Irina Beller tobt nach Globus-Entscheid
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Beller nach Globus-Entscheid:«Habe noch nie Drogen genommen»

Irina Beller tobt vor Wut
Klage gegen Globus-Security ist eingestellt

Nach dem Globus-WC-Skandal vom Mai 2025 bleibt Irina Beller aus dem Warenhaus an der Zürcher Bahnhofstrasse verbannt: Ihr Strafantrag gegen die Sicherheitsmitarbeiterin wurde eingestellt – für die Society-Lady ein «Skandal».
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Irina Bellers Klage gegen die Globus-Sicherheitsmitarbeiterin wurde von der Staatsanwaltschaft Zürich eingestellt.
Foto: Philippe Rossier

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Strafantrag von Irina Beller wegen WC-Eklat bei Globus wurde eingestellt
  • Beller bietet 10'000 Franken für Lügendetektortest, um Vorwürfe zu klären
  • Globus-Sicherheitsmitarbeiterin erhält Prozessentschädigung aus Staatskasse

«Ich hatte auf der Toilette keinen Sex, habe keine Drogen genommen, und gestohlen hab ich auch nichts!», beteuert Society-Lady Irina Beller (54) auch jetzt. Und sie ausser sich vor Wut. Denn mehr als ein Jahr nach dem WC-Eklat im Globus an der Zürcher Bahnhofstrasse hat die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl Bellers Strafantrag vom 29. September 2025 gegen die Warenhaus-Sicherheitsdienstmitarbeiterin wegen Nötigung, Beschimpfung und Sachentziehung eingestellt. Grund: mangelnde Beweise, Aussage gegen Aussage.

«Und dafür haben sie so lange gebraucht, das ist ja lächerlich», sagt die Buchautorin gegenüber Blick. «Mein Anwalt hat mir zwar von Anfang an gesagt, meine Chancen, zu gewinnen, seien sehr gering, doch ich wollte mir die Ungerechtigkeit von dieser Frau, die mich offensichtlich hasste und deshalb in die Mangel genommen, beschuldigt und beleidigt hat, nicht gefallen lassen. Zumindest wurde auch mir nachweislich nichts zur Last gelegt, was die Sicherheitsfrau ja bezwecken wollte.»

Zwei Gläser Champagner

Die zehntägige Einsprachefrist ist inzwischen abgelaufen, Irina Beller muss den Entscheid akzeptieren. Ihre Version des Vorfalls will die Witwe des Zürcher Baulöwen Walter Beller (1949–2020) allerdings nicht zurücknehmen. Besonders rasend macht sie, dass sie seitens Globus nie Gelegenheit bekam, zu schildern, was sie in den dramatischen Minuten auf der Frauentoilette erlebt hat. Blick hatte als erstes Medium über den Vorfall berichtet.

«Warum hat man der Sicherheitsfrau die Möglichkeit gegeben, alles umzudrehen, zu erzählen, was sie will – und dann glaubt man ihr noch? Wie sie den Vorfall schildert, der zwischen ihr und mir passierte, ist eine reine Lüge», sagt die Luxusliebhaberin aufgebracht. Es wurde seitens Globus stets verwehrt, ihr zuzuhören.

Rückblick: Am Abend des 26. Mai 2025 hatte Irina Beller in der Globus-Delicatessa Sashimi gegessen und zwei Gläser Champagner getrunken. Danach ging sie auf die Damentoilette. Plötzlich habe jemand heftig gegen die WC-Tür geschlagen. Bei der Staatsanwaltschaft hat die Sicherheitsfrau ausgesagt, es hätte eine Frau geschrien, deshalb sei sie nach unten gegangen. «Ich war das sicher nicht, und habe auch niemanden schreien gehört», sagt Beller.

Was danach passiert sei, schildert Beller als reine Demütigung. Die zivil gekleidete Frau habe sich in ihrer Funktion nicht zu erkennen gegeben, wie sie behauptet. Kaum habe Beller die Tür geöffnet, sei sie von ihr als «Luxustussi» beschimpft worden. «Und sie hat mir gesagt, so eine Schande wie ich dürfe keine Kinder haben, sie würde mir nun eine Lektion erteilen.» 

Beller wettert: «Sie ist einfach ein gestörter Elefant, natürlich habe ich geweint und geheult, ich war ausser mir, dass mich jemand aus der Toilette poltert, mich beleidigt und ich wie eine Kriminelle behandelt werde.» Es stimme auch nicht, dass die Sicherheitsfrau von sich aus die Polizei gerufen habe.

