Fürstentum Liechtenstein
Rum und Ehre fürs Ländle

Von Trumps Coup in Caracas könnte auch Liechtenstein profitieren: Prinzessin Marie Caroline ist mit dem Spross einer venezolanischen Rumdynastie verheiratet.
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Traumhochzeit im Ländle: Am 30. August 2025 gaben sich Leopoldo Maduro Vollmer und Prinzessin Marie Caroline von und zu Liechtenstein das Jawort.
Foto: DUKAS

Darum gehts

  • Leopoldo Maduro Vollmer und Prinzessin Marie Caroline heirateten am 30. August 2025
  • Leopoldo stammt aus einer venezolanischen Rumdynastie, lebt und arbeitet in London
  • «Ron Santa Teresa 1796» wurde 2024 in Berlin zum «Rum des Jahres» gekürt
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Raphael RauchBundeshausredaktor

Es war die Traumhochzeit des Jahres! Am 30. August 2025 gaben sich Leopoldo Maduro Vollmer (35) und Prinzessin Marie Caroline von und zu Liechtenstein (29) in der Kathedrale von Vaduz das Jawort. Der venezolanische Investmentmanager brachte karibische Sonne und britische Eleganz mit ins Ländle, wo Diskretion und Noblesse Hand in Hand gehen.

Zwar teilt Bräutigam Leopoldo mit dem venezolanischen Diktator Nicolás Maduro (63) den Nachnamen, doch die beiden sind nicht verwandt. Für die Familie des Bräutigams könnten sich bald neue Perspektiven eröffnen. US-Präsident Donald Trump (79) liess Diktator Maduro verhaften und kündigte eine Ära des Aufbruchs an. Seitdem herrscht in Venezuela Goldgräberstimmung. Unternehmerfamilien, die früher das Land prägten, hoffen auf ein Comeback. Zu ihnen gehört auch die Familie des Bräutigams.

Nach England aufs Eliteinternat

Leopoldo Maduro Vollmer ist Sohn eines venezolanischen Geschäftsmanns und einer Kunstmäzenin. Sein Lebenslauf liest sich wie ein Who’s who der britischen Bildung: Nach der Jesuitenschule in Caracas ging es nach England aufs elitäre Harrow-Internat. Hier drückten einst Winston Churchill, der erste indische Ministerpräsident Jawaharlal Nehru oder König Hussein von Jordanien die Schulbank. Das Studium führte Leopoldo ins Vereinigte Königreich nach St Andrews und nach Cambridge. Heute arbeitet er als Investmentmanager in London und pflegt enge Verbindungen zu europäischen Vermögensverwaltern – ein Umfeld, das seinem Schwiegervater Erbprinz Alois von und zu Liechtenstein (57) bestens vertraut ist. Das Fürstenhaus hat im Ländle mit der eigenen Bank LGT ein Milliardenvermögen angehäuft und ist damit reicher als die Royals in London.

Leopoldo Maduro Vollmer entstammt einer traditionsreichen Unternehmerdynastie. Seine Vorfahren übernahmen im 19. Jahrhundert Venezuelas älteste Rumdestillerie, wo der «Ron Santa Teresa 1796» produziert wird. Die Hacienda Santa Teresa wurde 1796 als Zuckerrohrplantage gegründet und gilt als Ursprung Venezuelas ältesten Rumunternehmens. Der deutsche Kaufmann Gustav Julius Vollmer übernahm die Plantage um 1830 und initiierte die Rumproduktion. Der «Ron Santa Teresa 1796» steht auf den Karten internationaler Spitzenbars und wurde 2024 in Berlin zum «Rum des Jahres» gekürt.

Von Venezuela nach Florida

Aufgrund der sozialistischen Diktatur und der politischen Unsicherheit in Caracas beschlossen Leopoldos Eltern, Venezuela den Rücken zu kehren. Sie liessen sich in Palm Beach (Florida) nieder. In den USA übernahm Mutter Sofía eine leitende Position an der Society of the Four Arts, wo sie Kulturprogramme entwickelte. Vater Francisco managt die Familienbeteiligungen von Florida aus.

Früher wurden Habsburger in Lateinamerika erschossen – Erzherzog Maximilian von Habsburg, Kurzzeitkaiser von Mexiko, fand am 19. Juni 1867 ein blutiges Ende. Die Zeiten sind vorbei: Prinzessin Marie Caroline trug an ihrer Hochzeit die historische Habsburg-Fringe-Tiara – ein Erbstück aus dem Jahr 1890, das schon ihre Grossmutter Fürstin Marie bei ihrer eigenen Hochzeit 1967 getragen hatte.

Geld und Liebe

Die venezolanisch-liechtensteinische Traumhochzeit ist mehr als nur eine Liebesgeschichte. Das Fürstentum, dessen Vermögensverwaltung schon immer auf internationale Beziehungen setzte, könnte nun wertvolle Brücken in eine Region schlagen, die sich geopolitisch stabilisiert. Erwartet wird, dass mit den politischen Umbrüchen in Caracas die Sanktionen gelockert werden. Die Märchenhochzeit könnte so auch eine politische Note erhalten. Das Fürstenhaus will die Maduro-Verhaftung nicht kommentieren: «Wir bitten um Verständnis dafür, dass wir uns dazu nicht äussern.»

Die Liechtensteiner Aussenpolitik hingegen kritisiert Trumps Vorgehen in Venezuela. Als kleines Land profitiert Liechtenstein vom Völkerrecht und ist darauf angewiesen, dass die Souveränität von Staaten respektiert wird. Das Vaduzer Aussenministerium teilt mit: «Militärische Interventionen auf dem Hoheitsgebiet eines anderen Staates sind völkerrechtlich nur unter engen Voraussetzungen zulässig, etwa bei einem Mandat des UN-Sicherheitsrates oder im Rahmen des Selbstverteidigungsrechts. Nach dem derzeit bekannten Informationsstand ist eine solche Rechtfertigung im vorliegenden Fall nicht ersichtlich.»

Was das Brautpaar über die politischen Veränderungen denkt, ist unklar. So oder so: Ihre Traumhochzeit mit einem Tropfen Rum und einem Hauch Alpenluft könnte ein Vorgeschmack auf ein neues Kapitel venezolanisch-liechtensteinischer Beziehungen sein. Das Liebeskapitel hat bereits begonnen – nun ist das Geld dran.

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