Auch wegen Wohnungsnot
Stadt Thun will 50 Millionen Franken für Immobilienkäufe

Der Gemeinderat der Stadt Thun will einen Rahmenkredit von 50 Millionen Franken für Immobilienkäufe schaffen. Das sei für die «Umsetzung strategischer Ziele» relevant – etwa mit Blick auf den Wohnraum. Auch andere Städte kaufen immer mehr Liegenschaften.
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In vielen Städten gibt es nur wenig freie Wohnungen – so auch in Thun. Jetzt will der Gemeinderat mehr Wohnungen und Liegenschaften kaufen.
Foto: Pius Koller

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Stadt Thun will 50-Millionen-Kredit für Immobilienkäufe
  • Der Gemeinderat kann eigenständig über Immobilienkäufe innerhalb des Kredits entscheiden
  • Auch andere Städte kaufen zunehmend Wohnraum
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Patrick GerberRedaktor Politik

Hohe Mieten, Platzmangel, Bevölkerungswachstum – in vielen Schweizer Städten wird der Wohnraum zunehmend knapper. So auch in Thun BE. Die Leerstandsziffer gehört zu den tiefsten in der Schweiz, wie die Stadt kürzlich festhielt. Der Gemeinderat hatte schon zuvor Handlungsbedarf festgestellt. Man wolle das Wohnen attraktiver machen und mehr Raum dafür schaffen, heisst es etwa in den Legislaturzielen der Stadt.

Um dieses Ziel zu erreichen, geht Thun einen speziellen Weg: Man wolle «gezielt strategisch wichtige bebaute und unbebaute Grundstücke oder Immobilien erwerben». Mit einem 50 Millionen Franken schweren Rahmenkredit für Immobilienkäufe will man diese Strategie künftig noch besser verfolgen können, heisst es bei der Stadt. Damit erhielte der Gemeinderat die Möglichkeit, «innerhalb eines vorgegebenen finanziellen Rahmens eigenständig über einzelne Immobilienkäufe zu entscheiden».

Die Laufzeit des Kredits soll zehn Jahre betragen. Falls der Kredit vor Ablauf der zehn Jahre ausgeschöpft sein sollte, kann er erhöht werden. Die Stimmbevölkerung wird über die Vorlage entscheiden. 

Kantone und Städte als Immo-Mächte

Auch andere Schweizer Städte und Kantone kaufen zunehmend Wohnungen und Liegenschaften. So stimmte etwa die Stadt Luzern am 14. Juni über eine SP-Initiative ab, die ein Vorverkaufsrecht bei Mehrfamilienhäusern und Überbauungen einführen will. Die Initiative wurde mit 67,48 Prozent klar angenommen. Das Vorverkaufsrecht wird Anfang 2027 eingeführt.

Im Kanton Waadt wurde dieses bereits 2020 eingeführt – und in der Stadt Lausanne bis jetzt 15-mal angewendet. Langfristig sollen die Wohnungen an Genossenschaften übertragen werden. 

Ein wichtiger Akteur im Immobilienbusiness ist auch die Stadt Zürich. Sie verwaltet mehr als 10'000 Wohnungen und besitzt vier Wohnstiftungen. Bis 2050 soll der Anteil an gemeinnützigen Wohnungen von aktuell rund 27 Prozent auf ein Drittel steigen. Das beschloss die Stimmbevölkerung bereits 2011. 

Der Kanton Basel-Stadt gab derweil im Mai bekannt, 600 Wohnungen in Kleinbasel erwerben zu wollen. Damit solle bezahlbarer Wohnraum sichergestellt werden. Die Bürgerlichen kritisierten dieses Vorgehen scharf. Auch hier werden die Wohnungen später an Genossenschaften abgegeben.

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