Darum gehts
- Maja Zivadinovic und Gülsha Adilji starten Podcast «Gülsha & Maja» seit 13. August
- Früheres Trio füllte 2025 Hallenstadion, jetzt konzentrieren sie sich auf Duo-Dynamik
- Ihr Podcast behandelt Alltagsthemen, Beziehungen, Feminismus und persönlichen Austausch
Die Attacke kommt ohne Vorwarnung: Maja Zivadinovic (46) drückt auf die Flasche – Neongelb schiesst quer durch die «ColoreBox» in Zürich-Altstetten. Gülsha Adilji (40) weicht aus und feuert Pink zurück. Treffer! In bunt bespritzten Schutzanzügen und mit Farbe im Gesicht krümmen sich die beiden Podcasterinnen vor Lachen. Kurz darauf greifen sie zu Klobürste und Boxhandschuh und gestalten damit ohne Absprechen zwei Leinwände. «Unsere Freundschaft ist auf Augenhöhe», sagt Maja. Gülsha nickt: «Niemand von uns drängt sich in den Vordergrund.»
Seit dem 13. August läuft ihr neuer Video-Podcast «Gülsha & Maja» – das erste gemeinsame Projekt nach dem Aus ihres Erfolgsformates «Zivadiliring». Fünf Jahre lang gehörten sie mit Yvonne Eisenring zu einem der bekanntesten Podcast-Trios der Schweiz, im Oktober 2025 füllten sie sogar das Zürcher Hallenstadion. Umso überraschender kam im Frühling das Ende. Dass danach spekuliert wurde, versteht Gülsha: «Wenn etwas so plötzlich aufhört und niemand den Grund nennt, ist das logisch.» Ob sie nicht mal reinen Tisch machen wollen? «Es gibt nichts zu bereinigen», stellt Maja klar. Als Trio hätten sie sich auf eine gemeinsame Kommunikation geeinigt – dabei bleibe es. Angst, dass ihre Freundschaft durch den neuen Podcast zerbricht, haben sie nicht. «Null», sagt Maja. «Wir sind ein sehr eingespieltes Team mit einer offenen Kommunikation.»
Kein Platz zum Verstecken
Im Podcast sprechen sie gewohnt ungeniert über Alltagsthemen, Beziehungen, Feminismus oder Gossip. «Der Dialog zu zweit ist herausfordernder. Zu dritt kannst du dich auch mal zurücklehnen und ein bisschen verstecken», sagt Maja. Gülsha ergänzt: «Wenn ich müde bin oder das prämenstruelle Syndrom zuschlägt, sage ich Maja auch mal: ‹Heute musst du mich durchziehen.›». Spätestens nach einer Viertelstunde löse sich aber auch der widerspenstigste Knoten. «Ich tanke viel Energie durch die Kommunikation mit ihr.» Die Themen würden ihnen nicht ausgehen. «Bei uns passiert genug», so Gülsha.
Während Maja in einer Beziehung ist und einen sechsjährigen Sohn hat, geht ihre Kollegin als «Vorzeige-Single» durchs Leben. «Daten ist streng. Gerade mache ich eine Pause bis Ende Jahr. Mindestens», verrät Gülsha und grinst. Ihre Kollegin ist froh, dass sie das nicht mehr machen muss. «Zu 90 Prozent. Aber ein kleiner Teil von mir findet es auch mega aufregend.»
Dieser Artikel wurde erstmals in der «Schweizer Illustrierten» publiziert. Näher dran – an Stars, Royals und Menschen mit Geschichten. Hier gehts zum Abo!
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Freundschaft trotz Macken
Erstmals getroffen haben sich die beiden vor rund 15 Jahren, als Maja als Praktikantin ein Porträt über die damalige Joiz-Moderatorin Gülsha schreiben sollte. «Ich fand es mega nervig, dass sie nie auf meine Anfrage geantwortet hat», erinnert sich die Journalistin. «Als ich sie dann am Telefon hatte, fand ich sie aber cool.» Dass Gülsha auf Mails nicht immer sofort reagiert, kennt sie bis heute: «Manchmal denke ich: ‹Wird sie die Mail beantworten? Soll ich ihr noch auf Whatsapp schreiben?›». Dafür schätzt sie Gülshas Kreativität. «Sie sprudelt nur so davon.» Von ihr habe sie gelernt, nicht ständig zu kommentieren, wie andere aussehen. «Sie ist für mich eine Quelle von Selbstliebe.»
«Ich mag Majas Herzlichkeit und Gelassenheit. Egal, welches Problem man hat, bei ihr weiss man: Alles kommt gut», schwärmt Gülsha: Und noch etwas hat sie an ihrer Podcast-Partnerin entdeckt: «Maja ist auf der Bühne eine Rampensau! Dort komme ich nicht mehr zu Wort.» Maja lacht. «Ich wusste gar nicht, dass das in mir schlummert. Aber ja, ich mag Live-Auftritte fast lieber als das Podcasten.»
Wenig überraschend, dass sich beide gut vorstellen können, mit ihrem neuen Format wieder auf Tour zu gehen. Sie stellen sich vor die fertiggemalten Bilder. «So cool! Die könnten wir ins Studio hängen», sagt Gülsha. «Oder auf Tour mitnehmen», meint Maja. «Wir freuen uns einfach mega fest auf alles, was kommt!»