«Produzieren maximal schlank, günstiger geht es nicht»
«Schweiz aktuell»-Moderator über die Zukunft von SRF

Diese Woche zeigt «Schweiz aktuell» ein derzeit sehr aktuelles Thema: den Durst in all seinen Facetten. Darüber, und über seine Zukunft bei SRF, spricht Moderator Mario Torriani.
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Für die SRF-Sommer-Spezialwoche geht Mario Torriani dem Thema «Durst» auf den Grund.
Foto: SRF/Gian Vaitl

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • SRF-Team widmet sich ab 13. Juli vier Wochen dem Thema Wasser
  • In Zürich ist die weltweit höchste Brunnendichte und Quellwassernetz
  • Schweiz hat sinkenden Weinkonsum, Finale der Serie am Bielersee
Miriam Zollinger
Tele

Sommerzeit, Ferienzeit – das gilt nicht für das Team von «Schweiz aktuell». Es lässt seit dem 13. Juli eine Spezialwoche auf die nächste folgen, vier insgesamt. In der letzten widmen sich Michael Weinmann und Mario Torriani einem Thema, das in diesem heissen Sommer mehr als sonst in aller Munde ist: Durst.

In «Die Schweiz hat Durst» beleuchten die beiden jeweils einen Aspekt an zwei unterschiedlichen Schauplätzen. «Der eine ist dort, wo es um die Produktion geht», erklärt Torriani, «der andere, wo das Hergestellte konsumiert wird.»

TELE: Ihr liebster Durstlöscher?
Mario Torriani: Ich schwöre auf ein eiskaltes Bier. Der erste Schluck: unschlagbar!

Und was kommt nicht ins Glas?
Mit Cider kann ich nichts anfangen, ebenso wenig mit all den neuen Getränken und Wässerchen mit nur halbem Geschmack. Wenn du etwas Süsses trinkst, nimm ein echtes, zuckriges Cola. Aber eigentlich trinke ich nichts Derartiges, auch keine Cocktails, da löscht es mir seit eh und je ab.

Ein Artikel aus «Tele»

Das ist ein Beitrag aus «Tele». Das Fernsehmagazin der Schweiz taucht für dich nach den TV- und Streamingperlen.

Das ist ein Beitrag aus «Tele». Das Fernsehmagazin der Schweiz taucht für dich nach den TV- und Streamingperlen.

Ihr Hauptgetränk also?
Gesprudeltes Wasser. Und wenn etwas anderes, muss es mit Rasse sein, wie Bier. Ich sage jedoch auch zu einem Glas Wein oder Champagner nicht Nein, aber nicht um den Durst zu stillen (schmunzelt).

Wer von Ihnen beiden trinkt eher eins über den Durst?
(Lacht.) Da sind wir wohl beide nicht so wild, aber ich würde sagen, eher ich.

Im Mai kehrte Michael Weinmann nach seinem Ausflug zur Swiss zu SRF zurück. Froh darüber?
Sehr. Er ist ein Vollprofi. Ihn wieder an Bord zu haben, ist ein echter Gewinn.

Sie haben schon mehrere Sommerwochen miteinander gestemmt. Wieso funktioniert das so gut?
Das ist nicht nur ein Michi-Mario-Ding – das ganze Team zieht an einem Strang. Wir denken pragmatisch und reagieren spontan. Das musst du auch, sobald du das Studio verlässt.

Und wohl noch intensiver an 5 Live-Tagen über jeweils gut 20 Minuten.
Das ist immer noch viel zu wenig (lacht). Ich scherze, das ist natürlich schon komfortabel im Vergleich zu den kurzen Schaltungen in regulären Sendungen. So kann man auch mal drei, vier Minuten länger draufbleiben, schöne Bilder zeigen, etwas wirken lassen, jemandem einfach zuschauen. Das kommt sonst etwas zu kurz, weil wir da mehr inhaltsgetrieben sind.

Gab’s Lämpen bei der Aufteilung?
(Lacht.) Um Himmels willen, nein, noch nie!

