Der Schweiz gehen die Autonummern aus
Nationalrat sagt Ja zu personalisierten Kontrollschildern

Der Schweiz gehen die verfügbaren Kombinationen für Autokennzeichen aus. Eine Lösung muss her. Der Nationalrat will nun auch personalisierte Kotrollschilder zulassen.
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In den USA sind sie schon lange erlaubt: Sogenannte «vanity plates», also Autokennzeichen mit einer frei wählbaren Kombination aus Buchstaben und Zahlen.
Foto: ruedi studer

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Nationalrat will personalisierte Autokennzeichen erlauben
  • Motion von Lorenzo Quadri mit 95 zu 91 Stimmen angenommen
  • Bundesamt für Strassen sieht Wunschschilder als zu teuer und aufwendig
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Ruedi StuderBundeshaus-Redaktor

Ein Kontrollschild am Auto von SVP-Verkehrsminister Albert Rösti (58) mit der Aufschrift «ROESTI 007» ins Auge gefasst? Oder eines für Mitte-Verteidigungsminister Martin Pfister (62) mit dem Slogan «ARMYMAN 1963»?

Geht es nach dem Nationalrat, sollen derartige personalisierte Kontrollschilder – sogenannte «vanity plates» (wörtlich übersetzt «Eitelkeitsplatten») mit einer frei wählbaren Kombination aus Buchstaben und Zahlen – künftig möglich werden. Mit 95 zu 91 Stimmen bei vier Enthaltungen hat die grosse Kammer einem Vorstoss von Lega-Nationalrat Lorenzo Quadri (49) zugestimmt, der die Zulassung ebensolcher Wunschschilder verlangt.

Sechsstellige Nummernschilder gehen aus

Der Tessiner erinnerte daran, dass in grossen Kantonen wie Zürich oder Bern die sechsstelligen Nummernschilder bald schon einmal ausgehen dürften und daher neue Lösungen nötig seien. «Es wird in naher Zukunft unvermeidlich sein, auf alphanumerische Kombinationen umzusteigen, um eine ausreichende Anzahl an Kontrollschildern zu gewährleisten», warb er für seine Idee. «Diese Anpassung bietet gleichzeitig eine Chance, nämlich die Einführung personalisierter Kontrollschilder.»

Schon heute sei das Interesse an besonderen Kontrollschildern in der Schweiz stark verankert, verwies er auf die Versteigerung von Kontrollschildern mit begehrten Zahlenkombinationen. Gerade erst wurde im Kanton Solothurn das Kennzeichen «SO 1» für 390'000 Franken versteigert – schweizweiter Rekord!

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Pfister bekämpfte Vorstoss vergeblich

Das Bundesamt für Strassen (Astra) hat die Idee personalisierte Kontrollschilder jüngst geprüft, aber wieder auf Eis gelegt. Zu aufwendig und zu teuer, argumentierte es. Und so plädierte auch Bundesrat Pfister – in Vertretung von Verkehrsminister Rösti – für eine Ablehnung der Motion.

«Gestützt auf Weisungen des Bundesamtes für Strassen ist es den Kantonen mittlerweile möglich, siebenstellige Kontrollschilder für Motorwagen, Motoreinachser und Anhänger auszugeben», erklärte er im Rat. Eine grundsätzliche Neugestaltung der Kontrollschilder sei parallel dazu weiter in Diskussion, aber aktuell nicht dringend. «Eine Notwendigkeit zur Schaffung von Wunschschildern ist im Moment nicht gegeben.»

Der Nationalrat sieht das anders. Definitiv ist aber noch nichts. Als Nächstes muss der Ständerat entscheiden. Sagt auch die kleine Kammer Ja, muss der Bundesrat eine entsprechende Vorlage ausarbeiten.

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