Das waren die grössten Sechseläuten-Pannen
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Seuche, Diebstahl, Wind:Das waren die grössten Sechseläuten-Pannen

500'000 Franken für den Böögg
Luzerner Regierung verteidigt teuren Sechseläuten-Gastauftritt

Der Kanton Luzern plant 2027 einen Gastauftritt beim Zürcher Sechseläuten – finanziert mit 500'000 Franken aus dem Lotteriefonds. SP-Kantonsrätin Caroline Rey kritisiert die Mittelverwendung und fordert eine alternative Finanzierung.
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Zum Sechseläuten wird jeweils ein Gastkanton eingeladen.
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Der Kanton Luzern plant 2027 einen Gastauftritt beim Zürcher Sechseläuten
  • SP-Kantonsrätin kritisiert Lotteriefonds-Finanzierung im Umfang von 500'000 Franken
  • Graubünden bezahlte 2026 ebenfalls 500'000 Franken, Appenzell Ausserrhoden 2024 sogar über 600'000
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Tobias BruggmannRedaktor Politik

Am Montag ist es wieder so weit: Die ganze Schweiz schaut nach Zürich auf den Böögg. Explodiert der Kopf des Schneemanns schnell, wirds ein schöner Sommer, braucht er lange, wirds ein schlechter.

Zu dieser traditionellen Wetterprognose gehören auch verschiedene Anlässe wie Musik und Ausstellungen. Seit 1991 gibt es einen Gastkanton. In diesem Jahr ist es der Kanton Graubünden. Der Gast im nächsten Jahr wirft seinen Schatten voraus.

Zahlungen aus dem Lotteriefonds?

Der Kanton Luzern soll sich 2027 in Zürich zeigen. Das Vergnügen gibt es aber nicht gratis: Eine halbe Million Franken ist aus dem Lotteriefonds budgetiert. Daran stört sich SP-Kantonsrätin Caroline Rey (38). «Das ist eine beträchtliche Summe, die anderweitig gewinnbringender eingesetzt werden könnte», schreibt sie in einem Vorstoss. «Dem Lotteriefonds wurden in den letzten Jahren immer mehr Ausgaben überwälzt, was in anderen Bereichen wie beispielsweise bei Beiträgen für soziale und kulturelle Projekte zu einer Verknappung der Mittel führte.» Die Regierung soll das Geld besser anderweitig verwenden oder zumindest eine andere Finanzierung prüfen. 

Doch die Regierung will nichts davon wissen. Zuerst hatte die «Luzerner Zeitung» darüber berichtet. Der Regierungsrat schreibt in seiner Antwort, das Gesetz erlaube, Gelder aus dem Lotteriefonds für Anlässe wie das Sechseläuten zu nutzen. «Der vom Kanton Luzern geplante Gastkantonauftritt ist als Kultur- und Brauchtumsprogramm ausgestaltet und dient der kulturellen Vermittlung sowie der Teilhabe der Bevölkerung.» Über das ganze Wochenende seien Auftritte von Luzerner Künstlern geplant. Ziel sei es, den «musikalischen und kulturellen Fussabdruck» von der Tradition bis zur Moderne sichtbar zu machen.

2015 verzichtete Luzern

Es ist nicht das erste Mal, dass die Kosten für solche Gastauftritte für Diskussionen sorgen. Wie der «Tages-Anzeiger» berichtet, kostet der diesjährige Auftritt des Kantons Graubünden ebenfalls eine halbe Million. Der Kanton Appenzell Ausserrhoden investierte 2024 sogar über 600'000 Franken. 2015 verzichtete ausgerechnet der Kanton Luzern kurzfristig auf die Teilnahme – aus finanziellen Gründen.

Und auch die Gastauftritte an anderen Grossanlässen geben regelmässig zu reden. An der St. Galler Olma hätte 2024 eigentlich der Kanton Tessin auftreten sollen. Doch auch er verzichtet wegen des Geldes. Also sprang St. Gallen selbst ein – zu Gast im eigenen Kanton. Doch dass der Olma-Auftritt ebenfalls aus dem Lotteriefonds finanziert wurde, kam im Kantonsrat nicht gut an, wie das «St. Galler Tagblatt» berichtete. Am Ende blieb die Opposition – hauptsächlich aus der SVP – aber chancenlos.

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