Darum gehts
- Silvester-Katastrophe in Crans-Montana: 40 Tote, Betreiber missachteten Sicherheitsvorgaben
- Michel Péclard kritisiert mangelnde Brandschutzkontrollen im Wallis, lobt Zürich
- Zürich: Feuerpolizei kontrolliert Betriebe dreimal jährlich oder häufiger unangekündigt
Mindestens 40 Tote, eine Vielzahl von Schwerverletzten – und die grosse Frage nach dem Grund für die Silvester-Katastrophe von Crans-Montana. Mittlerweile verdichten sich die Anzeichen, wonach sich die Betreiber des «Le Constellation» nicht oder nur mangelhaft an die Vorgaben der Feuerpolizei gehalten haben. Der Zürcher Gastro-Gigant Michel Péclard (57) führt in Zürich und Region eine Grosszahl von Betrieben. Jetzt hat er sich auf Instagram zum Inferno im Wallis geäussert.
«In unsere Betriebe zu treten, heisst augenblicklich, sich in die Lage der Opfer versetzen zu müssen. Uns stockt der Atem und wir sind einfach nur tief traurig. So etwas darf sich nie mehr wiederholen. Könnte das bei uns passieren? Tun wir auch genug, es zu verhindern?»
Und weiter: «Beschämt denke ich an meine Reaktionen, wenn die Feuerpolizei in unseren Betrieben etwas auszusetzen hatte. Wie wichtig ist es, einfach alles zu tun, damit ein Brand verhütet werden kann, und wie absolut notwendig ist es, die Vorgaben umzusetzen.» Das werde nun allen auf die allerschmerzlichste Weise klar.
«In Zürich nicht möglich»
Am frühen Samstagmorgen geht der Gastro-König gegenüber Blick weiter auf seine Zeilen ein. Während das «Le Constellation» in Crans-Montana laut Aussagen des Betreibers Jacques Moretti «in den letzten zehn Jahren dreimal kontrolliert» worden sei, zeigt Péclard die Dimensionen in seinen Betrieben auf. «In Zürich wäre so etwas nicht passiert», erklärt er. «Hier herrschen extreme feuerpolizeiliche Kontrollen», dreimal jährlich würden die Behörden unangekündigt bei ihm vorbeikommen – oder noch öfter.
Bei Umbauten seien Brandschutzmassnahmen «jeweils die grössten Hürden», so der Unternehmer weiter. Der Grund liegt auf der Hand: «Das kostet jeweils enorm Geld, ich hatte oft Streit wegen der Feuerpolizei.»
In den vergangenen zwei Tagen sei er noch einmal alle seine Betriebe minuziös durchgegangen. «Und ich habe mich bei meinem Bauleiter für die Diskussionen entschuldigt.» Für Péclard ist klar, was jetzt folgt: «Die Feuerpolizei wird noch grössere Macht bekommen – und das zu Recht!»