«Innerhalb von drei Stunden trafen 80 Schwerverletzte ein»
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Generaldirektor Eric Bonvin:«Innerhalb von drei Stunden trafen 80 Schwerverletzte ein»

Nach Unglück in Crans-Montana – Deutsche Ärztin befürchtet
«Es wird wohl weitere Todesopfer geben»

Nach dem Brandunglück in Crans-Montana VS kämpfen viele Verletzte um ihr Leben. Die Behandlung der Brandopfer ist sehr komplex. Über 40 der mehr als hundert Verletzten sollen deshalb nach Deutschland verlegt werden. Eine deutsche Ärztin rechnet mit weiteren Todesfällen.
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Nach dem Brandunglück in Crans-Montana gibt es viele Verletzte.
Foto: KEYSTONE

Darum gehts

  • Brand in Crans-Montana fordert mindestens 40 Tote, viele schwer verletzt
  • Über 40 Verletzte werden in europäische Zentren verlegt, Behandlung komplex
  • Bis zu 100 Menschen schwerstverletzt, bis 90 Prozent Haut verbrannt
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Daniel MacherRedaktor News

Nach dem tödlichen Brand in der Bar «Le Constellatio» in Crans-Montana VS mit mindestens 40 Todesopfern kämpfen viele Überlebende um ihr Leben. Wie dramatisch ihre Lage ist, schildert die deutsche Medizinerin Leila Harhaus-Wähner in einem Interview mit dem «Spiegel». Die Leiterin eines der grössten Schwerbrandverletztenzentren Europas in Berlin rechnet trotz modernster Medizin mit weiteren Todesfällen.

Bis zu 100 Menschen seien schwerst brandverletzt. «Diese Patientinnen und Patienten liegen grösstenteils auf den Intensivstationen, sind intubiert und beatmet», sagt Harhaus-Wähner. Die Schweiz habe nicht genügend Kapazitäten und um Hilfe gebeten. «Es geht um mehr als 40 Menschen, die in deutsche oder andere europäische Zentren verlegt werden müssen.»

«Die Blutgefässe werden undicht, Flüssigkeit tritt aus»

Der Transport sei hochkomplex. Pro Ambulanzflugzeug könne nur ein beatmeter Patient geflogen werden. «Wir rechnen morgen mit den ersten Patienten bei uns», sagt die Ärztin in Berlin. Auch in Halle und Leipzig würden bereits Verletzte aufgenommen.

Was viele unterschätzen: Verbrennungen sind lebensgefährliche Systemerkrankungen. «Sie werden innerhalb von Stunden zu einer systemischen Erkrankung, weil der ganze Körper auf Toxine reagiert.» Diese Giftstoffe stammten vor allem aus der verbrannten Haut. «Die Blutgefässe werden undicht, Flüssigkeit tritt aus. Wenn zu wenig Volumen im Kreislauf ist, kommt man in den Schock.» Erst versage die Lunge, dann Niere und andere Organe.

Behandlung mit im Labor gezüchteten Hautzellen

Die Behandlung ist langwierig und extrem belastend. Bei grossflächigen Verbrennungen fehlt oft eigene Haut. «Wenn 50, 60 oder 70 Prozent verbrannt sind, bleibt nicht mehr viel übrig», sagt Harhaus-Wähner. Trotzdem könnten heute selbst Menschen mit bis zu 90 Prozent verbrannter Haut noch behandelt werden – mit im Labor gezüchteten Hautzellen und künstlichem Hautersatz.

Doch die Gefahr bleibt hoch. «Das Überleben von Schwerbrandverletzten kann leider nicht immer sichergestellt werden», warnt die Ärztin. Infektionen seien ein ständiges Risiko. Trotz vieler junger Opfer sagt sie klar: «Es wird wohl weitere Todesopfer geben.» Selbst Überlebende seien schwer gezeichnet – körperlich und seelisch, oft ein Leben lang.

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