Darum gehts
- Andreas Glarner, SVP-Nationalrat, tritt Ende 2026 freiwillig von allen Ämtern zurück
- Er will jüngeren Politikern Platz machen und sieht seinen Schritt als Vorbild
- Seit 2015im Nationalrat, führte die Aargauer SVP
Andreas Glarner tritt ab. Der 63-jährige SVP-Nationalrat und Präsident der SVP Aargau gab am Mittwochabend am Kantonalparteitag in Oberwil-Lieli bekannt, dass er Ende Jahr beide Ämter niederlegen wird. Dies berichtet TeleM1 als Erstes.
Der schweizweit bekannte Politiker möchte den Platz für die jüngere Generation freimachen. «Man könnte sagen, elf Jahre sind genug», erklärte der 63-Jährige gegenüber TeleM1.
Glarner will Jugend Platz machen
Glarner, der seit 2015 im Nationalrat sitzt und seit 2020 die Aargauer SVP führt, sieht seinen Rücktritt auch als Vorbildfunktion. «Wenn man im Wahljahr 65 Jahre alt wird, sollte man den Jüngeren Platz machen», sagte er weiter. Zudem sei die Nachfolge mit einer «sehr guten Crew» gesichert.
Die SVP Aargau führte 2017 eine Alters- und Amtszeitlimite ein, die besagt, dass Personen, die am Wahltag 63 Jahre alt sind oder 16 Amtsjahre hinter sich haben, besondere Zustimmung der Partei benötigen, um erneut zu kandidieren. Glarner, der 2027 über diese Altersgrenze hinaus wäre, entschied sich jedoch, schon jetzt den Weg für andere zu ebnen.
Rücktritt erfolgt freiwillig
Kontroversen blieben während seiner Amtszeit nicht aus. So sorgte Glarner, der als Provokateur bekannt ist, mit einem manipulierten Video für einen Skandal und erntete parteiinterne Kritik, schreibt zum Beispiel die «Aargauer Zeitung». Dennoch trug er zum Erfolg der SVP bei, die 2023 ihren siebten Sitz im Nationalrat holte. Glarner betonte jedoch, sein Rücktritt erfolge freiwillig.
Auch, dass Abgeben des Amtes als Präsident der SVP-Aargau, sei sein Entscheid gewesen. «Wenn man nicht Nationalrat ist, oder Grossrat, ist es schwierig, Kantonalparteipräsident zu sein. Darum finde ich, ist es ein guter Zeitpunkt, beides miteinander abzugeben», sagt Glarner. «Es gab keinen Druck von der Partei. Es ist schön, wenn man gehen kann, wenn der Moment passt», sagte er zu TeleM1.
Rücktrittsforderungen gab es jedoch immer wieder – sogar aus den eigenen Reihen. Auch wegen seiner unvergessen verbalen Entgleisung gegenüber Grünen-Nationalrätin Sibel Arslan, forderten viele, dass er seinen Platz räumt. Wer seine Nachfolge als Nationalrat antritt, ist noch offen.