Stubete Gäng überrascht neuen «Richi-Schreihals»
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«Bewerbung war Schnapsidee»:Stubete Gäng überrascht neuen «Richi-Schreihals»

Gewinner aus 3000 Zusendungen
Raffi ist der neue Richi-Schreihals der Stubete Gäng!

Die Stubete Gäng entfernte die Stimme von Auswanderer Hermann Schönbächler aus ihrem Hit «Richi» und suchte einen Ersatz. Fündig wurden sie hoch über Flüelen UR.
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Das ist der neue «Richi»-Schreihals! Moritz (l.) und Aurel Hassler (r.) präsentieren Raffael Luthiger aus Flüelen als neue Stimme ihres Hits.
Foto: Philippe Rossier

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Die Stubete Gäng kürt Raffael Luthiger zum neuen «Richi»-Schreihals
  • 3000 Bewerber, 20 Proben – Raffael überzeugte mit einzigartigem Ausruf
  • Raffael wird Teil der neuen Version von «Richi», sie erscheint nächste Woche
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Panoramablick über das Reusstal und den Urnersee, nur drei Häuser und eine Seilbahnstation. Der Frühling erwacht auf dem Oberaxen auf rund 1000 Höhenmetern, das Wetter zeigt sich von der besten Seite. Plötzlich schreit einer «Richi! I ha gseit, du söusch di häbe!». Der Grund: Die Stubete Gäng überrascht hier den Gewinner ihrer Schreihals-Suchaktion gemeinsam mit Blick. Auf der neuen Version von «Richi», die demnächst erscheint, wird der 17-jährige Bäcker- und Konditorlehrling Raffael «Raffi» Luthiger verewigt. 

«Meine Bewerbung war eigentlich eine Schnapsidee», sagt er im Gespräch mit Blick. «Ich war mit fünf Freunden bei einem Kollegen zu Hause und wir hatten einige Getränke intus. Zu vorgerückter Stunde kam uns dann die Idee, uns bei der Stubete Gäng zu melden und uns als Richi-Schreihals zu bewerben. Dass jetzt plötzlich die Stubete Gäng bei mir daheim steht und mir sagt, ich habe gewonnen, hätte ich damals nie gedacht.»

Kritik vom SRF-Auswanderer

Die Stubete Gäng startete die Suchaktion, nachdem sich der TV-Auswanderer Hermann Schönbächler (59) öffentlich über die Vermarktung seiner Szene aus der SRF-Doku «Auf und davon» aus dem Jahr 2011 aufgeregt hatte. Sein Sohn Richi (heute 18) wollte in der neuen Wahlheimat in Kanada aus einem Bagger steigen – und fiel raus. Schönbächlers Ausruf danach ging durch die Schweiz: «Jaa Richiii! I ha gseit, du söusch di guet häbe!» wurde landesweit bekannt. So bekannt, dass die Stubete Gäng ein Lied damit komponierte.

«Richi, ich habe gesagt, du sollst dich festhalten»
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Kult-Szene im Video:«Richi, ich habe gesagt, du sollst dich festhalten»

Nun wird der Teil mit Schönbächlers Stimme entfernt und durch den Ausruf von Raffael Luthiger ersetzt. 3000 Leute hatten sich beworben, das Produzententeam der Stubete Gäng hat sich alles angehört. «Wir bekamen am Ende eine Vorauswahl. Etwa 50 Vorschläge habe ich mir angehört», sagt Moritz Hassler (39) von der Stubete Gäng. «Danach haben wir 20 Menschen zu uns eingeladen und rumgepröbelt. Und am Ende gefiel uns die Version von Raffael am besten.»

