Darum gehts
- Bundesbern debattiert über sofortige Beschaffung von Abwehrdrohnen für die Schweiz
- 47 Millionen Franken stehen seit 2024 für Drohnenproduktion zur Verfügung
- Leserschaft fordert Tempo und Effizienz bei Luftverteidigung, Ukraine als Vorbild
Bereits in der Wintersession des Parlaments hatte der Bund den Auftrag erhalten, Drohnen für die Schweiz anzuschaffen. Seither hat sich kaum etwas getan. Deswegen geht es in Bundesbern diese Woche erneut um die sofortige Beschaffung von Abwehrdrohnen.
Frank Sauer (46) von der Universität der deutschen Bundeswehr in München verweist die Schweiz in der Drohnenfrage auf die Ukraine: «Die besten und billigsten Drohnen gibt es dort.» Alternativ könnte die Schweiz auch auf Eigenproduktion setzen. Seit 2024 arbeitet eine Drohnen-Taskforce am Aufbau eines Produktionssystems. Insgesamt stehen dafür 47 Millionen Franken zur Verfügung. Während die Politik noch am Grundkonzept feilt, pocht unsere Community auf eine sofortige Umsetzung.
«Wir haben einfach eine Sandkastenarmee»
Viele in der Leserschaft äussern sich kritisch gegenüber der aktuellen Rüstungspolitik der Schweiz. Linus Sennrich wird explizit: «Der Bund und das VBS haben das Thema Drohnen komplett verschlafen! Es ist höchste Zeit, dass sich etwas ändert.» Rolf Meyer ist ebenso frustriert: «Ein Beschaffungsdebakel nach dem anderen in den letzten Jahren. Milliarden verlochen und dann noch so frech sein, mehr Geld zu fordern. Ich bin durchaus für eine starke Armee, aber so kann das nicht weitergehen.»
Heinz Ruch beanstandet: «Unser Luftraum steht so offen wie ein Scheunentor. Wir haben einfach eine Sandkastenarmee.» Xaver Perte zieht die ganze Schweiz zur Verantwortung: «Da ist die Schweiz zum grossen Teil selbst schuld. Jahrzehnte lang hat man die Armee zu Tode gespart. Jetzt zahlen wir die Konsequenzen.» Martin Jegge stimmt zu. Er ergänzt: «Über 30 Jahre wurde das Militär zu Tode gespart. Warum? Weil das Parlament trödelt! Wacht auf und reagiert jetzt. Ja es wird kosten, aber vielleicht ist es noch nicht zu spät.»
«Es braucht endlich Beschaffung, Tempo und Kooperation»
Ein Grossteil der Leserinnen und Leser ist sich einig, die Schweiz braucht Drohnen. Nur die Frage, woher sie kommen sollen, spaltet aktuell noch die Gemüter. Ruedi Keiler ist überzeugt, wir können uns selbst helfen: «Bezüglich Drohnentechnologie oder Rüstungstechnik könnte die Schweiz gut auf eigenen Beinen stehen, sofern die Politik dies nicht torpediert. Technologisch ist Potenzial da.» Auch Alfred Gerber fordert: «Die Schweiz muss selbst produzieren!»
Peter Wunderlin sieht die Sache etwas anders: «Die Ukraine hat ein super Drohnenabwehrsystem. Aber unsere Damen und Herren in Bern glauben, die lahme Schweiz könnte etwas Besseres produzieren? Wohl kaum!» Auch Martin Meier will in Sachen Luftabwehr auf die Expertise der Ukraine setzen: «Jetzt ist der Zeitpunkt da, um kluge Köpfe in die Ukraine zu senden, das Know-how abzuholen und es in der Schweiz anzuwenden.»
Für Bernhard Hauswirth ist klar: «Es braucht keine weitere Motion im Parlament. Es braucht endlich Beschaffung, Tempo und Kooperation. Sonst bleibt unsere Luftverteidigung genau das, was sie heute ist: eine Power-Point-Folie.»