Beste Steuerzahlerin weg
Millionensegen für Kriens LU – trotzdem drohen rote Zahlen

Kriens mauserte sich in den letzten Jahren zu einer der finanzstärksten Gemeinde des Kantons Luzern. Dank der Pharmafirma MSD, die massig Steuern abgeliefert hat. Diese zügelte dieses Jahr weg. Damit verdüstert sich der Krienser Finanzhimmel.
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Kriens LU durfte sich in den letzten Jahren über riesige Überschüsse freuen.
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Kriens LU verzeichnet 96 Millionen Franken Überschuss 2025
  • Mit der Pharmafirma MSD Schweiz zieht die beste Steuerzahlerin weg
  • Ab 2027 rechnet die Stadt mit roten Zahlen
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Ruedi StuderBundeshaus-Redaktor

Millionensegen für Kriens LU! Satte 96 Millionen Franken Überschuss verzeichnet die Stadtkasse für das vergangene Jahr – anstelle eines budgetierten 14-Millionen-Defizits. Damit verfügt die Gemeinde mittlerweile über ein Nettovermögen von über 5000 Franken pro Einwohner.

Zu verdanken hat die Stadt das deutliche Plus höheren Steuereinnahmen. 15 Millionen mehr als veranschlagt gab es von den natürlichen Personen, von Firmen gabs sogar 78 Millionen Franken zusätzlich. Grund dafür seien vor allem nachträgliche Steuerzahlungen, wie das Onlineportal Zentralplus berichtet.

Pharmafirma schenkt ein

Dabei schenkten besonders die Abgaben der Pharmafirma MSD Schweiz ein. Als beste Steuerzahlerin der Gemeinde sorgte sie schon in den beiden Vorjahren für happige Überschüsse in der Stadtkasse.

Damit mauserte sich Kriens in den letzten Jahren zu einer der finanzstärksten Gemeinden des Kantons Luzern. Eine Nettoschuld von 128 Millionen Franken im Jahr 2020 verwandelte sich in ein Nettovermögen von 157 Millionen Franken im letzten Jahr. Damit verfügte die Stadt Ende 2025 über ein freies Eigenkapital von über 300 Millionen Franken.

Fette Jahre vorbei

Bloss, die fetten Jahre sind vorbei: Die Firma MSD hat Kriens per Anfang April den Rücken gekehrt und ist nach Luzern gezügelt. Für dieses Jahr ist ein letzter MSD-Millionensegen eingeplant. Doch ab 2027 muss sich Kriens auf rote Zahlen einstellen – schon nächstes Jahr könnte das Defizit bis zu 30 Millionen Franken betragen. 

Vorerst kann die Stadt aber von den Reserven zehren. «Wir befinden uns in einer komfortablen Situation, um eine kommende Durststrecke bis 2030 erfolgreich zu meistern», wird Finanzvorsteher Roger Erni in einer Mitteilung zitiert.

Nun gelte es, die finanzielle Stabilität der Stadt langfristig zu sichern und die kommenden Herausforderungen zu bewältigen. Für Kriens heisst es wohl schon bald: Gürtel enger schnallen!

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