Ausflug ins Studio bei der Langstrasse

Für Luthiger ein aufregender Ausflug. Er hat damals seine Oberstiftin gefragt, ob sie ihn nach Zürich fahre. Wohin genau, behielt er aber geheim. Am Ende landeten die beiden im Studio der Stubete Gäng, mitten im Zürcher Langstrassenquartier. «Es war schon speziell, dorthin zu fahren, aber ich habe mich sehr schnell wohlgefühlt», meint der neue «Richi»-Schreihals. Er wohnt mit seinen Eltern und seinen drei jüngeren Geschwistern auf dem Oberaxen über Flüelen. Insgesamt leben nur rund 15 Personen dort, seine Eltern betreiben das Bergrestaurant. 

Auch wenn er jetzt in einem Lied der Stubete Gäng verewigt werde – er sei nicht besonders musikalisch, sagt Luthiger. Er habe nie ein Instrument gespielt oder gesungen. Musik höre er aber querbeet durch alle Genres hindurch. «Von Linkin Park über Rihanna bis Stubete Gäng», erklärt er. Dass er es nun selber auf einen Musiktitel geschafft hat, erklärt er so: «Ich stehe nicht unbedingt gerne im Mittelpunkt. Aber in Gruppen bin ich oftmals der Lauteste.»

Mama Claudia war noch nervöser als ihr Sohn

Die Zeit nach dem Studiobesuch sei für ihn schwierig gewesen. Warten sei nicht seine Stärke. «Ich habe dann mal beim Team der Stubete Gäng nachgefragt, wann ich Bescheid bekomme. Dann hiess es, nächste Woche wahrscheinlich», so Luthiger. «Am Montag kam nichts, dann dachte ich, es wird Mittwoch. Als ich dann bis Mittag nichts gehört habe, war ich etwas enttäuscht. Und plötzlich steht die Stubete Gäng bei uns unten im Restaurant.»

Noch nervöser war seine Mutter, Claudia Luthiger (43). «Ich habe immer wieder nachgehakt, ob er jetzt endlich Bescheid erhalten habe», sagt sie. Und fügt mit einem Lachen an: «Aber eigentlich war mir ab dem Moment, an dem ich die Erlaubnis für ihn abgeben musste, klar, dass er es sein muss.»

Steht er bald mit der Stubete Gäng auf der Bühne?

Raffael Luthigers Eltern und seine jüngste Schwester werden im Sommer das Konzert der Stubete Gäng am Moon & Stars in Locarno TI besuchen. «Die Tickets haben wir uns schon lange gesichert!», sagt Papa Daniel (49) stolz. Und Raffael? «Ich bin da wahrscheinlich auf Mallorca am Feiern», meint er grinsend. «Aber es ergibt sich sicher noch eine andere Gelegenheit.»

Diese dürfte nicht nur vor, sondern auch auf der Bühne sein. Immer wieder ermuntern ihn die Stubete-Gäng-Brüder zu einem Auftritt. «Spätestens bei unserer Tournee im Winter können wir den Titel gemeinsam singen», meint Aurel Hassler (41). «Wir nehmen dich bei der Hand und zeigen dir, wie alles geht. Du bist jetzt einer von uns!» Luthiger: «Eine Karriere im Musikbusiness war nie mein Ziel. Aber wenn ich jetzt die Chance bekomme, da mal reinzuschnuppern, ist das eine einmalige Gelegenheit! Ich bin ja noch jung, da kann man vieles ausprobieren.»

Zur frohen Botschaft der Stubete Gäng offeriert Papa Daniel ein Gläschen Schaumwein, zudem gibts Tiramisu und andere von Raffael Luthiger zubereitete Desserts. Es wird geplaudert und sich ausgetauscht. Danach steht die Talfahrt für die Stubete Gäng wieder an, mit einer kleinen Seilbahn nach Flüelen auf 400 Höhenmetern. «Tschau Raffi, wir sehen uns gli wieder! Du hörst von uns», sagt Moritz Hassler und steigt ins Bähnli. Auch dort gilt auf der achterbahnähnlichen Seilbahnfahrt: «Du muesch di guet häbe!»

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