Darum gehts
- Kriminalität in der Schweiz nimmt 2025 um 1,5 Prozent auf 554'963 Straftaten ab
- Zahl der Tötungsdelikte steigt auf 55, schwere Gewaltstraftaten nehmen weiter zu
- Weniger Vermögensdelikte, aber 128 Einbrüche pro Tag
Die Zahl der Straftaten nimmt leicht ab! 554'963 Straftaten gemäss Strafgesetzbuch wurden im Jahr 2025 polizeilich registriert. Das sind 1,5 Prozent weniger als im Vorjahr, wie die neue polizeiliche Kriminalstatistik des Bundesamts für Statistik zeigt. Das geht insbesondere auf den Rückgang der Vermögensstraftaten um 3,5 Prozent zurück.
Das Total der Straftaten von 2025 ist damit auf ähnlichem Niveau wie 2009, als die Kriminalstatistik in ihrer heutigen Form zum ersten Mal publiziert wurde. Damals lag die Zahl der Straftaten bei 553'421 Fällen. Im Verhältnis zur Bevölkerungszahl zeigt sich, dass 2009 rund 72 Straftaten pro 1000 Einwohnerinnen und Einwohner in der Schweiz geschahen, 2025 deren 61.
Mehr Tötungsdelikte und Vergewaltigungen
Gewaltstraftaten wurden 2025 insgesamt 49'915 verzeichnet (+2 Prozent). Die schweren Gewaltstraftaten sind im Vergleich zum Vorjahr um 8,1 Prozent auf 2654 Straftaten gestiegen. Ein Anstieg von 29,1 Prozent auf ein Total von 1402 Straftaten wurde bei den Vergewaltigungen verzeichnet.
Im Jahr 2025 registrierte die Polizei 22'066 Straftaten im häuslichen Bereich. Im Vergleich zum letzten Jahr stieg die Zahl um 4,4 Prozent an. Zu den häufigsten Straftaten zählen Tätlichkeiten (6706 Straftaten), Drohungen (4406 Straftaten), Beschimpfungen (4095) sowie einfache Körperverletzungen (2470 Straftaten).
Die 55 vollendeten Tötungsdelikte im Jahr 2025 liegen über dem Mittelwert der durchschnittlich pro Jahr polizeilich registrierten 48 Tötungsdelikte seit 2009. In den Jahren 2013 und 2015 wurden mit jeweils 57 vollendeten Tötungsdelikten die höchsten Werte verzeichnet. Von den 55 getöteten Personen waren 32 weiblich.
In 34 Fällen wurde das Tötungsdelikte innerhalb einer bestehenden oder ehemaligen Partnerschaft oder der Familie verübt. Die Opfer von Tötungsdelikten im häuslichen Kontext waren auch 2025 zu 74 Prozent weiblich. Dies entspricht dem durchschnittlichen Anteil der in den vergangenen 17 Jahren getöteten weiblichen Personen.
Bei den getöteten Personen in einer (ehemaligen) Partnerschaft handelt es sich um 19 Frauen und zwei Männer. In Familien- oder anderen Verwandtschaftsbeziehungen wurden sechs Minderjährige, vier Frauen und drei Männer getötet.
Weniger Diebstähle, aber mehr Einbrüche
Im Bereich Vermögensdelikte wurden insgesamt 369'735 Straftaten registriert. Nachdem in den drei Jahren zuvor jeweils ein Anstieg verzeichnet wurde, gab es nun einen Rückgang um 3,5 Prozent. Das sind 13'540 Straftaten weniger als im Vorjahr.
Der Rückgang ist dabei auf verschiedene Kategorien zurückzuführen. Den grössten Anteil innerhalb der Vermögensstraftaten macht Diebstahl mit 154'041 Straftaten. Anders als im Jahr zuvor, in welchem bei den meisten Diebstahlformen ein Anstieg zu beobachten war, zeigt sich für das Jahr 2025 ein Rückgang um 5,3 Prozent).
Besonders zurückgegangen sind der Fahrzeugeinbruchdiebstahl (-18,8 Prozent), der Diebstahl ab/aus Fahrzeugen (-17 Prozent) sowie der Taschendiebstahl (-15,5 Prozent). Weiter wurden weniger gestohlene Fahrzeuge (-4,9 Prozent), weniger Sachbeschädigungen (-3,2 Prozent) sowie weniger Betrugsstraftaten registriert (-5,1 Prozent).
Die Zahl der Einbruch- und Einschleichdiebstähle hingegen stieg im Jahr 2025 um 1,2 Prozent auf 46'636 Straftaten. Dies entspricht durchschnittlich 128 Einbruch- und Einschleichdiebstählen pro Tag (2024: 126).
Cyberkriminalität bleibt hoch
Für das Jahr 2025 wurden 57'761 Straftaten mit einem digitalen Tatvorgehen erfasst. Dies entspricht im Vergleich zum Vorjahr einem leichten Rückgang von 2 Prozent. Mit 54'247 Straftaten machte die Cyber-Wirtschaftskriminalität den grössten Anteil aus, wobei insgesamt 36'572 geschädigte Personen registriert wurden. Dies wurden hauptsächliche Opfer von Online-Betrug.
Differenziert nach Geschlecht zeigt sich, dass männliche Personen häufiger von Online-Anlagebetrug, nicht gelieferten Waren auf Kleinanzeigenplattformen sowie Vorschussbetrug betroffen waren, während mehr weibliche Personen als Geschädigte von falschen Unterstützungsanfragen und Romance Scam erfasst wurden. Insgesamt war dabei die Altersgruppe der über 60-Jährigen am stärksten betroffen.
Zu einer weiteren digitalen Deliktsform zählt das Erpressen von Geld mit Bild- und Videomaterial, sogenanntes Sextortion. Im Jahr 2025 waren neun von zehn geschädigten Personen männlich. Fast ein Drittel aller geschädigten Personen von Sextortion waren minderjährig.
Über 90'000 beschuldigte Personen
Insgesamt wurden 92'147 Personen wegen einer Straftat gegen das Strafgesetzbuch polizeilich registriert. 38'821 davon sind Schweizer Staatsangehörige, was einen Anteil von 42,1 Prozent ausmacht. Der Rest entfällt auf ausländische Staatsangehörige: 29'725 Personen ausländische Staatsangehörige der ständigen Wohnbevölkerung (32,3 Prozent) , 5386 Personen aus die Asylbevölkerung (5,8 Prozent) sowie 18'215 übrige Ausländerinnen und Ausländer (19,8 Prozent).
Während bei den Schweizer Staatsangehörigen die Zahl der beschuldigten Personen auf ähnlichem Niveau (-0,3 Prozent) geblieben ist, wurden bei der ständigen ausländischen Wohnbevölkerung 2,9 Prozent und bei den übrigen Ausländerinnen und Ausländern 1,3 Prozent mehr beschuldigte Personen als im Vorjahr verzeichnet. Die Zahl der beschuldigten Personen aus der Asylbevölkerung ist um 12,4 Prozent gesunken.
In der polizeilichen Kriminalstatistik werden seit 2009 sämtliche Straftaten in der Schweiz gemäss Strafgesetzbuch, Betäubungsmittelgesetz sowie Ausländer- und Integrationsgesetz nach einheitlichen Vorgaben erfasst. Ab heute informieren auch die Kantone über ihre jeweiligen kantonalen Kriminalstatistiken für das letzte Jahr.