Darum gehts
- SRF feiert im Herbst die 20. Staffel der «Landfrauenküche»
- Marktanteil stieg 2025 auf über 41 %, 640'000 Zuschauer
- Jubiläumsshow mit allen Gewinnerinnen ist für Anfang 2027 geplant
Ja, es dauert noch ein Weilchen, bis die Kreativität wieder sprudelt und in den Hofküchen die Töpfe dampfen. Aber allen Landfrauen-Fans sei jetzt schon gesagt: Im Herbst gibt es was zu feiern! SRF strahlt dann die sage und schreibe 20. Staffel der beliebten Reihe aus.
Die Sendung sei ein echtes TV-Phänomen, sagt Karen Ballmer, Leiterin Factual Entertainment SRF, im Gespräch mit Tele. «Dass sie sich so lange erfolgreich halten kann, hat aber auch mit der Weiterentwicklung des Konzepts zu tun.»
Auch zwei Jahrzehnte nach dem Start wirke die «Landfrauenküche» nicht veraltet, sondern sei «laufend dem Zeitgeist angepasst» worden.
Die Küche wurde modernisiert
Tatsächlich: Präsentierte man in den ersten Staffeln – überspitzt formuliert – noch eine verklärte ländliche Idylle mit pausbackigen Bäuerinnen auf blitzblanken Höfen, samt wonniger Kinderschar und glücklichen Kühen, wird heute bewusst die Lebensrealität abgebildet.
«Dazu gehören auch Themen wie finanzielle Herausforderungen, Schicksalsschläge, psychische Erkrankungen oder die Vereinbarkeit von Beruf und Familie», so Ballmer. «Aber ohne dass daneben die schönen Seiten des Landfrauen-Alltags und natürlich auch die Leidenschaft für das Kochen verloren gehen.» Genau das mache die Sendung so facettenreich.
Manchen mag das etwas gar viel Dramatik sein. «Schicksal statt Schmorbraten» titelte Tele dazu im vergangenen Herbst.
Sendung wird immer beliebter
Doch die Quoten geben Balmers Team recht. Lag der Marktanteil mehrere Jahre um 37 % Prozent, stieg er zuletzt sogar wieder an: 2024 erreichte man 40 %, 2025 sogar über 41 % und damit im Schnitt rund 640 000 Personen.
«Diese Sendung hat einen ganz besonderen Charme», findet auch Nicole Berchtold (48), die seit 2020 die Finalsendungen moderiert. Was für sie an den erfrischend bodenständigen, herzlichen Landfrauen liegt. Von einem Konkurrenzkampf sei nie etwas zu spüren. «Wir haben bei der Aufzeichnung des Finals jeweils es Chäferfäscht!»
Das Feiern gehe nach Drehende meist erst richtig los. Sie lacht: «Da sind ja auch die Männer dabei. Oft sitzen wir noch eine Weile zusammen, und jede zaubert ein Körbchen mit ihren hofeigenen Spezialitäten zum Knabbern hervor.»
Mit einigen Landfrauen sei sie nach wie vor lose in Kontakt. Einer Kandidatin schenkte Berchtold mal nach der Sendung spontan «meine Stögis», weil diese so begeistert war von den Schuhen. «Die Stimmung ist wirklich wie bei einer Familienfeier!» Das dürfte bei den diesjährigen Landfrauen nicht anders sein.
Trotz Jubiläum erwartet das Publikum im Herbst aber vorerst eine herkömmliche Staffel. Einzig die Finalsendung wird verlängert – inklusive Rückblick auf die Highlights der letzten zwei Jahrzehnte.
Das klingt aber etwas mager! Hat eine derart erfolgreiche Sendung nicht eine grössere Huldigung verdient? «Doch, hat sie! Aber wir haben ja erst 19 Gewinnerinnen», entgegnet Balmer und schmunzelt. «Bevor wir richtig feiern können, müssen wir also erst die kommende Staffel abschliessen.»
Zelebriert wird das Jubiläum dann Anfang 2027 im Rahmen einer Samstagabendkiste. In ähnlichem Stil also wie die früheren Finalsendungen – damals noch moderiert von Nik Hartmann.
Seit 2020 wird der Staffelabschluss aus Spargründen jeweils auf deutlich kleinerer Flamme gekocht. Nun rührt SRF also ausnahmsweise wieder einmal mit grösserer Kelle an: Nicole Berchtold wird in besagter Show alle Gewinnerinnen der bisherigen Staffeln begrüssen!
Die Prognose sei gewagt: Wenn diese 20 Landfrauen aufeinandertreffen, dürfte es ein ganz besonderes Chäferfäscht werden.