Premiere am Lucerne Festival
Amanda Gorman verbindet Kunst und Hoffnung

Ihre Gedichte sind ein Appell an die Menschlichkeit. Ihr Auftritt 2021 sollte das Land nach vier Jahren Trump heilen. Nun ist Donald Trump zurück, Amanda Gorman aber auch. Und sie kommt nach Luzern.
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Zur Amtseinführung von US-Präsident Joe Biden 2011 trug Amanda Gorman das Gedicht «The Hill We Climb» vor.
Foto: imago images/UPI Photo

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Amanda Gorman tritt am Lucerne Festival mit Jan Vogler auf.
  • Performance fällt auf 25. Jahrestag der Anschläge vom 11. September.
  • Gorman war mit drei Jahren Zeugin, heute inspiriert sie weltweit Millionen.
Mariam Schaghaghi
Schweizer Illustrierte

Amanda Gorman (28) hält an der Hoffnung fest. Für sie ist es ein Prinzip. Um ihre Botschaft weiterzutragen, wählt sie neue Wege. Auf Initiative des deutsch-amerikanischen Weltklasse-Cellisten Jan Vogler wird sie beim Lucerne Festival auftreten: Vogler spielt Bach-Suiten, dazu trägt Gorman fünf Gedichte vor. «Bei der Verbindung öffnet sich ein neuer Raum», erzählt sie beim Video-Interview.

«Es entsteht eine Schnittstelle zwischen den Kunstformen, die uns etwas über uns selbst offenbaren kann. Das ist aufregend! Jan sagt mit Bachs Musik dasselbe, was ich mit Worten auszudrücken versuche.» Eloquent, wie sie ist, fasst sie es treffend so zusammen: «Wir sprechen in unterschiedlichen Dialekten – aber vermitteln dieselbe Botschaft.»

Gorman und Vogler, ein Ostdeutscher und eine Westküsten-Amerikanerin, Worte und Töne, Poesie und Klassik – daraus soll kein Wettstreit entstehen, sondern ein Dialog der Künste. Zwei Jahre hat es gedauert, um diese Synthese zweier Ausnahmekünstler zu realisieren.

Echte Magnetkraft

Am Anfang stand ein Experiment in einer US-Radioshow, da hat Gorman bereits eine «echte Magnetkraft» zu Voglers Bach-Interpretationen gespürt. «Ich merkte, wie die Musik exakt meine Botschaft von Hoffnung und Optimismus verstärkte. Das wäre mir allein nicht möglich gewesen», bekennt sie. Danach traten die zwei Kultur-Ikonen in Stephen Colberts Late-Night-Show auf, bevor sie den ersten und bislang einzigen öffentlichen Auftritt in der legendären Carnegie Hall angingen.

Artikel aus der «Schweizer Illustrierten»

Dieser Artikel wurde erstmals in der «Schweizer Illustrierten» publiziert. Näher dran – an Stars, Royals und Menschen mit Geschichten. Hier gehts zum Abo!

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Die Performance in Luzern fällt auf den 25. Jahrestag der Terroranschläge vom 11. September. Das verleiht ihr Schwere. Gorman war erst drei Jahre alt, eigene Erinnerungen hat sie nicht. «Der Tag ist für so viele mit Dunkelheit verbunden», weiss sie. Umso grösser empfindet sie die Ehre, ihre Botschaft, auch in den schwärzesten Stunden an der Hoffnung festzuhalten, vorzutragen. Ihr ist sehr bewusst, dass nicht nur die Vergangenheit, sondern auch die Gegenwart mit der aktuellen Weltlage nach Zuversicht dürstet.

Die Afroamerikanerin erinnert in ihrer tiefen Überzeugung an die Lichtfigur Martin Luther King. Und ihre visionären Verse klingen oft wie eine politische Agenda. Sie nickt. «Ich schreibe, um der Macht die Wahrheit entgegenzusetzen. Ich glaube, dass diese Form des Hoffnungsstiftens jede Regierung überdauert.» Die heute 28-Jährige trägt diese Botschaft inzwischen weit hinaus, vor die Vereinten Nationen, in Büchern, Masterclasses und natürlich ihren Performances: Ihre Gedichte sind Appell, Predigt und Umarmung zugleich. Und erinnern uns immer an unsere Menschlichkeit. 

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