Brisante Pläne kommen ans Licht!
Armee will alte Bunker reaktivieren

Verteidigungsminister Martin Pfister will die Schweiz für den Ernstfall bereit machen: Alte Bunker sollen deshalb jetzt reaktiviert werden. Was hinter den Plänen aus Bern steckt.
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Relikte des Kalten Kriegs: Unter dem Schweizer Boden befinden sich bis zu 20'000 Anlagen. Eine genaue Zahl ist nicht bekannt.
Foto: Thomas Meier

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Bund will alte Bunker reaktivieren wegen Sicherheitslage in Europa
  • Studie prüft kostengünstige Nutzung für Lagerung und Produktion kritischer Güter
  • Schweiz besitzt laut Quellen rund 20'000 ehemalige Verteidigungsanlagen

Sie liegen im Tiefschlaf. Alte, nicht mehr genutzte Bunker der Armee. Munitionskavernen, Militärspitäler, Flugzeugkavernen, Truppenunterkünfte oder Kommandoposten schlummern unter dem Schweizer Boden.

Jetzt will der Bund alte unterirdische Bunker reaktivieren – und das vielleicht sogar im grossen Stil. Armee-Sprecher Mathias Volken bestätigt die Pläne gegenüber Blick: «Die Wiederinbetriebnahme dezentral in der Schweiz verteilter unterirdischer Anlagen wird umfassend geprüft.»

«Geschützte Lagerfläche» gesucht

Der Grund: die verschlechterte Sicherheitslage in Europa. Seit Monaten warnt Verteidigungsminister Martin Pfister (62, Mitte), dass sich die Schweiz dringend gegen mögliche Gefahren aus Russland rüsten müsse. Der Tenor in Europa: Schon 2028 könnte Russland die Kriegsbereitschaft seiner Armee massiv gestärkt haben und Europa zu destabilisieren versuchen, etwa mit Attacken auf die kritische Infrastruktur.

Dafür hat der Bund nun einen Auftrag öffentlich ausgeschrieben. Eine Studie soll zeigen, wie unterirdische Armee-Anlagen möglichst einfach, günstig und alltagstauglich wieder in Betrieb genommen werden können. Der Bund will dafür wenig Geld ausgeben müssen. Es soll so viel wie möglich übrig bleiben, um andere Rüstungsgüter zu kaufen.

Gesucht wird vor allem «geschützte Lagerfläche», wie es aus Bern heisst. Verbrauchsmaterial, Ersatzteile, Arzneimittel, elektronische Geräte, Gefahrgut oder auch Munition sollen dort sicher abgestellt werden können. Aber auch die geschützte Produktion oder Montage von kritischen Gütern wird angedacht. Man will aber weder eine vollständige Sanierung noch fertige Lagersysteme. Es soll zweckmässig sein.

Kommt die «Schweiz unter Tag» zurück?

Um wie viele Anlagen es geht, will die Armee «aus Gründen des Informationsschutzes» nicht sagen. «Betreibbar» sein müssen die Anlagen für «Personal, das nicht über längere Spezialausbildungen verfügt».

Die neuen Berner Pläne markieren eine Kehrtwende. Die «Schweiz unter Tag» gehörte jahrzehntelang quasi zur DNA des Landes. Während des Zweiten Weltkriegs und vor allem im Kalten Krieg baute die Schweiz ein riesiges Netz militärischer Infrastruktur auf – vom Réduit in den Alpen über Munitionskavernen bis hin zu Militärspitälern und unterirdischen Kommandoposten.

Wie viele unterirdische Militäranlagen die Schweiz genau besitzt, wurde öffentlich nie bekannt. Historische Quellen sprechen von rund 20'000 «Objekten der Verteidigung», die vor den Armeereformen in den vergangenen Jahrzehnten im Einsatz standen. Mit dem Ende des Kalten Kriegs wurden zahlreiche Anlagen stillgelegt, verkauft oder zurückgebaut.

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