Darum gehts
- Schweizer Fahne vor Botschaft in Oslo ist sichtbar beschädigt und verblasst
- EDA nennt Lieferverzögerungen in Norwegen als Grund für den Zustand
- Neue Fahne soll voraussichtlich dieser Tage eintreffen
Sie ist die Visitenkarte unseres Landes in aller Welt: Vor Botschaften und Konsulaten weht die Schweizer Fahne. In der norwegischen Hauptstadt Oslo bietet sich seit Wochen allerdings ein wenig würdiges Bild. Die Flagge vor der Botschaft hängt sichtbar mitgenommen am Mast. Der Stoff ist an den Rändern ausgefranst, verschmutzt und teilweise zerfleddert. Auch das kräftige Rot ist stellenweise deutlich verblasst.
Die Botschaft liegt in einem der vornehmsten Viertel Oslos, nur wenige Gehminuten vom Königlichen Schloss entfernt. Direkt daneben residiert die niederländische Botschaft. Dort wehen die Fahnen der Niederlande und der EU sauber und makellos vor dem Eingang.
«Gepflegter und repräsentativer Auftritt» wichtig
Wie sorgfältig achtet die Schweiz im Ausland auf ihre Beflaggung? Auf Anfrage von Blick erklärt das Aussendepartement (EDA) von Bundesrat Ignazio Cassis (65), die Schweizer Vertretungen seien selbst für die «regelmässige Kontrolle und den Unterhalt ihrer Beflaggung» verantwortlich. Fahnen würden bei Bedarf ersetzt, damit «jederzeit ein gepflegter und repräsentativer Auftritt» gewährleistet sei.
Einen festen Turnus für den Austausch gibt es laut EDA nicht. Der Ersatz erfolgt abhängig vom Zustand der Fahne und den lokalen Gegebenheiten.
Lieferverzögerungen in Norwegen
Gerade in Norwegen würden die Fahnen wegen des Wetters aber stärker beansprucht. «In Oslo führen die klimatischen Bedingungen zu einer erhöhten Witterungsbelastung, wodurch Fahnen schneller abnutzen können», erklärt ein EDA-Sprecher. Deshalb würden sie dort normalerweise häufiger ersetzt.
Warum dann trotzdem die ramponierte Schweizer Fahne vor der Botschaft? Das EDA verweist auf Lieferverzögerungen beim norwegischen Hersteller. Darum habe die Fahne bislang noch nicht ersetzt werden können. Der Ersatz steht nun aber an: Die Fahne werde «voraussichtlich noch diese Woche» ausgewechselt.