Darum gehts
- Die Lieferung des Patriot-Systems für die Schweiz verzögert sich um 5–7 Jahre
Kosten für das System steigen
- Schweizs stoppt Zahlungen, USA leiten F-35-Zahlungen um
Die Schweiz muss noch länger auf das bestellte Patriot-System warten. Dieses ist für die bodengestützte Luftverteidigung grösserer Reichweite gedacht und wäre für die Schweiz dringend nötig. Doch schon im Juli 2025 hatte die US-Regierung den Bund informiert, dass die Schweizer Bestellung wegen des Ukraine-Krieges zurückgestellt wird. Von Verzögerungen von vier bis fünf Jahren war die Rede. Jetzt wird klar: Es braucht noch länger: «Inzwischen wurde der Schweiz mitgeteilt, dass aufgrund des Kriegs im Nahen und Mittleren Osten mit fünf bis sieben Jahre zu rechnen ist», heisst es in einer Medienmitteilung.
Das bedeutet nicht nur länger warten, sondern auch höhere Kosten. Die Amerikaner hätten der Schweiz verschiedene Optionen vorgelegt. «Alle Varianten führen nach heutigem Kenntnisstand zu Lieferverzögerungen sowie zu erheblichen Mehrkosten. Verbindliche Informationen seitens USA dazu liegen allerdings nicht vor.»
Zusätzliches System geprüft
Die Schweiz hat bereits früher beschlossen, wegen der Verzögerungen auch den Kauf eines zusätzlichen Systems zu prüfen. Bis Ende Mai 2026 erwartet der Bundesrat Resultate.
Gleichzeitig hält die Schweiz die Zahlungen für das Patriot-System zurück. «Um über eine Wiederaufnahme der Zahlungen entscheiden zu können, braucht es weitergehende Informationen zu Kosten- und Terminfolgen», heisst es in der Medienmitteilung. Nur: Die USA sitzen am längeren Hebel. Sie haben den Spiess kurzerhand umgedreht. Washington umgeht nun einfach den Zahlungsstopp. So laufen die Anzahlungen für die gleichzeitig bestellten Kampfjets F-35 in einen gemeinsamen Rüstungsfonds. Weil nun Geld fehlte für das Flugabwehrsystem Patriot, hätten die USA Geld aus dem F-35-Topf dorthin umgelenkt, berichtet Radio SRF. Die Rede ist von einem tiefen dreistelligen Millionenbetrag.