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Sensation in Vaduz!
Frauen können neu Fürstin werden – aber nicht Marie

Bislang konnten nur Männer Fürst im Fürstentum Liechtenstein werden. Zum Nationalfeiertag ändert das Fürstenhaus die Tradition.
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Das Fürstentum Liechtenstein ändert die Thronfolge. Künftig sind auch Frauen zugelassen.
Foto: Keystone

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Liechtenstein ändert Hausgesetz: Thronfolge nun geschlechtsunabhängig geregelt
  • Erstgeborenes Kind wird künftig Fürst oder Fürstin, egal welches Geschlecht
  • Beschluss mit Zweidrittelmehrheit angenommen, Abtreibungsverbot bleibt bestehen
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Raphael RauchBundeshausredaktor

Ein Paukenschlag eröffnet den Nationalfeiertag in Liechtenstein: Das Fürstentum hat das Hausgesetz geändert! «Neu werden alle weiblichen Nachkommen des Fürstenhauses in hausgesetzlichen Fragen mit denselben Mitwirkungsrechten ausgestattet wie die männlichen. Ausserdem wird die Thronfolge umgestellt. Das bedeutet, dass künftig das jeweils erstgeborene Kind, unabhängig vom Geschlecht, Thronfolgerin oder Thronfolger und später Fürstin oder Fürst von Liechtenstein wird», teilte das Fürstentum mit. Der Beschluss sei mit der erforderlichen Zweidrittelmehrheit aller stimmberechtigten Mitglieder angenommen worden.

Regel gilt noch nicht für Marie Caroline

Was bedeutet das konkret? Erst einmal ändert sich nichts. Der Fürst ist nach wie vor Hans-Adam (81), der Erbprinz bleibt Alois (58) – und danach kommt weiterhin Prinz Wenzel (31) in der Thronfolge. Die neue Regel gilt, wie das Fürstenhaus am Samstag nach Missverständnissen klarstellte, erst für die nächste Generation, die noch gar nicht geboren ist.

Das heisst: Prinzessin Marie Caroline (29), die letztes Jahr geheiratet hat, kann nicht Fürstin werden. Sie würde, sollte ihr älterer Bruder aus der Thronfolge ausscheiden, übergangen – dann kämen ihre jüngeren Brüder zum Zuge. Die ungleiche Behandlung von Frauen und Männern bleibt also noch zwei Generationen lang bestehen. 

Trotzdem zeigt das Fürstentum mit der Reform: Es bleibt nicht in überkommenen Traditionen verhaftet, sondern passt sich der Welt von heute an – ohne bei allen Fragen mit der Zeit zu gehen. Bei Themen, die das katholische Lehramt zentral betreffen, bleibt der katholische Hochadel hingegen ganz auf Linie des Vatikans: Abtreibung bleibt im Ländle auch weiterhin verboten. Sollte das Volk das Abtreibungsverbot aufheben wollen, wird das fürstliche Veto dies weiterhin verhindern.

15.08.2026, 14.00 Uhr: In einer ursprünglichen Version war zu lesen, dass Prinzessin Marie Fürstin werden könnte. Diese Information ist falsch. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen. 

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