Darum gehts
- Basel-Stadt ersetzt nach nur drei Jahren erneut die Polizeiuniform
- Einheitsuniform soll Beschaffungskosten senken und Touristen Orientierung erleichtern
- Kostenpunkt: 1,5 Mio. Franken
Erst vor drei Jahren präsentierte die Kantonspolizei Basel-Stadt stolz ihre neue Uniform. Das Update sei dringend nötig, teilte das Basler Justiz- und Sicherheitsdepartement damals mit – einige Teile seien bereits über 20 Jahre alt. 1,1 Millionen Franken liess sich der Stadtkanton die moderne Funktionskleidung kosten.
Drei Jahre später ist das Millionen-Outfit bereits wieder Geschichte: Die Eigenlösung soll der Schweizer Einheitsuniform weichen. Doch optisch unterscheidet sie sich kaum. Und sie kostet erneut einen Batzen. Satte 1,5 Millionen Franken muss der Kanton für die erneute Umstellung hinblättern. Das sorgt für Stirnrunzeln, nachdem das SRF-«Regionaljournal» die Sache publik gemacht hat.
Beschaffung soll günstiger werden
Wie die «Basler Zeitung» berichtet, gehört Basel-Stadt zu den letzten Kantonen, die das neue Modell einführen. «Bürgerinnen und Bürger werden optisch kaum einen Unterschied bemerken», sagt auch Polizeisprecher Stefan Schmitt gegenüber der Zeitung. Warum dann der Schritt?
Für die Basler Polizei ist klar: Mit einem Anschluss an das landesweite Projekt «Korpsübergreifende Erneuerung Polizeiuniform» (KEP) würden die Beschaffungskosten gesenkt. Zudem sei es insbesondere für Touristen übersichtlicher, wenn Polizisten im ganzen Land einheitlich aussehen, so Polizeisprecher Schmitt. Die Ausstattung umfasst blaue Poloshirts, mehrere Jacken, eine Winter- und eine Ganzjahreshose sowie passende Kopfbedeckungen wie eine Mütze und einen Regenhut.
Doch der schnelle Wechsel wirft Fragen auf, auch innerhalb der Polizei selbst. Zwar sehe die neue Uniform gut aus und sei bequem, sagt EVP-Grossrat und Basler Polizist Christoph Hochuli gegenüber der «Basler Zeitung». «Wenn es hierbei nur darum geht, möglichst schnell die Einheitsuniform anzuschaffen, finde ich dies wenig sinnvoll.» Grundsätzlich befürworte er jedoch die landesweite Vereinheitlichung.
«Bobby»-Helm bleibt erhalten
Wie die Kantonspolizei mitteilt, habe es bei der vor drei Jahren eingeführten Uniform aber sowieso geharzt: Die Beschaffung sei eigentlich bereits 2021 abgeschlossen worden, doch habe sich die Einführung wegen der Pandemie verzögert. Und nun seien Vertragslaufzeiten abgelaufen und bestimmte Produkte nicht mehr lieferbar. Zudem bemängelten Korpsmitglieder die Qualität der Kleider.
Immerhin bleibt Basel-Stadt auch mit der Vereinheitlichung ein Stück Eigenheit erhalten: Der traditionelle «Bobby-Helm», auch bekannt als «Gupf» oder «Gugelhopf», bleibt Teil der Ausstattung – allerdings nur noch für repräsentative Anlässe.