Darum gehts
- Familie Schönbächler kritisiert Nutzung von «Richi»-Meme
- Song von 2022 wurde acht Millionen Mal auf Spotify gestreamt
- Familie fordert Ende der Nutzung und kritisiert fehlende Einnahmen aus Merchandise
16 Jahre ist es her, als die Familie Schönbächler schweizweite Bekanntheit erreichte. Die SRF-Serie «Auf und davon» dokumentierte ihren Umzug nach Kanada. Besonders eine Szene wurde Kult: der Ausruf von Vater Hermann Schönbächler (59), «Jaa Richiii! I ha gseit, du söusch di guet häbe».
Der Spruch von Hermann Schönbächler entwickelte sich über die Jahre zu einem beliebten Meme. 2022 nutzte die Stubete Gäng den legendären Satz und machte einen Partysong daraus. Fast 8 Millionen Mal wurde dieser alleine auf der Streamingplattform Spotify angehört. Das Video auf Youtube haben fast drei Millionen Menschen angeschaut. 2024 wurde das Lied sogar zum offiziellen Torsong der Schweizer Eishockey-Nationalmannschaft gekürt.
Familie ist stinkhässig
Jetzt das: Knapp vier Jahre nach Veröffentlichung des Songs tobt die Familie Schönbächler. In einem Facebook-Post wirft sie den Schweizer Musikern vor, Hermanns Stimme und Zitate «ohne Erlaubnis von uns oder dem SRF» verwendet zu haben. Ausserdem kritisieren sie die Produktion und den Verkauf von Fanartikeln, die «ohne unser Wissen und ohne unser Einverständnis» erfolgt seien.
Trotz zahlreicher Versuche, sich aus der Öffentlichkeit zurückzuziehen, werde ihre Geschichte immer wieder kommerziell ausgeschlachtet, sagen die Schönbächlers. «Wir haben nie einen monetären Anteil erhalten», schreiben sie und bezeichnen den Song «Richi» der Stubete Gäng als «absoluten Höhepunkt der Respektlosigkeit». Der Text verletze ihrer Meinung nach «die Privat- und Intimsphäre» ihres Sohnes und beeinträchtige seine Würde. Sie rufen dazu auf, das Lied auf Youtube zu melden. «Nach all diesen Jahren möchten wir, dass die Sache endlich ruhen gelassen wird», heisst es im Post.
Fans verstehen den Unmut nicht
Die Reaktionen auf die Stellungnahme fallen gemischt aus. Während einige Nutzer Verständnis für den Wunsch der Familie zeigen, gibt es auch kritische Stimmen. So schreibt eine Userin: «Ist die Privatsphäre der Kinder nicht bereits verletzt worden, als die Eltern die Auswanderung im öffentlichen Fernsehen dokumentiert haben?» Ein weiterer Kommentar lautet: «Den Hype um Richi haben Sie schon ein wenig selber angefeuert.»
Hockey-Nati wechselt Song aus
Seit der Weltmeisterschaft 2024 erklang bei jedem Schweizer Treffer der «Richi»-Song. Damit ist jetzt Schluss. Laut dem Schweizerischen Eishockeyverband wird ab sofort ein neuer Goalsong verwendet, wie dieser gegenüber 20 Minuten bestätigt. Hintergrund des Wechsels seien jedoch nicht die öffentlichen Proteste der Familie Schönbächler. Die neue Hymne, ebenfalls von der Stubete Gäng, soll rechtzeitig zur Heim-WM vorgestellt werden.
Das Management der Stubete Gäng hat auf die Anfrage von Blick bisher nicht reagiert.