Junge SVP wirbt mit Kriegsszenario für Neutralitäts-Initiative
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«Damit es nie so weit kommt»:Junge SVP wirbt mit Kriegsszenario

Atombombe und tote Schweizer Soldaten
Junge SVP schockiert mit Kampagnenvideo

Ein Video der Jungen SVP zur Neutralitätsinitiative zeigt die Schweiz im Krieg und provoziert heftige Reaktionen. Politiker kritisieren die Kampagne als geschmacklos und als Werbung für Putins Interessen.
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Das Kampagnenvideo der jungen SVP beginnt mit einer Fake-«Tagesschau»-Sendung.
Foto: Screenshot Youtube

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • JSVP schockiert mit Kriegsvideo für Neutralitätsinitiative
  • Politiker kritisieren Film als Angstkampagne und prorussisch
  • Neutralitäts-Initiative könnte laut Kritikern Kriegsrisiken in Mitteleuropa erhöhen
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Riccarda CampellRedaktorin Politik

«Die Schweiz steht im Krieg», sagt ein vermeintlicher SRF-«Tagesschau»-Moderator und blickt besorgt in die Kamera. Im Hintergrund heulen Sirenen. Über der Stadt Bern steigt ein Atompilz auf.

Das Bild wechselt zu einer Mutter, die ihrem Sohn ein Foto von sich mitgibt. Er muss in den Krieg ziehen. «Es passiert schon nichts», sagt er und versucht, sie zu beruhigen. Trotzdem steckt er das Foto ein.

Schnitt.

Schüsse. Explosionen. Blutüberströmte Schweizer Soldaten. Schliesslich bleibt nur noch eine blutige Hand, die das Foto festhält. Der Bildschirm wird schwarz.

Diese Szenen stammen nicht aus einem Action-Horrorfilm, sondern aus einem Kampagnenvideo der Jungen SVP für die Neutralitätsinitiative, über das «20 Minuten» zuerst berichtete. Mit dem Film will Parteipräsident Nils Fiechter (30) bewusst provozieren. «Wir wollen die Jungen wachrütteln: Krieg ist nichts Schönes, es darf nie so weit kommen!», sagt er gegenüber Blick.

Politiker, die sich in «fremde Händel einmischen», würden die Gefahr erhöhen, dass die Schweiz in fremde Kriege hineingezogen werde. «Doch nicht sie sind es, die im Kriegsfall den Kopf hinhalten müssen – es sind unsere Jungen, die einrücken und für die Fehler der Politik sterben müssen.»

«Dieser Film ist eine lupenreine Angstkampagne»

Das Video sorgt in Bundesbern für Empörung. «Bei diesem Film handelt es sich um eine lupenreine Angstkampagne», sagt Mitte-Nationalrat Nicolò Paganini (60) gegenüber Blick. Ein Krieg in Mitteleuropa sei leider kein Szenario, das sich ausschliessen lasse. «Aber gerade die Neutralitätsinitiative erhöht die Kriegsrisiken für den Westen, weil sie einzig im Interesse von Wladimir Putin ist», sagt er. Nicht umsonst mische sich Russland in unseren Abstimmungskampf ein und unterstütze die Initiative. «Die Junge SVP will Putin von Sanktionen entlasten. Das macht die Schweiz unsicherer statt sicherer.»

Ähnlich scharf fällt die Kritik von Grünen-Nationalrätin Irène Kälin (39) aus. Sie bezeichnet das Video als «grotesk» und fern jeder Realität. «Während ukrainische Mütter um ihre Söhne weinen und echte Schützengräben Menschen das Leben kosten, inszeniert die JSVP die Schweiz als Kriegsopfer», sagt sie. «Das ist nicht nur geschmacklos – die Neutralitätsinitiative zielt direkt gegen die Ukraine, stärkt Russland und isoliert uns.»

Noch grundsätzlicher kritisiert SP-Nationalrat Fabian Molina (36) die Botschaft des Videos. «Einen Krieg verhindert man, indem man aktiv den Frieden schützt», sagt er. «Die SVP tut das Gegenteil und fördert den Krieg, indem sie wieder mit Putins Regime Geschäfte machen und den Verkauf von Kriegsmaterial in Kriegsgebiete erlauben will.» Für Molina hat das konkrete Folgen: «Damit bringt die SVP die Söhne von Müttern auf der ganzen Welt in Gefahr.»

Auch für seine Ratskollegin Nina Schläfli (36) ist die Botschaft der Initiative eine andere, als die JSVP suggeriere: «Dieses Video führt die Stimmbevölkerung erneut in die Irre.» Bei der SVP-Initiative gehe es nicht um Frieden, sondern nur um eines: «Sanktionen aufheben und Geschäftemacherei mit Putin ermöglichen», so die Nationalrätin.

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