Darum gehts
- Tabea Heynig (55): Sohn Monty (8) schläft seit Geburt im Elternbett
- So handhaben es Schweizer prominente Eltern
- Onlinedebatten: Familienbett polarisiert, Experten sehen Kontext von Bindung und Nähe
Er ist acht Jahre alt und schläft noch immer jede Nacht bei Mama im Bett! Was für manche Eltern der blanke Horror wäre, ist für Tabea Heynig (55) pures Familienglück. Die «Unter uns»-Schauspielerin spricht so offen wie selten über ihr Leben mit Sohn Monty (8) – und löst damit eine hitzige Eltern-Debatte aus. Denn während viele Eltern ihre Kinder konsequent ans eigene Zimmer gewöhnen wollen, läuft es bei den Heynigs ganz anders. Tabea Heynig sagt im Gespräch mit der «Bild» klar: «Monty hat noch nie in seinem Kinderzimmer geschlafen.» Und sie legt nach: «Er schläft nach wie vor bei uns, und ich finde das bezaubernd.» Für sie ist das Familienbett kein Problem, sondern Nähe pur: «Das bringt uns als Familie noch näher zusammen.» Im Alltag bedeutet das viel Kuschelzeit und ausgiebige Gespräche. Und wenn es dann doch zu eng wird, findet sie eine pragmatische Lösung: «Wenn ich gar keinen Platz mehr habe, wechsle höchstens ich ins Kinderzimmer.»
Dass Kinder bei den Eltern schlafen, ist gar nicht so ungewöhnlich, wie viele denken. Studien aus der Schweiz zeigen, dass sogenanntes «Bedsharing» bereits im Vorschulalter weit verbreitet ist: In einer Langzeitstudie schliefen bis zu 38 Prozent der Kinder im Alter von vier Jahren regelmässig im Elternbett und zwischen zwei und sieben Jahren immerhin rund 44 Prozent mindestens einmal pro Woche.
Mimi Jägers Sohn kann nicht ohne sie einschlafen
Ähnlich sieht es Ex-Freestyle-Skistar Mirjam «Mimi» Jäger (43). Sie ist Single und lebt das Familienbett ebenfalls sehr offen: «Meine Ansicht ist, dass die Kinder so lange im Elternbett schlafen sollen, wie sie möchten.» Für sie ist klar: «Irgendwann wird es dann schon uncool, und das regelt sich von allein.» Ihr Sohn Jay, der im September sechs Jahre alt wird, schlafe immer bei ihr, «er kann ohne mich nicht einschlafen». Und weiter: «Louie ist jetzt neun und schläft ebenfalls noch regelmässig bei mir. Er kommt auch rüber, wenn er Alpträume hat.» Für sie ist das ein natürlicher Prozess, der sich «meiner Ansicht nach automatisch regelt».
Adel Abdel Latif will seine Kinder nicht im Bett
Anders tickt Unternehmer Adel Abdel Latif (54), der seine drei Kinder Soraya (14) und die neunjährigen Zwillinge Rubina und Omar allein erzieht. Er beschreibt seinen klar strukturierten Ansatz so: «Wir haben es so gehandhabt, dass unsere Kinder sehr schnell aus dem Elternbett raus sind.» Gleichzeitig macht er aber eine Ausnahme klar: «Wenn mein Sohn Alpträume hat oder meine Tochter Nähe sucht, dürfen sie selbstverständlich zu mir ins Bett kommen. Sie bleiben dann zehn bis fünfzehn Minuten. Wenn sie sich beruhigt haben, bringe ich sie zurück in ihr Bett, singe ihnen etwas vor oder erzähle eine Geschichte.» Seine Haltung ist klar: «Eltern tragen Verantwortung, Ängste zu nehmen. Meine Kids kommen zu mir für Nähe und Sicherheit, aber nicht, um bei mir zu schlafen.» Grundsätzlich gilt für ihn: «Kinder müssen lernen, dass man nicht immer gleich zu Mami oder Papi gehen kann, das finde ich wichtig.»
Sara Leutenegger kann mit Kids nicht schlafen
Unternehmerin Sara Leutenegger (32) ist Mutter von Lio (5) und Pablo (3). «Grundsätzlich ist es ja bewiesen, dass es gesund für Kinder ist, möglichst lange im Elternbett zu schlafen. Daher muss das jeder für sich selbst entscheiden. Lorenzo und ich haben unsere Kinder schon als Babys immer in ihrem eigenen Bett schlafen lassen. Einfach, weil ich mega schlecht schlafe, wenn ich ein Kind im Bett habe, das unruhig ist und zappelt, dann kann ich nicht schlafen. Das muss ich aber, um meinen Alltag zu meistern. Wenn sie in der Nacht kommen und sie schlafen wieder ein, trage ich sie zurück in ihre Betten.»
Die Debatte zeigt sich auch im Netz extrem emotional. Viele feiern das Familienbett als Nähe und Geborgenheit, andere reagieren ablehnend. Kommentare reichen von «Das ist eine gruselige Vorstellung» bis zu klarer Kritik an der zu langen gemeinsamen Schlafsituation im Schulalter. Gleichzeitig schreiben andere: «Ist das heute nicht Standard mit Säuglingen und kleinen Kindern?» oder sehen darin etwas völlig Natürliches.
Auch Expertinnen und Experten ordnen ein: Früher galt Co-Sleeping in der Schweiz als verpönt, heute wird es deutlich differenzierter betrachtet und im Kontext von Bindung und Bedürfnissen gesehen. Zwischen Kuschel-Familienglück, klaren Regeln und hitziger Onlinedebatte bleibt am Ende ein Thema, das alles andere als schwarz oder weiss ist – sondern hochemotional und individuell.