Darum gehts
Alarmstimmung am Zürcher Paradeplatz: Diese Woche dürfte der Bundesrat die neuen Regeln für systemrelevante Banken vorlegen. Besonders betroffen wäre das Schwergewicht UBS. Aber damit nicht genug: Bereits vor wenigen Tagen ist die Finanzplatz-Initiative eingereicht worden. Sie ist ein Affront für die grossen Institute – und damit allen voran für die UBS.
Die Initiative verlangt strengere Umweltvorgaben für Banken und Versicherer. Aus der Branche schlägt ihr ein eisiger Wind entgegen. Kritiker sprechen von einem «Angriff auf den Schweizer Wohlstand», die Bankiervereinigung warnt vor «erheblichen Nachteilen».
Doch eine Bank stellt sich quer. Ihr Name ist Programm: Die Alternative Bank Schweiz unterstützt die Finanzplatz-Initiative und half sogar bei der Unterschriftensammlung. Das Institut mit Hauptsitz in Olten SO versteht sich als Gegenentwurf zum etablierten Finanzplatz. Die sozial und ökologisch orientierte Bank wurde 1990 gegründet – mit Öko-Aktivisten an vorderster Front. Mit Gerhard Andrey (50) sitzt aktuell auch ein Grünen-Nationalrat im Verwaltungsrat.
Top-Verdiener bekommt «nur» 225'000 Franken
Die Bank refinanziert sich über Eigenmittel und Kundengelder, Investitionen in fossile Energien und andere «umweltschädliche Branchen» sind tabu. Strikt ist sie auch bei den Löhnen: Die Gehaltsstruktur ist flach, Boni gibt es keine, Saläre sind für alle Mitarbeitenden einsehbar.
Zuletzt lag das Verhältnis zwischen tiefstem und höchstem Lohn bei 1:3,6. In der Finanzbranche sind Spannen von über 1 zu 200 keine Ausnahme. Das bestbezahlte Geschäftsleitungsmitglied kam auf rund 225’000 Franken – gegenüber den Millionensalären bei Grossbanken ein Bruchteil. Bei der Alternativen Bank gibt es, überspitzt gesagt, Hungerlöhne für die Chefs. Denn selbst bei ähnlich grossen Instituten sind die Cheflöhne deutlich höher.
Mit verwalteten Vermögen von rund 3,3 Milliarden Franken und einer Bilanzsumme von 2,6 Milliarden bleibt die Alternative Bank jedoch ein Winzling. Die UBS bewegt sich da jeweils in Billionenhöhe.
«Wollen sich nicht öffentlich dazu äussern»
Laute Kritik an den Grossen vermeidet die Alternative Bank tunlichst. Doch ihr Support für die Initiative ist mehr als ein Seitenhieb. Larissa Jecker ist bei der Bank für Nachhaltigkeitskommunikation zuständig. Sie findet: Die Initiative setze «klare und international anschlussfähige Leitplanken». Das Begehren sorge dafür, «dass Finanzströme von umweltschädlichen Aktivitäten weg in Klima-Lösungen gelenkt werden».
Ein zentrales Instrument sieht die Bank in verbindlichen Transitionsplänen. Sie legen fest, wie Banken und Versicherer ihre Geschäfte auf Netto-Null ausrichten und Klimarisiken früh erkennen. Dass dieses Instrument funktioniere, zeige der Blick über die Grenze, so Jecker. «In mehr als der Hälfte der G20-Länder gibt es bereits staatliche Vorgaben zu Transitionsplänen.»
Aus Sicht der Bank bieten sich auch wirtschaftliche Chancen. Je länger Finanzinstitute auf fossile Geschäfte setzen, desto grösser würden ihre Risiken.
Wer Kapital verwaltet, soll Rendite machen. Die Urheber der Finanzplatz-Initiative kritisieren: Zu oft passiere das über Investitionen, die der Umwelt schaden – etwa in fossile Energien. Hier setzt ihr Vorhaben an. Getragen wird es von einer Allianz aus Politik und Zivilgesellschaft – von linken Parteien bis in die Mitte sowie von Umweltorganisationen.