Reden wir über diese Woche: Was kredenzen Sie dem Publikum?
Wir machen aus Wasser Wein (schmunzelt). Im Ernst: Wir starten beim Wasser und enden beim Wein. Am Montag ist Michi bei der Firma Allegra Passugger Mineralquellen, wo es einiges zu sehen und hören gibt, denn das ist ein grosser, umkämpfter Markt. Ich berichte aus Zürich, der Stadt mit der weltweit höchsten Brunnendichte und dem grössten, von der normalen Trinkwasserversorgung unabhängigen Quellwassernetz. Es würde alles auffangen, sollte die Versorgung zusammenbrechen. Das ist hoch spannend, gerade in Zeiten, in denen Wasser politisch ist.

Wird der Folgetag ebenso prickelnd wie beim Kollegen am Montag?
Der Dienstag ist eher wissenschaftlich, es geht um Süssgetränke. Wir sind in Basel und reden zum einen mit zwei Forscherinnen vom Unispital, die sich seit Jahren damit beschäftigen. Wir wollen den Leuten ja nicht den Spass nehmen, aber es ist nun mal so, dass der Mensch nichts Zuckerhaltiges trinken müsste, um zu überleben. Im Gegensatz dazu stehen Sportler, die energiehaltig trinken müssen. Wir gehen bei einem Lauftraining der Frage nach, wie man sich korrekt hydriert.

Von dort führt die Reise wohin?
Nach Thun. Thema ist der Trend weg vom Alkohol. Ich bin in einer auf Mocktails spezialisierten, mehrfach prämierten Bar. Ihre Betreiber sind auf geschmacklich überzeugende Produkte angewiesen. Passend dazu ist Michi in einer Destillerie, die Produkte entwickelt, die wenig oder keinen Alkohol enthalten. Ein neuer Markt, ohne den die Brennerei längst hätte schliessen müssen. Mit Kirsch kannst du in der Schweiz nicht mehr überleben.

Und am Donnerstag?
Sind wir einerseits bei Vivi Kola in Eglisau, einem Getränkehersteller mit langer Geschichte. Wir wollen wissen, wie sie eine alte Marke wiederbelebt und sich eine Nische geschaffen haben, in einem Markt, der von einem Weltkonzern dominiert ist. Anderseits schauen wir uns in Schaffhausen am «Stars in Town» die Logistik genauer an, denn an solchen Grossevents sind Getränke sehr wichtig, die Marge liegt bei ihnen, nicht bei der Bratwurst.

Das Finale am Freitag ist wo?
Wir treffen uns am selben Ort, eine Neuheit, sind am Bielersee. Michi besucht einen Rebberg, spricht mit den jungen Produzenten. Und ich bin unten in der Gasse, in einem Weinkeller. Ein Thema bei beiden Reportagen ist der sinkende Weinkonsum und wie man damit umgeht.

Und wie gross ist Ihr Wissensdurst noch nach sieben Jahren «Schweiz aktuell»?
Riesig. Menschen und ihre Geschichten interessieren mich wie am ersten Tag. Und solange es die gibt, bin ich dabei. Insbesondere mag ich Orte, wo man sonst nicht hineinblicken kann, höre gern Leuten zu, die für etwas brennen, die dafür teilweise auch viel Risiko auf sich genommen haben und uns in ihre Welt mitnehmen.

Sie sind 50. Halten Sie durch bis 65?
Wer weiss, ob wir nicht länger arbeiten müssen … SRF überträgt uns – nicht zuletzt aufgrund der schlankeren Strukturen – eine hohe Eigenverantwortung. Sparmassnahmen machen niemandem Freude, dennoch sehe ich darin auch eine Chance. Wenn die Bedingungen enger werden, überlegt man umso bewusster, wie man für das Publikum attraktiv bleibt. Grossprojekte wie vor zehn, fünfzehn Jahren sind schlicht nicht mehr finanzierbar, wir produzieren heute maximal schlank, günstiger geht es nicht.

Ist nach der Woche vor den Ferien?
Wegen des Dienstplans ausnahmsweise danach. Für die Ferien geht es auf die andere Seite der Alpen.

Eigentlich logisch, bei dem Namen.
Der klingt italienischer, als ich es bin. Mein Heimatort ist Soglio, der schönste Ort der Schweiz, im italienischsprachigen Teil Graubündens.

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