Freiwilligendienst ermöglichen
Alte sollen die Armee retten

Wer die Armeelaufbahn abgeschlossen hat, soll künftig freiwillig weiter Dienst leisten können. So wollen Bundesrat und Parlament die drängendsten Personalprobleme in der Schweizer Armee lösen.
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Wer die Armeelaufbahn abgeschlossen hat, soll künftig auf freiwilliger Basis Dienst leisten können.
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Schweizer Armee plant Freiwilligendienst für ehemalige Soldaten ab 2026
  • Über 11'000 Personen beenden jährlich vorzeitig ihre Militärdienstpflicht
  • Bundesrat entwickelt Vorlage, Freiwillige für spezielle Funktionen einsetzbar
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Daniel BallmerRedaktor Politik

Schon seit Jahren klagt die Schweizer Armee über Personalprobleme. In einigen Wiederholungskursen seien die Truppen nur zur Hälfte besetzt. «Gleichzeitig gibt es viele ehemalige Soldaten mit viel Erfahrung, bestens ausgebildet, die bereit wären, länger Dienst zu leisten», merkte FDP-Ständerat Josef Dittli (68) am Dienstag in der kleinen Kammer an.

Dieses Potenzial wollen Bundesrat und Parlament nutzen. Wer seine Armeelaufbahn abgeschlossen hat, soll künftig auf freiwilliger Basis Dienst leisten können. Nach dem Nationalrat hat auch der Ständerat eine Motion von SVP-Nationalrat Rémy Wyssmann (58) angenommen.

«Darf kein Freipass sein»

Pro Jahr scheiden über 11'000 Armeeangehörige vor Erfüllung ihrer Militärdienstpflicht aus. Daher müsse es motivierten Ehemaligen ermöglicht werden, ihre erworbenen Fertigkeiten weiter im Interesse des Landes zu nutzen.

Nun soll der Bundesrat eine konkrete Vorlage erarbeiten. Entsprechende Arbeiten seien bereits eingeleitet, erklärte Verteidigungsminister Martin Pfister (62, Mitte).

Auch die Ratslinke unterstützte das Vorhaben. SP-Ständerätin Franziska Roth (59) gab aber zu bedenken, dass dies kein Freipass sein dürfe: «Es ist strikt abzulehnen, dass aus ehemaligen Milizsoldaten eine Art Landwehr gebildet werden könnte.» Entsprechende Gerüchte kursierten bereits.

«Eine Chance für die Armee»

Mitte-Bundesrat Pfister versicherte darauf, dass Freiwillige nur dort zugelassen würden, wo Bedarf bestehe – gerade bei Spezialfunktionen, wo es oft nicht genügend Fachleute gebe.

Mehrfach wurde im Rat aber betont, dass diese Lösung nur helfen könne, die drängendsten Lücken zu füllen. Es brauche dennoch ein neues Dienstmodell, an dem das VBS mittlerweile seit Jahren arbeitet. Und doch ist der Einbezug von Ex-Militärs für Pfister «eine Chance für die Armee».

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