4000 Besucher hatte der SRF-«Donnschtig-Jass» heute auf der Allmend in Horgen ZH erwartet. Die meisten hatten schon Platz genommen – da hiess es plötzlich: Gelände verlassen! Eine heftige Gewitterzelle zieht in diesen Minuten über die Zürcher Seegemeinde. Auf Instagram veröffentlicht Host Stefan Büsser (41) dazu ein Video.
«Ihr seht hier einen Livestream unserer Kamera 4», beginnt der Comedian und Moderator den Clip. Neben ihm steht Co-Host Rainer Maria Salzgeber (56). Büssi weiter: «Wir wissen gar nicht, ob wir eine Sendung machen können.»
Salzgeber ergänzt: «Die Leute mussten wir heimschicken – das macht sonst nur Infantino!» Die Gäste auf der Allmend habe man vorerst nach Hause schicken müssen, «die Sicherheit geht vor!» Man sei aber hoffnungsvoll, dass der Event dennoch stattfinden könne.
«Donnschtig-Jass» findet statt
Um kurz vor 20 Uhr gibt Stefan Büsser gegenüber Blick Entwarnung: Der «Donnschtig-Jass» kann wie geplant stattfinden – mit Publikum, Beatrice Egli (38), Bligg (49) und Gölä (58). Auch bei SRF-«Meteo» gibt man sich danach zuversichtlich – allerdings ziehen bereits die nächsten Gewitterzellen über die Schweiz.
Seit 2022 gibt es ein spezielles Sicherheitskonzept. Der Ablauf in einem möglichen Krisenfall ist detailliert beschrieben. Vor jeder Show gibt es Sicherheitsmeetings und am Abend selber regelmässige Windmessungen. Damit wurde auch auf die Zunahme von Extremwetterfällen reagiert.
Sollte die Lage während einer Sendung derart prekär sein, dass nur noch ein Abbruch infrage kommt, wird dieser Entscheid von einem Gremium bestehend aus dem SRF-Sicherheitsbeauftragten, dem OK-Chef des Austragungsortes und von Michael Körte, Leiter Quiz- und Spielshows SRF, gefällt.
«Einen Katastrophenfall will niemand»
Umsetzen müsste ihn «Donnschtig-Jass»-Produzent Tino Zimmermann (53). «Wir haben immer ein Ersatzprogramm aus Zürich in der Hinterhand. Und je nach Wetterverlauf könnten wir einzelne Elemente weglassen. Nur die Jassrunden sollten wenn möglich stattfinden. Denn sie entscheiden ja darüber, wo es nächste Woche weitergeht», erklärte er vor kurzem gegenüber Blick.
Zur Not könnte auch in einem Evakuationsraum gejasst werden. «Aber irgendwann muss man auch vernünftig sein. Keiner möchte in einem überfluteten Dorf eine TV-Sendung durchziehen», sagt Zimmermann. «Wir würden in jedem erdenklichen Fall rechtzeitig eingreifen. Wir riskieren nichts. Einen Katastrophenfall will niemand.»
Die Wetter-Infos liefert das SRF-«Meteo»-Team, das seit 2024 seine Donnerstags-Ausgabe ebenfalls live vom Jassplatz aus sendet. Am 2. Juli mit Gaudenz Flury (45). Der Davoser freut sich auf das Heimspiel.
Um die meisten Schwierigkeiten schon im Vorfeld auszuschalten, ist die Platzwahl wichtig. «Die Gemeinde muss eine geeignete Location mit festem Boden, wenig Neigung und guten Fluchtwegen vorschlagen. Wenn es einen Bach in der Nähe gibt, der jeden Sommer dreimal überläuft, ist dies suboptimal. Dasselbe gilt bei speziellen Mikro-Wetterphänomenen wie örtlichen Windkanälen.»
Noch eine Rechnung offen in Davos
Entscheidend sei die technische Rekognoszierung im Frühling. «Dort sehen wir, wo es noch Handlungsbedarf gibt.» Und die TV-Einrichtungen seien gut gesichert. «Unsere Bauten sind mit grossen Wassertanks beschwert, die mehr als 100 Stundenkilometer Wind aushalten.»
In Davos findet die Show im Kurpark statt. «Ein idealer Ort für solche Events. Der Boden wird nach einem Regenfall nicht matschig. Und das Eisstadion ist gleich nebenan und könnte als Evakuationsraum mehrere Tausend Menschen schützen.»
Mit Davos hat Zimmermann punkto Wetter noch eine Rechnung offen. «In meiner Ära waren wir erst einmal in Davos, 2011. Damals war es acht Grad kalt und es regnete», erinnert er sich.
Die Schwimmeinlage von 2021
Sind die Auswirkungen nicht allzu heftig, können Wetterkapriolen auch reizvoll fürs Publikum sein und die Stimmung vor Ort beflügeln. Zimmermann erinnert sich an 2021, als alle sieben Sendungen pandemiebedingt auf dem Kundelfingerhof in Schlatt TG stattfanden und das Wetter generell schlecht war.