Parmelin zum Bundespräsidenten 2026 gewählt
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Mit 203 Stimmen:Parmelin zum Bundespräsidenten 2026 gewählt

Comics, der Problem-Rücken und ein Blumen-Geheimnis
10 überraschende Fakten über Guy Parmelin

Guy Parmelin ist Bundespräsident 2026. Der dienstälteste Bundesrat wurde lange unterschätzt – und ist immer wieder für Überraschungen gut. Das etwas andere Porträt.
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Guy Parmelin ist Bundespräsident 2026. Der SVP-Mann folgt auf Karin Keller-Sutter (FDP).
Foto: Keystone

Darum gehts

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Sein Jahr als Bundespräsident begann mit einem Schock: Noch bevor die Neujahrsansprache von Bundespräsident Guy Parmelin (66) ausgestrahlt werden konnte, war auf allen Bildschirmen von der Tragödie in Crans-Montana VS zu lesen.

Die Ansprache wurde gestrichen, Parmelin musste nun für die richtigen Worte finden: Für Betroffene, trauernde Angehörige und eine Schweiz in Schockstarre. Wer ist der Mann, der 2026 den Bundesrat präsidiert? Zehn überraschende Fakten über den bescheidenen Waadtländer Politiker.

1

Seine Liebe zur Deutschschweiz

Deutsch spricht der Waadtländer SVP-Mann längst ziemlich gut – kein Geheimnis ist allerdings, dass er es nicht besonders gern tut. «Ich habe einfach kein Feeling für Sprachen», witzelte er schon vor Jahren in einem Interview. «Meine Frau lacht mich aus, wenn ich versuche, Deutsch zu sprechen.» Sie muss es wissen: Caroline Parmelin (62) ist Deutschlehrerin, in Zürich geboren und als Kind mit ihrer Familie in die Romandie gezogen.

Parmelin mit seiner Frau Caroline, hier bei einem Eishockey-Match.
Foto: keystone-sda.ch

Unter der Woche verbringt sie in der Regel einige Tage mit ihrem Mann in Bern, wo das Paar eine Wohnung gemietet hat. Am Freitagabend geht es meist gemeinsam zurück nach Bursins VD. Im Vergleich mit anderen Ländern habe sie als Ehefrau eines Bundesrats das Glück, ein Privatleben zu haben, sagte Caroline Parmelin einmal der «Schweizer Illustrierten».

2

Parmelin «can English understand»

Die Worte schafften es sogar in die «New York Times»: Vor seiner Wahl in den Bundesrat machte Parmelin mit dem holprigen Satz «I can English understand, but je préfère répondre en français» international Schlagzeilen – und erntete Spott. Seine Englischkenntnisse galten als bescheiden.

Heute beherrscht er die Sprache gut. Am letzten WEF erklärte Parmelin, er brauche sie regelmässig und nehme gezielt Englischlektionen. Dabei diskutiert er Texte aus dem «Wall Street Journal».

3

Der Wein prägt seine Familie

Parmelin ist von Haus aus Weinbauer. Das familieneigene Weingut in Bursins wird heute von seinem Bruder Christophe (63) allein weitergeführt. Zu Hause trinke die Familie «eigentlich recht wenig Wein», sagte Parmelin kürzlich der «Sonntagszeitung». «Normalerweise öffnen wir nur sonntags eine gute Flasche mit meinem Vater, meiner Schwiegermutter und meiner Frau.»

Parmelin – hier 2015 während seiner Zeit als Nationalrat – ist dem Wein eng verbunden.
Foto: Keystone

Unter der Woche halte er sich an Wasser – ausser bei Besuch. Parmelin gilt dennoch als Genussmensch. Sein Lieblingsrestaurant verriet er dem «Gault Millau»: «Table des Suter» in Lucens VD.

4

Seine Comics sind ihm heilig

Zu Parmelins Lieblingslektüre gehören Comics. Er verfügt über eine ansehnliche Sammlung. Besonders angetan haben es ihm Western wie Lucky Luke. Auch Asterix mag er – gerade «Asterix bei den Schweizern» bringe ihn regelmässig zum Lachen.

Der Bundesrat entspannt sich beim Comiclesen.
Foto: Kurt Reichenbach/SI
5

Jede Woche ein Blumenstrauss-Foto

Parmelin pflegt eine ungewöhnliche Sammelleidenschaft. Woche für Woche fotografiert er mit seinem Handy die Blumensträusse im Bundesratszimmer – ein Ort, der der Öffentlichkeit verschlossen bleibt. Und warum das? Er habe damit begonnen, weil er die Bouquets «so wunderschön» finde und um die Arbeit der Floristinnen und Floristen zu ehren. Was mit den Bildern geschehen soll, wisse er noch nicht. Denkbar sei «vielleicht ein Fotobuch».

