Darum gehts
- Thomas Bucheli (65) reagierte live auf Zuschauerbeschwerde zu SRF-«Meteo».
- Er erklärte, dass lokale Gewitter oft grössere Warngebiete betreffen.
- Seit 2003 registrierte Luzern acht Jahre mit über 15 Hitzetagen.
Thomas Bucheli (65), der scheidende Chef von SRF-«Meteo», hat am Mittwochabend in der Sendung eine ungewöhnlich direkte Antwort auf eine Zuschauerbeschwerde gegeben. Kurz vor der Ausstrahlung habe er ein wütendes E-Mail erhalten, in dem ein Zuschauer beklagt habe, dass trotz wiederholter Gewitterwarnungen an seinem Wohnort seit Wochen kein Tropfen Regen gefallen sei.
Bucheli, der seit 1995 die Wetterredaktion leitet und Ende August 2026 in den Ruhestand geht, nutzte die Live-Sendung, um auf die Kritik zu reagieren. «Wir können nichts dafür», entgegnet der Innerschweizer mit Nachdruck – und führt weiter aus, dass Gewitter sehr lokal auftreten und Warnungen daher oft grössere Gebiete betreffen würden: «So unterschiedlich kann auch das Wetter sein». Viele Menschen seien zudem wohl froh gewesen, dass die angekündigten Unwetter sie verschont hätten. Starkregen, Sturmböen und Hagel hatten an anderen Orten erhebliche Schäden angerichtet.
Bucheli analysiert trocken
Erst vor kurzem hatte der «Meteo»-Chef Wetter-Skeptiker in die Schranken gewiesen. Bucheli erklärte in der «Meteo»-Abendausgabe von Ende Juni, dass er in den sozialen Medien in Bezug auf die anhaltende Hitze immer wieder Sätze lese wie: «Das ist gar nichts Spezielles, das haben wir früher als Kind auch gehabt.» Mit dieser Behauptung räumte der Meteorologe mithilfe historischer Daten auf.
Bucheli analysierte dafür die Messdaten seiner Heimatstadt Luzern, wo seit 1886 lückenlos Temperaturaufzeichnungen vorliegen. Das Ergebnis zeigt eine deutliche klimatische Verschiebung: In den ersten 117 Jahren der Messungen – von 1886 bis 2002 – verzeichnete Luzern lediglich drei Jahre mit mehr als 15 Hitzetagen. Der historische Höchstwert stammte dabei aus dem Jahr 1947. In den vergangenen 22 Jahren seit 2003 gab es hingegen bereits acht solcher Jahre.
Gegenüber Blick hat SRF eine detaillierte Antwort auf die Frage, wie SRF mit Zuschauerkritik umgeht, in Aussicht gestellt.