Darum gehts
- TV-Moderator Hamid Mossadegh drohen im Kanton Luzern vier Jahre Haft
- Er fuhr 2021 dreimal massiv zu schnell, bis 185 km/h in 80er-Zone
- Raserdelikte verjähren erst nach 15 Jahren, Verhandlung am 27. April 2026 sistiert
Laut einem Bericht der «Luzerner Zeitung» droht dem deutschen TV-Moderator und Autohändler Hamid Mossadegh (46) im Kanton Luzern eine Freiheitsstrafe von vier Jahren. Die Staatsanwaltschaft legt dem im Iran geborenen Moderator des RTL2-Formats «Grip» mehrfache grobe Verletzungen der Verkehrsregeln zur Last, die er am 8. Juni 2021 begangen haben soll.
Innerhalb weniger Stunden soll der Beschuldigte mit drei verschiedenen Luxus-Sportwagen eines regionalen Vermieters – einem McLaren P1, einem Ferrari LaFerrari und einem Ferrari SF90 Stradale – insgesamt sieben massive Tempoüberschreitungen verursacht haben. In der Anklageschrift wird betont, dass Mossadegh durch die vorsätzliche Missachtung elementarer Regeln ein hohes Risiko für Unfälle mit Schwerverletzten oder Todesopfern eingegangen sei.
185 in einer 80er-Zone
Die dokumentierten Geschwindigkeiten belegen die Schwere der Vorwürfe: In Brittnau wurde Mossadegh innerorts mit netto 105 km/h statt der erlaubten 50 km/h gemessen, während er ausserorts in Dagmersellen mit rund 185 km/h in einer 80er-Zone unterwegs war. Zudem soll er einen Ferrari auf der Autobahn zwischen Dagmersellen und Sursee auf über 200 km/h beschleunigt haben.
Obwohl der Beschuldigte sämtliche Sachverhalte einräumt, erschien er nicht zu der für den 27. April 2026 angesetzten Verhandlung am Luzerner Kriminalgericht – weshalb das Verfahren kurzfristig sistiert wurde. Bereits im Jahr 2025 liess er ein abgekürztes Verfahren platzen. Laut Auskunft der Gerichte kann sich der Moderator jedoch nicht durch Nichterscheinen in die Verjährung retten, da Raserdelikte eine Verjährungsfrist von 15 Jahren haben und ein Urteil in einem Abwesenheitsverfahren rechtlich gleichgestellt ist. Blick fragte bei Mossadeghs Arbeitgeber RTL2 nach – eine Antwort steht noch aus.
Der Rapper, der im Uetliberg-Tunnel parkierte
Der «Grip»-Moderator, der seine Tat auf seinem Youtube-Kanal (über 400'000 Follower) veröffentlicht hatte, ist nicht der einzige deutsche Star, der hierzulande wegen Auto-Delikten in Konflikt mit dem Gesetz kam. 2023 liess Deutschrapper Samra (31) seinen Luxus-Boliden nach einem Konzert kurzerhand für einen Instagram-Post quer auf der Fahrbahn des Uetliberg-Tunnels stehen. Damals urteilte die Zürcher Justiz: «Im Zusammenhang mit dem Vorfall vom 24. Oktober 2023 im Uetlibergtunnel (Autobahn A3) hat die Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis inzwischen einen Strafbefehl wegen grober Verletzung der Verkehrsregeln gegen den von Ihnen genannten Beschuldigten erlassen. Der Beschuldigte wurde mit Busse und einer bedingten Geldstrafe bestraft, zudem muss er die Verfahrenskosten übernehmen. Der Strafbefehl ist bereits in Rechtskraft erwachsen.»