Flugreisen der Bundesräte
So abgehoben war die Landesregierung letztes Jahr

Mit 301 Flügen sammelten die Bundesräte im Jahr 2025 fleissig Flugmeilen. Aussenminister Ignazio Cassis führt die Liste mit grossem Abstand an – Justizminister Beat Jans zeigt sich als bodenständig.
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Die Bundesräte können für ihre Reisen auf zahlreiche Fluggeräte zählen. So etwa den Jet Citation Excel 560XL von Hersteller Cessna.
Foto: © VBS-DDPS

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Bundesräte flogen 2025 insgesamt 301-mal mit Jet oder Helikopter
  • Ignazio Cassis führte mit 85 Flügen, davon 23 innerhalb der Schweiz
  • Martin Pfister reiste am liebsten im Helikopter
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Joschka SchaffnerRedaktor Politik

Als Bundesrat lernt man fliegen. Die Schweizer Landesregierung sammelte auch letztes Jahr mächtig Flugmeilen an – sei es im Bundesratsjet oder im Helikopter.

Doch nicht alle der sieben Departementsvorsteherinnen und -vorsteher nutzen den Transport im Privatflieger im selben Masse. Das zeigt die neuste Liste der Bundesratsflüge.

«Taxi Ticino» für den Aussenminister

Wenig überraschend pendelte letztes Jahr ein Bundesratsduo aufgrund des US-Zollhammers besonders häufig durch die Lüfte. Auf der Spitzenposition findet sich dennoch der übliche Verdächtige – und sein «Taxi Ticino».

Insgesamt 301-mal hoben die Bundesrätinnen und Bundesräte 2025 ab. Besonders Aussenminister Ignazio Cassis (64, FDP) trieb es durchs Jahr rund um die Welt: Brasilien, Peru, Jordanien, Irak, Japan, China, Kuala Lumpur – kein Wunder ragt der Tessiner mit insgesamt 85 Flügen obenaus.

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Cassis’ Spitzenwert liegt jedoch nicht nur an seiner Funktion als Repräsentant: Den Bundesratsjet nutzte der Bundesrat alleine innerhalb der Schweiz satte 23-mal! Zusätzlich zu seiner Lieblingsstrecke Bern-Agno TI nutzte der Aussenminister den Jet auch für Termine in Genf.

In einen Helikopter stieg Cassis dagegen gerade mal für neun Inlandsreisen. Auch dieses Jahr bewies der Magistrat bereits seine Freude am Düsen-Jet: Ende Januar reiste er damit etwa an die FDP-Delegiertenversammlung.

Zollhammer-Duo auf dem Podest

Nach dem Tessiner Bundesrat kommt das erwartete Zoll-Duo: Finanzministerin und letztjährige Bundespräsidentin Karin Keller-Sutter (62, FDP) sowie Wirtschaftsminister Guy Parmelin (66, SVP) kommen mit 46, respektive 43 Flügen immerhin aufs Treppchen. Besonders die Flüge in die USA, wo die beiden nach dem Zollhammer für einen Deal weibelten, schlagen sich zu Buche.

Doch auch Keller-Sutter und Parmelin nutzten den Bundesratsjet gelegentlich für Inlandsreisen. Der Wirtschaftsminister flog damit etwa nach Genf und Lugano. Die Finanzministerin nutzte das Flugzeug im August gar für die Strecke Bern-Zürich, um in der Limmatstadt die Finanzminister der deutschsprachigen Länder zu empfangen.

Der Helikopter scheint derweil auf dem Podest eine eher untergeordnete Rolle zu spielen. Ganz anders ist es beim Viertplatzierten: Verteidigungsminister Martin Pfister (62, Mitte) bestieg ihn 2025 26-mal – so viel wie kein anderes Bundesratsmitglied. Der Armee-Vorsteher nutzte das Fluggerät vorwiegend, um die Schweizer Waffenplätze auszukundschaften. Im Jet reiste Pfister dagegen nur in 16 Fällen.

Umweltminister Rösti zeigte sich zurückhaltend

Das pure Gegenteil zu seinen Ratskollegen war Justizminister Beat Jans (61, SP): Er sah letztes Jahr keinen Helikopter von innen. Seine 25 Flugreisen waren alle ins Ausland bestimmt – vorwiegend für «Arbeitsbesuche» in EU-Staaten. Jans darf sich zugleich als offiziell als am wenigsten abgehoben bezeichnen: Alle seine sechs Kolleginnen und Kollegen hoben 2025 häufiger ab als der Justizminister.

Im Vergleich zum Top-Trio machte aber auch Umweltminister Albert Rösti (58, SVP) seiner Funktion alle Ehre: Er flog nur einmal mehr als Jans und bloss 14-mal im Bundesratsjet. Vor den beiden platziert sich Innenministerin Elisabeth Baume-Schneider (62, SP) mit insgesamt 29 Flügen – knapp die Hälfte davon im Helikopter.

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