Zum Wohl! Guy und Caroline Parmelin stossen zu Hause an.
Foto: Kurt Reichenbach/SI
6

Bei Parmelin spielt die Musik

Welche Instrumente spielen Bundesräte? Darüber weiss man in der Regel nichts, wenn nicht gerade eine ausgebildete Konzertpianistin wie Simonetta Sommaruga (65) im Bundesrat sitzt. In seiner Studienzeit in Genf war Parmelin ambitionierter Musiker: «Meine Gitarre habe ich noch, aber zum Spielen komme ich nur noch selten», sagte er Blick einst.

Seine Familie ist in Bursins VD tief verankert.
Foto: Keystone

Zur Entspannung besucht Parmelin gerne klassische Konzerte. Der «Aargauer Zeitung» sagte er vor seiner Wahl: «Ich liebe klassische Musik. Beethoven und Mozart sind meine Lieblingskomponisten.» Seine Frau und er besassen damals die Saisonkarte vom Orchestre de Chambre de Lausanne. «Die Konzerte dort lassen wir uns nicht entgehen.»

7

Der Parmelin-Rücken

Er nennt ihn selbst den Parmelin-Rücken. Guy Parmelin leidet an Rückenschmerzen, wie sein Vater, sein Grossvater und sein Urgrossvater. Manchmal hat er Mühe, aus dem Wagen auszusteigen. Medikamente nehme er keine, vertraute Parmelin der «Sonntagszeitung» an. Manchmal sei sein Rücken «fast ein zu grosses Thema». Je mehr er laufe, umso besser werde es. Leider aber sitze er sehr oft im Büro.

8

Der Hipster mit Hut

Mode kann unerbittlich sein. Guy Parmelin legt in seiner Freizeit offenbar nicht viel Wert auf ein piekfeines Auftreten, sondern mag es praktisch: Auf den Bundesratsreisen sorgte er mit kurzen Hosen, Handytäschli am Gurt oder seinem faltbaren Safarihut immer wieder für Kommentare.

Sein Hut ist Kult (hier trägt er ihn auf der Bundesratsreise 2022 in Schaffhausen).
Foto: keystone-sda.ch

Parmelin trägt seine Stilsünden allerdings mit solcher Selbstverständlichkeit, dass es schon fast Kult ist. «Auf den Ausflügen des Bundesrats ist es mir vor allem wichtig, dass ich mich wohlfühle. Den Hut werde ich weiterhin tragen. Man kann ihn zusammenfalten und in die Tasche stecken», sagte Parmelin zur «Sonntagszeitung». Dass er nicht eitel ist, zeigt sich auch an seinem Humor, er betrachtet sich – oder Kritik an ihm – selbstironisch.

Parmelin in seinem Weinkeller.
Foto: Kurt Reichenbach/SI
9

Parmelin, der Unterschätzte

In der Deutschschweiz war er nahezu unbekannt, als Guy Parmelin für den Bundesrat kandidierte. Weder hatten ihn viele Politikbeobachter auf dem Radar, noch wurden ihm die besten Chancen zugestanden.

Parmelin (M.) 2021 mit Joe Biden (l.) und Wladimir Putin.
Foto: KEYSTONE

Inzwischen gilt es als ausgemacht, dass Parmelin oft unterschätzt wird und seine Karriereziele still und ohne viel Aufhebens erreicht. Er ist ein stiller, aber tatkräftiger Schaffer: Im Bundeshaus ist er morgens oft der erste und schliesst noch vor 6 Uhr das Büro auf. Höhepunkt seiner bisherigen Karriere: Als Parmelin 2021 erstmals Bundespräsident war, empfing er in Genf US-Präsident Joe Biden (83) und Russlands Machthaber Wladimir Putin (73).

10

Das Auto: rot und bescheiden

Guy Parmelin gilt als bescheiden. Das zeigt sich auch bei seinen Autos. Jahrelang fuhr er einen roten Mazda 6. Als er Bundesrat wurde und Anrecht auf ein privates Dienstfahrzeug hatte, kaufte ihm der Bund das Auto als Occasion ab – und sparte Geld.

2025 gab es für Parmelin nun ein neues Auto auf Staatskosten. Doch während andere Bundesräte wie Ignazio Cassis oder Doris Leuthard BMW wählten, blieb Parmelin der Marke Mazda treu. Er griff allerdings zu einem noch kleineren Modell, dem Mazda 3.

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