Glamouröse Eröffnung im Kongresshaus
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Zurich Fashion Week:Die grosse Eröffnungsfeier im Kongresshaus

Dillier kritisiert, Gründer verärgert
Opening von Zurich Fashion Week «eine Katastrophe»

Der Gründer der Zurich Fashion Week, Remo Schmid, wird herausgeschickt. Und auch Vera Dillier findet fast keinen Platz. Den Start der Zurich Fashion Week bezeichnet sie als «Katastrophe»
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Vereins Präsidentin Tamy Glauser und Gründer Remo Schmid an der letzten Zurich Fashion Week – diesmal musste der Gründer den Auftakt seines Lebenswerks von draussen verfolgen.
Foto: Reto Turotti

Darum gehts

  • Zurich Fashion Week Eröffnung am 11. Februar mit Chaos und Glamour
  • Gründer Remo Schmid ausgeschlossen trotz Verbindung und Vision für Event
  • Rund 800 Gäste warteten stundenlang wegen Ticket- und Logistikproblemen
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.

Unschöne Szenen am Opening der Zurich Fashion Week am Mittwochabend. Die geladenen rund 800 Gäste quetschen sich durch den Saaleingang vom Zürcher Kongresshaus. Doch Remo Schmid (39) Gründer der ZFW, wie Modevent abgekürzt heisst, wird kurz nach seinem Eintreffen wieder herausgeworfen. Luxuslady Vera Dillier, die ihr Alter nicht lesen möchte, beschwert sich über etwas ganz anderes. «Es war eine Katastrophe!» entrüstet sie sich.

Der Reihe nach. Wie Blick letzte Woche berichtete, krachte es hinter den Kulissen. Vereinspräsidentin Tamy Glauser (41) informierte über das Ausscheiden von Remo Schmid, wovon er zu dem Zeitpunkt nichts gewusst haben soll, wie er sagte. Folgen der Missverständnisse oder einfach sehr chaotischer Organisation zeigten sich denn auch am Opening.

Gründer Remo Schmid am Boden zerstört

«Für mich und meine zwei Tanten hatte es drinnen keinen Platz. Stehen ist verboten. Daraufhin hat uns die Security herausgebeten. Wir sind wortlaus gegangen. Das alles macht mich sehr traurig, ich bin am Boden zerstört», sagt Schmid gegenüber Blick. Sätze, die sinnbildlich für einen Abend stehen, an dem Glamour und Chaos eng beieinanderlagen. Dabei ist die Zurich Fashion Week sein Lebenswerk. «Ich habe das ZFW gegründet, das ist mein Baby und meine Vision.» Den Auftakt seines Lebenswerks musste er mit seiner Familie von draussen verfolgen.

Das Opening stand unter besonderer Beobachtung: Vergangene Events hatten mit Verspätungen, Ticketpannen und logistischen Problemen zu kämpfen. Dieses Jahr bestätigte sich vieles davon. Puff mit Tickets, die nicht erkannt wurden, und eine Fashionshow, die über eine Stunde später begonnen hat. Society-Lady Vera Dillier fand «das Opening eine Katastrophe. Wir mussten zweieinhalb Stunden beim Apéro stehen. Meine Knie sind durch das Ballett kaputt, Stühle gabs keine».

Die reservierten Plätze seien plötzlich nicht mehr reserviert gewesen. «Es gab auch kein Programm oder jemanden, der sagte, welche Kreation nun gerade gezeigt wird.» Für zusätzliche Irritation habe bei ihr gesorgt, dass ihr Lebenspartner Josef als Model hätte laufen sollen, dann hiess es plötzlich, er passe doch nicht ins Konzept. Dillier kommentiert dies mit einem Augenzwinkern: «Für mich ist klar, warum – Josef hätte mit seiner Schönheit alle überstrahlt.»

Yannik Zamboni zeigt Verständnis

Modedesigner Yannik Zamboni zeigt dennoch Verständnis: «Ich habe ja auch schon ein paar Fashion-Shows organisiert – Übung macht den Meister. Ich finde, sie haben sich von Event zu Event stark verbessert.» Schauspielerin Rachel Braunschweig fügt hinzu: «Ich finde es einfach toll – man gibt jungen Menschen eine Bühne.» Trotz positiver Stimmen ist für viele klar: Mit internationalen Modemetropolen kann Zürich derzeit noch nicht mithalten.

Wie Blick weiss, meiden manche Branchenvertreter die ZFW sogar, weil ein Auftritt für sie «imageschädigend» sein könnte. Zamboni bleibt optimistisch: «Ich denke, es braucht noch zwei, drei Saisons Übung. Und natürlich muss die Internationalität weiter ausgebaut werden – dazu ein, zwei echte Showstopper, die auch international für Schlagzeilen sorgen.»

Tamy Glauser sind Hater egal

Auch Tamy Glauser setzt auf langfristige Entwicklung. Ein solches Format brauche Zeit, um zu wachsen. Mit Blick auf ihren eigenen Werdegang sagt sie: «Ich will zeigen, dass wir das auch können. In der Schweiz haben wir oft eine falsche Bescheidenheit.» Gleichzeitig nimmt sie kein Blatt vor den Mund: «Es gibt viele Hater und ‹Tüpflischisser›. Aber mir ist das egal – solange ich Menschen bewegen kann.»

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