Darum gehts
- Frauenanteil im bernischen Grossen Rat stieg am 29. März von 39,4 auf 46,3 Prozent
- Nur im Kanton Neuenburg bilden Frauen die Mehrheit im Parlament
- Im Nationalrat ist der Frauenanteil seit 2023 bei 38,5 Prozent, im Ständerat sind es 34,8 Prozent
Die Frauen sind die grossen Gewinnerinnen bei den Berner Parlamentswahlen – von links bis rechts: Ihr Anteil im Grossen Rat stieg am vergangenen Wochenende von 39,4 auf 46,3 Prozent. Neu sitzen im Parlament 74 Frauen und 86 Männer.
Bern ist damit kein Einzelfall. Auch in anderen Kantonen ist der Frauenanteil in den Parlamenten bei den letzten Wahlen markant gestiegen – teils sogar noch stärker.
Besonders auffällig ist die Entwicklung in Graubünden (von 21,7 auf 33,3 Prozent Frauenanteil). Auch in Schwyz (von 9,0 auf 20,0 Prozent) und Schaffhausen (von 26,7 auf 36,7 Prozent) legte der Frauenanteil bei den letzten Wahlen deutlich zu. Das zeigen die Zahlen des Bundesamts für Statistik.
Grosse Unterschiede zwischen Kantonen
Bemerkenswert ist allerdings auch: 55 Jahre nach Einführung des Stimm- und Wahlrechts für Frauen stellen Politikerinnen erst in einem einzigen Kanton die Mehrheit – 54 Prozent beträgt der Anteil in Neuenburg. In allen anderen Kantonen sind weiterhin die Männer in der Überzahl. Nach Neuenburg weisen Bern (46,3 Prozent), Basel-Stadt (46,0 Prozent) und Zürich (43,9 Prozent) die höchsten Frauenanteile in den Parlamenten auf.
Auf den hinteren Rängen liegen – trotz der teilweise grossen Zunahme – Schwyz (20 Prozent Frauenanteil), Uri (21,9 Prozent), Appenzell Innerrhoden (22 Prozent) und Glarus (25 Prozent).
Auch im Bundesparlament ist der Frauenanteil über die Jahre deutlich gestiegen. Im Nationalrat lag er 1991 noch bei 17,5 Prozent, nach den Wahlen 2023 beträgt er 38,5 Prozent. Im Ständerat stieg der Anteil im gleichen Zeitraum von 8,7 auf 34,8 Prozent.
Im Kanton Bern brachten die Wahlen übrigens noch eine besondere Konstellation hervor: Die EVP verlor vier ihrer neun Sitze – abgewählt wurden aber ausschliesslich Männer. Damit ist die Partei im Grossen Rat neu nur noch mit Frauen vertreten.