunlich viele positive Rückmeldungen erhalten, sagt Ehrsam. Sie stellt erfreut fest: «Wir haben den Eindruck, dass Verkehrsteilnehmende an gewissen Stellen tatsächlich aufmerksamer und teilweise auch langsamer fahren.» 

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