Die neue Allianz «Schutzschirm Schweiz» macht Druck auf die Politik
Multiple Milliarden für die Drohnen- und Raketenabwehr

Die Schweiz ist gegen Luftangriffe machtlos. Das müsse sich rasch ändern, verlangt eine neue Allianz mit prominenten Mitgliedern. Sie fordert die Politik auf, dafür mehrere Milliarden Franken bereitzustellen.
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«Schutzschirm Schweiz» fordert einen besseren Schutz des Luftraums – und lanciert dazu eine Petition.
Foto: zVg

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Bewegung «Schutzschirm Schweiz» fordert besseren Schutz vor Drohnen und Raketen
  • Ex-Armeechef Süssli warnt: Schweiz reagiert zu langsam auf Bedrohungen
  • Petition fordert 4 Milliarden Franken für Luftverteidigung bis 2027, langfristig 40 Milliarden
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Marco LüssiBlattmacher

Hybride Aktionen und Angriffe aus der Distanz seien die wahrscheinlichsten Bedrohungen für die Schweiz, sagt der Bundesrat. «Gleichzeitig fehlen der Armee die Mittel, um die Schweiz ausreichend vor Bedrohungen aus der Luft zu schützen.» So begründete die Landesregierung im August ihren Antrag für einen Nachtragskredit von 970 Millionen Franken für Beschaffungen zur Luftverteidigung.

Doch eine knappe Milliarde, wie es der Bundesrat vorschlägt, ist bei weitem nicht genug. Diese Meinung vertritt die neu gegründete überparteiliche Allianz «Schutzschirm Schweiz», die sich selber als Bürgerbewegung versteht. Sie lanciert heute eine Petition, die Bundesrat und Parlament auffordert, die nötigen finanziellen Mittel für den Schutz der Bevölkerung und der kritischen Infrastruktur vor Drohnen und Raketen bereitzustellen.

4 Milliarden nächstes Jahr, langfristig 40 Milliarden

Für 2027 braucht es gemäss «Schutzschirm Schweiz» kurzfristig zusätzliche 4 Milliarden Franken in Form eines Sonderrüstungsprogramms neben dem ordentlichen Armeebudget, mittelfristig seien 10 Milliarden Franken, langfristig 40 Milliarden nötig. Wegen der weltweit grossen Nachfrage und langer Lieferfristen bei Luftverteidigungssystemen müsse man jetzt unverzüglich handeln.

Orchestriert wird die Lancierung von «Schutzschirm Schweiz» von Andreas Hugi (55), CEO der Kommunikationsagentur Furrerhugi. Er sitzt zusammen mit rund 30 Persönlichkeiten aus den Bereichen Wirtschaft, Gesellschaft und Sport im Co-Präsidium der Allianz – Ex-Banker Joe Ackermann (78) ist ebenso dabei wie Ex-Boxer Stefan Angehrn (61) oder Flughafen-Zürich-CEO Lukas Brosi (47).

«Die Schweiz reagiert zu langsam»

Mit von der Partie ist auch der ehemalige Armeechef Thomas Süssli (60). Er warnt: «Die Welt ist gefährlicher geworden – und die Schweiz reagiert zu langsam.» Gemeinsam wolle man bei «Schutzschirm Schweiz» erreichen, dass die Politik den Schutz der Menschen in der Schweiz endlich ernsthaft und rasch verbessere. Es gehe nicht um die Frage, welches System beschafft werde. «Die Frage ist: Was passiert, wenn morgen Drohnen und Raketen unsere Infrastruktur treffen?»

Diese Sorge treibt auch Monika Ribar (67) um, ehemalige Verwaltungsratspräsidentin der SBB. «Die Sicherheitslage in Europa hat sich drastisch geändert. Ich stamme aus einer Generation, die keine Kriege erlebt hat, und ich möchte, dass das auch für die folgenden Generationen so bleibt. Dafür müssen wir unsere Verteidigung verstärken.»

Es geht darum, dass unser Alltag in der Krise funktioniert»

Mit Ribar engagiert sich auch Tom Vogel (44) für «Schutzschirm Schweiz». Der Unternehmer und Milizoffizier sagt: «Junge Menschen übernehmen in der Armee Verantwortung für unser Land. Dann muss die Politik auch dafür sorgen, dass sie und die Bevölkerung nicht ohne Schutzschirm bleiben.» Sicherheit werde oft mit der Armee gleichgesetzt. «Aber am Ende geht es um ganz konkrete Dinge: Unsere Wohnungen, Strom, Verkehr, Spitäler, Schulen – und darum, dass unser Alltag auch in der Krise funktioniert.»

Die Initianten der Petition haben sich das Ziel gesetzt, mindestens 10'000 Unterschriften zu sammeln. Eine breite Unterstützung aus der Bevölkerung soll die Politik motivieren, das eigentlich längst erkannte Problem der Schutzlosigkeit des Schweizer Luftraums mit höchster Priorität anzupacken.

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