«Nachdem sie mich in der Toilette an die Wand gedrückt hatte, konnte ich mich befreien, bin in die Delicatessa gerannt und habe nach der Polizei und um Hilfe gerufen, die ist dann auch gekommen.» Die Securitymitarbeiterin habe ihr zuvor das Handy weggenommen. Deshalb habe diese den polizeilichen Anruf getätigt. «Weil ich es verlangt habe.»

Drogenkonsum im Globus-WC

Besonders irritiert und empört Beller eine Passage aus der Einstellungsverfügung, die Blick vorliegt. Darin wird die Aussage der Sicherheitsmitarbeiterin wiedergegeben, sie sei «aufgrund der schlechten Erfahrungen in den öffentlichen Globus-Toiletten mit Drogenabhängigen davon ausgegangen, dass allenfalls etwas in der Toilette nicht in Ordnung sei.»

Blick wollte am 28. August von Globus wissen, wie häufig in den Toiletten des Warenhauses durchschnittlich Drogenkonsum festgestellt wird. Bislang ist die Anfrage seitens des Unternehmens unbeantwortet. In ihrer staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 4. Juni 2026 bestreitet die Sicherheitsmitarbeiterin sämtliche Vorwürfe.

Und sie geht zum Gegenangriff. Die Frau auf der Toilette habe aus der Kabine heraus gerufen: «Verpiss dich, ich bin noch nicht fertig.» Als Beller die Tür geöffnet habe, habe diese zu ihr gesagt: «Ach, jetzt sehe ich, was für ein Problem Sie haben. Wäre ich so fett, hätte ich auch Probleme im Leben.»

Weiter hat die Beschuldigte ausgesagt, Beller habe nach Alkohol gerochen, hysterisch gelacht und sei Richtung Delicatessa gerannt. Und die Lebenspartnerin von Eventkönig Thomas Dürr (57) habe ihr gesagt, sie sei eine gute Kundin und sie würde ihr das Leben zur Hölle machen. Das steht ebenfalls in der Einstellungsverfügung.

Will Lügendetektortest

Beller weist auch das zurück: «Das habe ich sicher nicht gesagt. Ich habe nach Hilfe geschrien, das wars. Und sicher war ich nach zwei Gläsern Champagner nicht betrunken, diesen Eindruck will sie ja vermitteln.» Damit stehen sich zwei völlig unterschiedliche Versionen gegenüber. Für die Staatsanwaltschaft reichten die Beweise nicht aus, um die Vorwürfe gegen die Securityangestellte zu erhärten.

Geschlagen geben will sich Beller trotzdem nicht. Sie hat einen ungewöhnlichen Vorschlag: «Ich bin bereit, ihr 10'000 Franken zu bezahlen, wenn sie sich einem Lügendetektortest stellt, den ich auch machen würde.» Das fünfjährige Hausverbot, das Irina Beller vor Ort von der Sicherheitsbeamtin erteilt bekam und das sie unterschrieben hat, bleibt bestehen.

«Ich war unter Schock, und da ich nichts verbrochen habe, hab ichs auch nicht so ernst genommen.» Das Hausverbot gilt für sämtliche Globus-Filialen in der Schweiz inklusive der angeschlossenen Gastronomiebetriebe und läuft nach aktuellem Stand bis Mai 2030. Ob Globus das Hausverbot nach der Einstellung überdenkt, hat das Warenhaus auf Anfrage von Blick bislang ebenfalls nicht beantwortet.

Sicherheitsfrau bekommt Geld

Irina Beller selbst will ohnehin keinen Fuss mehr in das Warenhaus setzen. «Ich gehe doch an keinen Ort, der scheinbar dafür bekannt ist, dass auf der Toilette Drogen konsumiert werden.» Dabei war sie einst eine gute Globus-Kundin. «Ich habe jährlich bis zu 50'000 Franken für Designertaschen, Kleider und Champagner ausgegeben.»

Nun ist sie dort nicht mehr willkommen. Das Strafverfahren ist eingestellt. Das Hausverbot bleibt. Und die entscheidende Frage, was in jenen entscheidenden Minuten auf der Globus-Toilette tatsächlich geschah, bleibt unbeantwortet.

Im amtlichen Dokument steht zum Kern des Falls: «Die bei den Akten liegenden Aussagen der beiden direkt beteiligten Personen gehen diametral auseinander. Wer was zu wem wann gesagt haben soll, lässt sich vorliegend jedenfalls nicht anklagegenügend erstellen. Die beim Warenhaus Globus erhältlich gemachten Videoaufnahmen sind leider ohne Ton.»

Nun bekommt die Globus-Sicherheitsmitarbeiterin aus der Staatskasse eine Prozessentschädigung zuzüglich Barauslagen von insgesamt 3813.80 Franken. Für Irina Beller «ist und bleibt es ein Skandal».

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