Video zeigt Klopapier neben der Autobahn
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Nach dem Osterstau:Video zeigt Klopapier neben der Autobahn

Deutsche Zeitung hässig auf die Schweiz – wegen «Alpen-Maut»
«Menschen auf ihre Herkunft zu reduzieren, ist immer falsch»

Die Schweiz will am Gotthard eine «Alpen-Maut» einführen. Das kommt im Ausland nicht gut an. Eine deutsche Zeitung teilt jetzt aus.
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Die Schweiz will den Gotthard-Stau mit einer Alpen-Maut bekämpfen – was im Ausland nicht gut ankommt.
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Am Gotthard herrscht nach Ostern weiterhin Stau
  • Parlament plant «Alpen-Maut» für ausländische Durchreisende, besonders Deutsche und Niederländer betroffen
  • Deutsche Zeitung mit Kritik
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Tobias BruggmannRedaktor Politik

Selbst in den Tagen nach Ostern hört der Stau vor dem Gotthard nicht auf. Wer am Freitagmittag aus dem Tessin zurück in Richtung Zentralschweiz fahren wollte, brauchte gemäss TCS bis zu einer Stunde und 40 Minuten mehr. Das Parlament will darum eine sogenannte «Alpen-Maut» einführen. Die Idee: Wer aus dem Ausland in die Schweiz fährt und ohne grossen Aufenthalt weiterreist, muss zahlen. Besonders betroffen sind Autofahrer aus Deutschland und den Niederlanden. 

Dementsprechend kommt die geplante Regelung im Ausland auch nicht gut an. Für die deutsche Zeitung «Südkurier» ist es ein «seltsamer Sonderweg» und ein «eigensinniges Verhalten, an dessen Sinn man zweifeln darf». Deutsche auf Durchreise seien in der Schweiz nicht erwünscht. Zwar versteht der Autor des Zeitungskommentars den Frust der Bewohner in der Gotthardregion. «Ob sich eine ganze Landespolitik danach richten sollte, ist die andere Frage. Zumal man auf die naheliegendste Lösung gegen den Stau, einen Ausbau des Tunnels, bewusst verzichtet.»

Kritik kommt auch aus der Politik

Würden die Ausländer nicht mehr durch die Schweiz fahren, gäbe es trotzdem Stau. Der «Südkurier» kommentiert weiter: «Selbst wenn es nur um Urlaubsfahrer geht: Menschen auf ihre Herkunft zu reduzieren, ist immer falsch.»

Auch aus der Politik im Ausland kommt Kritik. Der französische EU-Abgeordnete Christophe Grudler (60) warf der Schweiz kürzlich vor, «ausländische Autofahrer zu Sündenböcken» zu machen.

Hinter der geplanten neuen Regel steht Mitte-Nationalrat Simon Stadler (37). «Während Ostern wird Uri geflutet», sagte er kürzlich zu Blick. Er erhofft sich durch die Maut eine Lenkungswirkung. An Ostern wird es also teurer, zu Randzeiten kostet es vielleicht gar nichts.

An den Tagen, an denen die Berggebiete stark vom Ausweichverkehr betroffen seien, hätten 80 Prozent der Fahrzeuge ein ausländisches Kennzeichen. «Das heisst doch nichts anderes, als dass genau hier das Verursacherprinzip zum Tragen kommt», sagte er im Parlament. «Es darf ja nicht sein, dass man von Nachbarländern einen Umweg über die Schweiz zum Liegestuhl in den Süden macht, nur weil dieser Weg fast gratis, wenn auch nicht kürzer, ist.»

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