145'000 Unterschriften kamen für die Initiative zusammen. Sie will den Finanzplatz «ökologisch umbauen». Banken und Versicherungen sollen ihre Auslandsgeschäfte verbindlich an Umweltzielen ausrichten. Konkret dürften sie keine Dienstleistungen mehr für neue Öl- und Gasfelder oder den Ausbau fossiler Projekte erbringen. Zudem müssten sie offenlegen, wie sie nachhaltiger werden. Betroffen wären vor allem grosse, international tätige Institute.
Die Schweizerische Bankiervereinigung lehnt die Initiative ab. Sie verfolge zwar ein wichtiges Anliegen, bringe aber «erhebliche Nachteile» für Anleger, Beschäftigte und den Standort. Ein Rückzug von Schweizer Banken würde weder Emissionen senken noch die Biodiversität schützen – Geschäfte würden ins Ausland verlagert.
Viele Forderungen seien bereits umgesetzt, so die Vereinigung. Sie verweist auf Transitionspläne und die Offenlegung von Klimarisiken. Die Initiative schaffe nur Doppelspurigkeiten, es drohten «höhere Kosten» und «tiefere Renditen».
Wer Kapital verwaltet, soll Rendite machen. Die Urheber der Finanzplatz-Initiative kritisieren: Zu oft passiere das über Investitionen, die der Umwelt schaden – etwa in fossile Energien. Hier setzt ihr Vorhaben an. Getragen wird es von einer Allianz aus Politik und Zivilgesellschaft – von linken Parteien bis in die Mitte sowie von Umweltorganisationen.
145'000 Unterschriften kamen für die Initiative zusammen. Sie will den Finanzplatz «ökologisch umbauen». Banken und Versicherungen sollen ihre Auslandsgeschäfte verbindlich an Umweltzielen ausrichten. Konkret dürften sie keine Dienstleistungen mehr für neue Öl- und Gasfelder oder den Ausbau fossiler Projekte erbringen. Zudem müssten sie offenlegen, wie sie nachhaltiger werden. Betroffen wären vor allem grosse, international tätige Institute.
Die Schweizerische Bankiervereinigung lehnt die Initiative ab. Sie verfolge zwar ein wichtiges Anliegen, bringe aber «erhebliche Nachteile» für Anleger, Beschäftigte und den Standort. Ein Rückzug von Schweizer Banken würde weder Emissionen senken noch die Biodiversität schützen – Geschäfte würden ins Ausland verlagert.
Viele Forderungen seien bereits umgesetzt, so die Vereinigung. Sie verweist auf Transitionspläne und die Offenlegung von Klimarisiken. Die Initiative schaffe nur Doppelspurigkeiten, es drohten «höhere Kosten» und «tiefere Renditen».
Dennoch gibt es aus der Branche sonst kaum Unterstützung für die Initiative. Oder mag sich lieber niemand exponieren? Jecker zumindest berichtet: «Neben der öffentlichen Unterstützung merken wir auch, dass es Zuspruch von Menschen aus der Finanzbranche gibt, die die Initiative zwar gut finden, sich aber nicht öffentlich dazu äussern möchten.»
Auch Alternative Bank muss noch aufholen
Es sind häufig die Grossbanken, die wegen ihrer Rolle bei der Finanzierung fossiler Energien in die Kritik gerieten. Auch die UBS ist weiterhin ein wesentlicher Akteur in diesem Geschäft, selbst wenn ihr entsprechendes Investitionsvolumen in den letzten Jahren zurückging. Zur Finanzplatz-Initiative äussert sich die UBS selbst nicht. Stattdessen spricht die Branche mit einer Stimme – jener der Schweizerischen Bankiervereinigung.
Selbst die Alternative Bank muss indes einräumen: Man erfülle noch nicht alle Anforderungen der Initiative. Sie investiert zwar nicht in fossile Energien. Doch im Anlagegeschäft gebe es Lücken, etwa bei Emissionen im Ausland. Deshalb arbeite man an einem eigenen Transitionsplan. Er soll sich nach dem Klimaabkommen richten und alle Geschäfte abdecken.