Er sass am Steuer!
Soldat spielt bei Vollgas am Lenker mit der Waffe – Militärjustiz bleibt gnädig

Ein Unteroffizier zielt bei 120 km/h am Steuer mit der Pistole auf den Verkehr. Am Ende kommt er mit einem blauen Auge davon.
Kommentieren
1/6
Bei 120 km/h zückte der Wachtmeister seine Waffe und steuerte das Fahrzeug nur noch mit dem Bein (Symbolfoto).
Foto: Pius Koller

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Ein Militärpolizei-Wachtmeister richtet in Auto Dienstwaffe auf Verkehr und lässt sich filmen
  • Pistole war ungeladen, Fahrer zeigt Reue: 400 Franken Busse
  • Social-Media-Videos mit Fehlverhalten von Armeeangehörigen sind beliebt und erreichen oft über 100'000 Aufrufe
Janic Urech
Janic UrechRedaktor Politik

War es die Langeweile? Mit 120 km/h brettert ein Wachtmeister der Militärpolizei über die Autobahn von Sion nach Monteceneri TI. Plötzlich zückt er auf der vierstündigen Fahrt seine Dienstwaffe und beginnt damit herumzuspielen.

Für einen kurzen Moment greift er die 9-mm-Pistole mit beiden Händen und macht Zielbewegungen auf die Verkehrsteilnehmer vor ihm. Das Steuerrad fixiert er dabei nur noch mit dem Bein. Sein Beifahrer filmt das gefährliche Manöver. So landet ein Video des Vorfalls in den sozialen Medien und der Lenker vor der Militärjustiz. 

Diese hat nun entschieden. Der leichtsinnige Umgang mit Fahrzeug und Schusswaffe kostet ihn gesamthaft 600 Franken. Der rechtskräftige Strafbefehl liegt Blick vor.

Mit seinem Verhalten verstiess der Beschuldigte sowohl gegen die Verkehrsregeln als auch gegen Vorschriften im Umgang mit der Dienstwaffe. Dennoch lässt die Militärjustiz Gnade walten: Obwohl die Behörde feststellt, dass der Lenker kurze Zeit keinen direkten Einfluss auf das Steuer ausüben konnte und dass die Waffe ziellos auf den Verkehr gerichtet war, schätzt sie die Situation als «leichten Fall einer Straftat» ein.

Nur eine Busse für den Waffenfuchtler

Zugute kommt dem Waffenfuchtler, dass in der Pistole kein Magazin eingesetzt war und somit keine Schussabgabe hätte erfolgen können. Weiter anerkennt die Militärjustiz, dass sich der Beschuldigte reuig zeigt und es sich um einen Spontanentscheid handelte. Somit wurde das Strafverfahren eingestellt. Gegen den Beschuldigten wurde stattdessen eine Disziplinarbusse von 400 Franken verhängt, dazu musste er 200 Franken an die Kosten des Verfahrens beisteuern. Der junge Mann liess eine Anfrage von Blick unbeantwortet. 

Dass Videos von solchen Vergehen in den sozialen Medien auftauchen, ist keine Seltenheit. Kanäle wie @armysieche und @army_szene posten auf Instagram und Tiktok regelmässig Inhalte, die fragwürdiges Verhalten von Armeeangehörigen zeigen. Deren Posts erreichen nicht selten über 100'000 Aufrufe – und damit oft mehr als die Inhalte der Armee selbst. Solche Videos sind der Armee schon länger ein Dorn im Auge. Wer in den sozialen Medien eine Uniform trägt, muss aufpassen, nicht im Visier der Armee zu landen.

Was sagst du dazu?
Heiss diskutiert
    Meistgelesen