Doppeltes Glück für Ösi-Grenzgänger
Auf die 13. AHV gibts noch einen Steuerrabatt

Gute Nachrichten für frühere Grenzgänger, die in Österreich AHV beziehen: Auf die 13. AHV gibt es im Nachbarland einen Steuerrabatt. Der kann rund 400 Euro pro Jahr ausmachen. Dahinter steckt eine spezielle österreichische Steuerregel.
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Wer als österreichischer Grenzgänger in der Schweiz arbeitete, erhält bei der 13. AHV einen Steuerrabatt.
Foto: PIUS KOLLER

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Österreich gewährt ab Dezember 2026 Steuerrabatt für 13. Schweizer AHV
  • Ehemalige Grenzgänger dürften jährlich im Schnitt 400 Euro Steuern sparen
  • 8799 Österreicher pendelten im ersten Quartal 2026 zur Arbeit in die Schweiz
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Lucien FluriCo-Ressortleiter Politik

Wer in Österreich lebt und die Schweizer AHV erhält, hat Glück: Er bekommt ab Dezember nicht nur 13. AHV. Nein, in Österreich gibt es noch einen Steuerrabatt! Das dürfte alle österreichischen Grenzgänger freuen, die während ihres Arbeitslebens in die Schweiz pendelten. 

Der Hintergrund ist eine spezielle Regel im Nachbarland: Die sogenannte Sechstelbegünstigung. Österreich kennt einen Steuerrabatt auf Zusatzbatzen zum offiziellen Einkommen. So sind Prämienzahlungen oder der 13. Monatslohn (und der 14., den es in Österreich auch gibt), mit 6 Prozent deutlich tiefer besteuert als das übrige Einkommen. 

Österreichische Rentner erhalten eine 13. und 14. Pension. Ehemalige Grenzgänger, die aus der Schweiz die AHV erhielten, hatten Pech. Weil diese in zwölf Tranchen kommt, profitieren sie bisher nicht vom Rabatt. Sie zahlten prozentual gesehen auf ihre AHV mehr Steuern als die Kollegen mit der österreichischen Rente. 

400 Euro mehr im Portemonnaie

In diesen Tagen hat nun das österreichische Finanzministerium entschieden, dass der Steuerrabatt auch für die 13. AHV gilt, wenn die AHV monatlich ausbezahlt wird. Damit können die Grenzgänger im Ruhestand Geld sparen: Der Pensionistenverband Vorarlberg rechnet laut ORF mit 400 Euro Ersparnis – bei einer durchschnittlichen Schweizer AHV.

Die Zahl der Grenzgänger aus Österreich ist vergleichsweise tief. 8799 Österreicherinnen und Österreicher arbeiteten im ersten Quartal 2026 als Grenzgänger in der Schweiz. Zum Vergleich: Aus Frankreich pendeln 241’089 Personen zum Arbeiten in die Schweiz, aus Italien 91’997 und aus Deutschland 67’177. 

Finanzierung der 13. AHV noch unklar

Im März 2024 haben die Schweizerinnen und Schweizer die Volksinitiative für eine 13. AHV mit über 58 Prozent Ja-Stimmen deutlich angenommen. Im Dezember 2026 wird sie erstmals ausbezahlt. 4 bis 5 Milliarden Franken kostet sie jährlich. Wie die Zusatzrente finanziert wird, ist aber noch nicht klar. In der Sommersession, die im Juni beginnt, wird das Parlament darum ringen. 

Mehrere Lösungen stehen zur Debatte: Der Bundesrat möchte die Mehrwertsteuer um 0,7 Prozent erhöhen. Der Ständerat sieht eine Mischlösung aus höherer Mehrwertsteuer (0,4 Prozent) und höheren Lohnbeiträgen vor (0,3 Prozentpunkte) vor.

Im Nationalrat steht eine befristete Mehrwertsteuererhöhung von 0,5 Prozentpunkten zur Debatte. Zusätzlich möchte der Rat die zusätzlichen Steuermehreinnahmen der Kantone und Gemeinden aus der 13. AHV-Rente wieder in die AHV-Kasse leiten. Gibt es keine Einigung, droht ein Scherbenhaufen. 

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