«Das ist überhaupt nicht zulässig»
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Turotti zur Konventionalstrafe:«Das ist überhaupt nicht zulässig»

Tamy Glauser setzt OK-Mitglieder massiv unter Druck
20'000 Franken Strafandrohung der Zurich Fashion Week

Reto Turotti, Fotograf und OK-Mitglied der Zurich Fashion Week, wurde per Whatsapp entlassen. Grund: Er verweigerte die Unterschrift unter ein umstrittenes Geheimhaltungsdokument mit drakonischer Strafe von 20'000 Franken bei Verstössen.
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Tamy Glauser steht als Präsidentin der Zurich Fashion Week in Kritik.
Foto: ZFW

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Reto Turotti nach verweigerter Unterschrift von ZFW rausgeworfen
  • Der Fotograf akzeptiert die Strafandrohung von 20'000 Franken nicht
  • Zurich Fashion Week dementiert, dass Sponsorengeld verloren ging
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Flavia SchlittlerRoyal- und People-Expertin

Es ist der nächste Knall bei der Zurich Fashion Week. Dort, wo auf dem Laufsteg Glamour, Glitzer und grosse Träume verkauft werden, kracht es hinter den Kulissen gewaltig. OK-Mitglied Reto Turotti (64), der für den Mode-Event auch offizieller Fotograf war, ist per sofort hinausgeworfen worden. Mitgeteilt habe man ihm das nicht in einem persönlichen Gespräch. Sondern per Whatsapp. Die Nachricht ist unmissverständlich: Wer die vom Vorstand neu beschlossene Vertraulichkeitsvereinbarung (NDA) nicht unterschreibt, kann nicht länger Teil des Organisationsteams sein, das nun aus 20 Personen besteht, den Vorstand bildet ein Sechserteam. Blick liegt das brisante Dokument, das 14 Punkte umfasst, exklusiv vor.

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Besonders umstritten ist eine Klausel, die bei Verstössen eine Konventionalstrafe von je 20'000 Franken vorsieht. Diese wird unter anderem fällig, wenn Interna an Medien gelangen. Turotti hat das Dokument von einem Anwalt prüfen lassen. Dessen Urteil fällt vernichtend aus. Das NDA sei «einseitig zu deinem Nachteil formuliert», bemängelt er. Zudem sei die Summe zwar nicht illegal, doch unverhältnismässig hoch. Für ihn ein klarer Fall: In dieser Form unterschreibt er es nicht. «Mir kommt es wie eine Erpressung vor. Wer spricht, muss zahlen. Und sie könnten nach wie vor Misswirtschaft betreiben, ohne dass es öffentlich bekannt wird. Nicht mit mir», wettert der Szene-Fotograf.

Rauswurf per Whatsapp

In dem an ihn geschickten Rausschmiss-Whatsapp steht: «Bei der Regelung zur Konventionalstrafe sehen wir keinen Spielraum. Diese Bestimmung wurde bewusst so festgelegt und gilt für sämtliche Mitglieder des Organisationskomitees in identischer Form.» Die Unterzeichnung des NDA sei eine verbindliche Voraussetzung für die Mitarbeit im OK. «Da unsere Version für dich keine Option ist und deine vorgeschlagenen Anpassungen für uns in diesem wesentlichen Punkt ebenfalls nicht infrage kommen, finden wir hier leider keine gemeinsame Grundlage für eine weitere Zusammenarbeit. Aus diesem Grund endet deine aktive Tätigkeit im Organisationskomitee der Zurich Fashion Week per sofort, und wir werden die Zugänge zu den internen Kommunikations- und Arbeitsplattformen entsprechend sperren.»

Für die von Model und Unternehmerin Tamy Glauser (41) präsidierte Zurich Fashion Week ist es der nächste Eklat in einer Serie von Negativschlagzeilen, die den Modeanlass seit seiner Gründung 2024 begleiten. Denn die Probleme begannen nicht erst mit der Schweigeklausel. Blick machte bereits Anfang Mai massive Missstände publik. Dabei geht es etwa um offene Rechnungen, um ein Model, das gebucht wurde und nicht über den Laufsteg defilieren durfte, und um andere, die monatelang auf ihre Gagen warteten. Beteiligte schilderten ein Klima der Angst, Sponsoren blechten viel, am Schluss wurden ihre Produkte weder präsentiert, noch fanden sie am Mode-Event Mitte Februar im Zürcher Kongresshaus den Weg in die Geschenktaschen. Sie wurden teils gestohlen oder gingen schlicht vergessen.

Unrühmlich ist auch ein Vorfall aus Genf. Ein Vorstandsmitglied soll auf dem Balkon eines Luxushotels in Genf gekifft haben, die ganze Suite habe nach Haschisch gestunken. Die Folge: Das Zimmer musste gründlich gereinigt werden. Eine Nacht konnte nicht weiter verbucht werden. Koks-Exzesse sollen in Landquart GR stattgefunden haben. Der neue Schweizer Mode-Event, der neue internationale Akzente setzen wollte, flog immer hoch, die Macherinnen und Macher liessen es sich gut gehen, die Zeche zahlten die anderen. Oder teilweise noch niemand: Nachdem bereits mehrere Sponsoren abgesprungen sind, klafft gemäss Turotti ein finanzielles Loch von über 60'000 Franken, die Organisation suche mit Hochdruck neue Geldgeber.

Kampf ums Vertrauen

Mit diesen Vorwürfen konfrontiert sagt die Medienstelle gegenüber Blick: «Die Behauptung, der Zurich Fashion Week sei Sponsorengeld verloren gegangen, entspricht nicht den Tatsachen.»

Reto Turotti spart nicht mit seiner Rundumschlag-Kritik. «Respektlosigkeit ist ein zentrales Thema in diesem Verein», sagt er. Und weiter: «Genau so wurde ich zum Schluss abgeschossen.» Tatsache ist: Kein Schweizer Modeanlass hat in so kurzer Zeit für derart viele Nebengeräusche gesorgt. Tamy Glauser und ihr Team kämpfen nicht nur um Mode und Aufmerksamkeit, sondern zunehmend auch um Vertrauen.

Zwischen frustrierten Models, Casting-Kritik, Drogenvorwürfen im Hotel, Sponsoren-Sorgen, Sicherheitsfragen und einem OK-Rauswurf via Whatsapp wird das Bild immer brüchiger. Auf dem Laufsteg bleibt der Glamour. Hinter den Kulissen wächst der Eindruck einer Organisation, die ihre eigenen Versprechen kaum noch einlösen kann. Und doch machen die Organisatoren weiter. Bereits haben sie ihren nächsten grossen Event angekündigt, der vom 10. bis 14. Februar 2027 wieder im Zürcher Kongresshaus stattfinden soll. Reto Turotti meint dazu lediglich: «Wenn es die Zurich Fashion Week bis dann noch gibt.»

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