Darum gehts
- Die Schweiz kämpft mit Verzögerungen bei Rüstungsprojekten wie Luftabwehr und F-35-Jets
- Armasuisse bestellt Blechblasinstrumente für Rekrutenspiele von 2027 bis 2031
- Pro Jahr etwa 13 Kornette, 2 Flügelhörner, 4 Althörner, 10 Tubas
Zwar harzt es mit der Beschaffung eines neuen Abwehrsystems gegen Luftangriffe. Die Auslieferung verzögert sich, die USA können die Liefertermine trotz hoher Anzahlungen der Schweiz nicht einhalten.
Ebenso läuft der Kauf neuer F-35-Kampfjets nicht wunschgemäss; die Flieger werden teurer, von einem vereinbarten Fixpreis wollen die USA nichts wissen.
Nicht genug damit, dass sich die Rüstungsgeschäfte verteuern: Die von Verteidigungsminister Martin Pfister (62, Mitte) vorgeschlagene Erhöhung der Mehrwertsteuer zur Finanzierung anstehender Beschaffungen hat politisch kaum Chancen, Pfister wird zurück zum Start geschickt.
Doch nun gibt es Hoffnung für den gebeutelten VBS-Chef und Posaunespieler, der einer Guggenmusik angehört. Das Bundesamt für Rüstung Armasuisse kann ein Beschaffungsprojekt realisieren. Es hat vor wenigen Tagen den Auftrag für die Lieferung von Blechblasinstrumenten ausgeschrieben, um von Anfang 2027 bis Ende 2031 die Rekrutenspiele auszurüsten.
Kornette, Hörner, Tubas
Es handle sich um Nachbeschaffungen für den jährlichen Bedarf, sagt Armasuisse-Sprecher Kaj-Gunnar Sievert. Auf Vorrat würden keine Blechblasinstrumente gekauft, «um Lagerschäden vorzubeugen». Die Anzahl der Zukäufe hänge davon ab, wie viele Soldaten der Rekrutenspiele einrückten. Aufgrund der Erfahrungswerte benötige die Armeemusik pro Jahr unter anderem circa 13 Kornette, 2 Flügelhörner, 4 Althörner und 10 Tubas, gibt Sievert an. Das Auftragsvolumen für die Beschaffung der Instrumente benennt Armasuisse nicht. Der Bedarf der Truppe lässt aber darauf schliessen, dass der auf fünf Jahre ausgelegte Vertrag dem Lieferanten einen ansehnlichen sechsstelligen Umsatz einbringt.
Ringsum erfreuliche Aussichten, alles wird gut: Die Armeemusik ist bereit, bösen Feinden den Marsch zu blasen.