Darum gehts
- Schweizer Botschafter Olivier Bangerter sorgt in Teheran mit Alkoholaussage für Eklat
- Iranische Botschaft in Bern sieht dies als Provokation gegen Mullah-Regime
- Schweizer Botschaftspersonal verliess Iran wegen Krieg
Ein Kühlschrank voller Alkohol mitten in Teheran – mit seiner Aussage an einer Medienkonferenz in Bern setzte sich der Schweizer Botschafter im Iran, Olivier Bangerter (55), in die Nesseln. So sieht es zumindest die iranische Botschaft in der Schweiz, die Bangerters Geständnis als Provokation gegen das Mullah-Regime auffasste.
Alkoholkonsum ist im muslimischen Land nämlich strengstens verboten. Auch in der Blick-Community sehen daher einige den Diplomaten-Vorrat als unnötiges Laster. Mit Diplomatie und Feinfühligkeit habe das wenig zu tun, tönt es aus der Kommentarspalte.
Community sieht Doppelmoral
«Und das soll ein Diplomat sein – unverständlich!», schreibt Leser Hansruedi Rüdisühli. Markus Waser unterstellt Bangerter zudem, sich in aller Öffentlichkeit um Kopf und Kragen zu reden. Andere sehen gar ein grundsätzliches «Personalproblem» in den Reihen des Eidgenössischen Aussendepartements.
Trotzdem: Ein Grossteil der Community kehrt den Spiess um. «Wir sollen uns an ihre Gesetze halten?», fragt Leser Patrick Fluri. Er bezweifelt, dass dies umgekehrt genauso der Fall wäre. Das sieht auch Jan Bruden so: «Wäre doch spannend, mal zu erfahren, was denn die iranischen Botschafter in den westlichen Ländern alles so machen, was sie laut iranischem Gesetz nicht dürfen.»
Grössere Probleme als Alkohol
Sowieso hat die Diplomatie für die Blick-Community ihre Grenzen: «Wir müssen aufhören, uns immer rechtfertigen zu müssen», schreibt Sascha Zimmermann. Dem US-Präsidenten Donald Trump (79) sei es nämlich auch egal, was andere denken oder meinen.
Für viele Leserinnen und Leser ist das Gezanke um den Alkohol sowieso nur ein belangloser Nebenschauplatz. «Ich denke, der Iran hat aktuell grössere Probleme als ein Kühlschrank mit Wein und Bier …», schreibt Joe Hostettler.
Botschafter Bangerter und seine Mitarbeiter mussten aufgrund des Iran-Kriegs bereits selbst das Land fluchtartig verlassen. Die Alkoholanekdote ist für einige dennoch ein Grund für Witze: «Ohne Alkohol verträgt man dieses Theater vermutlich nicht», schreibt Leser Dieter Graf.