Darum gehts
- 79 Armeewaffen und 45 Waffenbestandteile gingen 2025 verloren
- Mehrheitlich Sturmgewehre 90 betroffen, einige im Ausland sichergestellt
- 26 vermisste Waffen und Bestandteile wurden im letzten Jahr wiedergefunden
Für die Armee ist es ein Übel: Jährlich werden Dutzende Sturmgewehre und Pistolen als vermisst registriert. Auch 2025 gingen 79 Armeewaffen sowie 45 Waffenbestandteile verloren. Deutlich mehr als im Vorjahr, als noch 59 Waffen und 44 Bestandteile verloren gingen.
Hat die Armee in ihrer Statistik früher sämtliche Teile als verschwundene Waffen registriert, schlüsselt sie die Verluste seit 2024 detaillierter auf. Demnach wurden letztes Jahr 65 komplette Waffen, 14 Waffen ohne Verschluss sowie 45 Waffenbestandteile wie Lauf, Verschluss und/oder Pistolengriff als vermisst gemeldet.
«2025 sind im Vergleich zum Vorjahr mehr komplette Waffen als verloren gemeldet worden, während die Verluste von Waffen ohne Verschluss und Waffenbestandteile gegenüber 2024 auf gleichem Niveau sind», hält die Armee fest.
«Über die Hälfte der 2025 vermissten Waffen sind Sturmgewehre 90, weitere 20 Prozent entfallen auf die Pistole 75.» Auch die im letzten Jahr vermissten Waffenbestandteile stammten vor allem vom Sturmgewehr 90. Betroffen waren demnach 93 Sturmgewehre 90 sowie 22 Pistolen 75 und neun Pistolen 12/15.
Diebstahl und Felssturz
Als Ursachen hat die Armee insbesondere zwei Faktoren ermittelt. «Eine Serie von Einbrüchen in der Westschweiz mit entwendeten Armeewaffen», so die Armee. Und: «Nach dem Felssturz von Blatten sind vier Waffen als verschüttet gemeldet worden.»
73 Waffen beziehungsweise Bestandteile kamen durch Diebstahl abhanden. In vier Fällen wurden sie beim Felssturz in Blatten verschüttet und in einem Fall wurde ein Sturmgewehr bei einem Brand zerstört. Bei den restlichen ist unbekannt, wie es zum Verlust gekommen ist.
26 Teile wiedergefunden
Vergangenes Jahr wurden immerhin 26 als vermisst registrierte Teile wieder gefunden – 13 komplette Waffen, fünf Waffen ohne Verschluss und acht Waffenbestandteile. Auch hier betrifft es vor allem Sturmgewehre 90.
«Die meisten Waffen sind entweder durch Bürgerinnen und Bürger den kantonalen Polizeistellen und von diesen der Logistikbasis der Armee abgegeben oder während Einsätzen der Polizei sichergestellt worden», schreibt die Armee dazu. Zudem habe die Polizei auch 2025 Waffen im nahen Ausland sichergestellt. «Waffenbestandteile hingegen werden häufig von derselben Person gefunden, die den Verlust gemeldet hatte.»
«Tätern» drohen Konsequenzen
Die Armee nimmt das Problem keineswegs auf die leichte Schulter und hat schon 2017 eine Präventionskampagne lanciert. Und den «Tätern» drohen je nach Fall Konsequenzen. In leichteren Fällen kommt man mit einer disziplinarischen Bestrafung durch die Truppe davon. In vielen Fällen gibt es eine Busse.
Bei schwerem Verschulden droht aber eine Strafe von bis zu drei Jahren Freiheitsentzug. Wurde die Waffe gestohlen, kommt man allenfalls ohne Bestrafung davon, sofern die Waffe regelkonform aufbewahrt wurde.
Vermerk im Dienstbüchlein
Die Armee sensibilisiert ihre Angehörigen unter anderem mit einem Vermerk im Dienstbüchlein systematisch im Umgang mit Waffen und deren Bestandteilen, um die Zahl der Verluste zu verringern. «Ausserdem thematisieren die Truppenkommandanten während der Rekrutenschulen und der Wiederholungskursen, wie der Verlust von Waffen verhindert werden kann», heisst es dazu.
Wie ein Armeesprecher schon früher betonte: «Die Schweizer Armee setzt alles daran, Waffenverluste zu verhindern, weil jede vermisste Waffe eine zu viel ist.»