Viel Arbeit für nichts
Diese Kantone bereiten schon mal eine Bundesratsfeier vor

In sechs Wochen steht fest, wer für Guy Parmelin in den Bundesrat nachrücken wird. Einige Heimatkantone der acht Kandidierenden legen mit der Planung der Feier schon mal los. Auch wenn die Vorbereitung mit grosser Wahrscheinlichkeit vergeblich sein wird.
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Wird ein neuer Bundesrat gewählt, scheut der Heimatkanton keine Mühe.
Foto: Keystone

Darum gehts

  • Zug und Aargau planen bereits Wahlfeiern für Aeschi und Gallati, obwohl das SVP-Ticket offen ist
  • Genf, Bern, Wallis und Solothurn warten auf das SVP-Ticket, Tessin plant keine separate Feier
  • Der Bund macht kein Pflichtenheft, frühere Empfänge kosteten 120'000 bis 478'589 Franken pro Fest
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Leandra SommarugaRedaktorin Politik

Am 9. Dezember werden vor dem Bundeshaus die Korken knallen: Ein neues Bundesratsmitglied ist gewählt. Ein paar Tage später wartet auf den Sieger oder die Siegerin im Heimatkanton die grosse Party: Musik, Buffet, Bankett, Ton-Licht-Bühnentechnik, Sicherheitsdienst. Alles drum und dran. Eine gebührende Bundesratsfeier will vorbereitet sein.

Doch wann damit anfangen? Welche Kandidierenden die SVP-Fraktion zur Wahl vorschlägt, ist erst am 20. November klar – keine drei Wochen vor der Entscheidung. Drum machen sich manche Kantone schon jetzt ans Werk, wie Blick erfahren hat.

Zug und Aargau legen bereits los

Aktuell gibt es acht Bewerbungen aus sieben Kantonen. Wer bereits mit der Vorbereitung beginnt, tut dies mit grosser Wahrscheinlichkeit vergeblich.

Und dennoch: Der Kanton Zug hat mit der Grobplanung der Wahlfeier trotzdem schon mal angefangen, wie die Staatskanzlei auf Anfrage schreibt. Der Kanton ist darin noch in Übung. Erst im März 2025 konnte Zug die Wahl von Martin Pfister (63, Mitte) feiern. Dass Thomas Aeschi (47) noch nicht entschieden hat, ob er sich als Bundesratskandidat überhaupt zur Verfügung stellen will, scheint die Festlaune nicht zu mindern.

Auch der Kanton Aargau hat die nötige Planung der Bundesratsfeier für Jean-Pierre Gallati (60) schon mal an die Hand genommen, wie die Aargauer Staatskanzlei bestätigt.

Zurückhaltender geben sich die Kantone Genf (hier steigt Céline Amaudruz, 47, ins Rennen), Bern (Pierre Alain Schnegg, 63), Wallis (Franz Ruppen, 55, und Michael Graber, 45) und Solothurn (Rémy Wyssmann, 59). Dort will man abwarten, bis das offizielle Kandidatenticket der SVP feststeht, bevor Vorbereitungen gestartet werden.

Und im Tessin will man gar keine spezielle Wahlfeier planen, wie Blick erfahren hat: Sollte der Kanton mit Marco Chiesa (52) einen zweiten Sitz im Bundesrat erhalten, würden die Feierlichkeiten kurzerhand mit jenen zur Wahl von Ignazio Cassis (65, FDP) zum Bundespräsidenten verbunden. Die Vorbereitungen für dieses Fest laufen bereits.

Zwischen 120'000 und 480'000 Franken für Bundesratsfeier

Wie ein neues Bundesratsmitglied in seiner Heimat empfangen werden soll, liegt in der Verantwortung des entsprechenden Kantons. Ein Pflichtenheft vom Bund dafür gibt es nicht. Dieser informiert lediglich über den Ablauf der Wahl, die Organisation des Extrazugs und den Termin für den offiziellen Empfang im Heimatkanton. Dieser ist auf den 17. Dezember festgelegt.

Wie frei die Kantone über den Empfang eines neuen Bundesratsmitglieds bestimmen können, zeigt auch ein Blick auf die Ausgaben für die vergangenen Bundesratsfeiern: So kostete die Bundesratsfeier von Albert Rösti (59, SVP) im Dezember 2022 den Kanton Bern 120'000 Franken. Diesen Betrag zahlte der Kanton Zug allein an die Migros Luzern für Apéro, Abendessen und Getränke der Martin-Pfister-Bundesratsfeier. Insgesamt liess der Kanton für das Fest im März 2025 478'589 Franken springen.

Ähnliche Auslagen hatten der Kanton Tessin und der Kanton Wallis für die Bundesratsfeiern von Ignazio Cassis 2017 und Viola Amherd (64) 2018. In diesen Kantonen kostete der Empfang 226'000 respektive 250'000 Franken.

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