«Die Anspannung ist ein Dauerzustand»
SRF-Moderatorin Mona Vetsch zeigt pflegende Angehörige am Limit

Die SRF-Sendung «Mona mittendrin» zeigt den harten Alltag pflegender Angehöriger – und entsprechende Entlastungsangebote. Doch Moderatorin Mona Vetsch ist alarmiert: Bis 2050 drohe der Schweiz ein Kollaps im Pflegesystem.
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In der SRF-Sendung «Mona mittendrin» lernt Mona Vetsch die 12-jährige Hanna und ihre Betreuerin Regula kennen.
Foto: SRF

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Mona Vetsch zeigt in «Mona mittendrin» Pfleger-Alltag und Angehörigen-Belastung
  • Über 600'000 Menschen in der Schweiz erhalten aktuell keine ausreichende Pflege
  • Bis 2050 verdoppelt sich die Zahl der über 80-Jährigen auf mehr als 1,6 Millionen
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Sophie OferRedaktorin People

Für «Mona mittendrin» ist Mona Vetsch (50) mit Menschen unterwegs, die sich um Pflegebedürftige kümmern – nicht zuletzt, um deren Angehörige zu entlasten. Die Betreuerinnen zeigen Vetsch in der SRF-Sendung ihre Arbeit mit körperlich oder geistig beeinträchtigten Menschen.

Dabei muss Vetsch nicht nur einmal leer schlucken – für sie zeigt sich, wie alarmierend gross die Not bei den Angehörigen ist und wie wichtig es ist, künftig bessere Unterstützungssysteme zu schaffen. Auch der Gedanke an ihre eigene Zukunft und ans Älterwerden beunruhigt sie dabei stark. 

«Geben Angehörigen etwas Zeit für sich»

Die Arbeit von pflegenden Angehörigen ist oft unsichtbar, unbezahlt. Dabei ist sie essenziell. In «Mona mittendrin» erlebt Vetsch, wie gut schon ein paar Stunden Entlastung in der Woche tun können. «Wir geben vor allem den Angehörigen ein bisschen Zeit für sich», erklärt ihr Regula Schüpbach, die beim Schweizer Entlastungsdienst arbeitet.

Sie betreut unter anderem die 12-jährige Hanna, die mit einem Gendefekt geboren wurde. Regula übernimmt alltägliche Aufgaben, um die Eltern zu entlasten, holt Hanna etwa von der Schule ab, kocht mit ihr. Das schafft Raum für Hannas Eltern, sich Zeit für ihre Geschwister zu nehmen – oder einfach einmal durchzuatmen. 

Regula selbst hat es auch erlebt: Ihr Sohn Adrian hat eine kognitive Beeinträchtigung. Als junge Mutter suchte sie keine Hilfe, hatte das Gefühl, sie müsse sich beweisen. Nun möchte sie als Betreuerin andere Familien entlasten, die sich für die Pflege eines Angehörigen aufopfern.

«Bis sie wirklich nicht mehr können»

«Zeit zu haben, ist das eine. Die Verantwortung abgeben zu können ist auch wichtig, um durchatmen zu können», sagt Mona Vetsch gegenüber Blick. «Viele Angehörige sind ja Tag und Nacht für ihre Liebsten da. Die Anspannung ist ein Dauerzustand.»

Während des Drehs habe sie gemerkt, dass das Leiden der pflegenden Angehörigen meist nicht gesehen wird. «Es jammert auch niemand, obwohl es sicher gute Gründe gäbe. Das hat mich beeindruckt», so Vetsch zu Blick. Betreuende Angehörige müssten stets stark sein und funktionieren. «Diese Rolle halten sie oft so lange aufrecht, bis sie wirklich nicht mehr können.»

Neben dem «schlechten Gewissen», das viele Angehörige plage, wenn sie Aufgaben abgeben, gebe es eine weitere Hürde: Die hohen Kosten für Betreuungsangebote würden Menschen davon abhalten, Unterstützung zu suchen. «Da muss noch einiges verbessert werden.»

«Wer kümmert sich um uns?»

Die Geschichten der Betroffenen, die Vetsch in der Sendung trifft, geben ihr zu denken. «Wäre ich bereit, mein Leben umzustellen, um zum Beispiel meine Eltern zu betreuen?», fragt sie sich nach ihrem Besuch bei Annelies Engetschwiler, die sich selbstlos um ihren verwitweten Vater kümmert. Obendrein arbeitet Annelies beim Entlastungsdienst als Betreuerin. 

Die Sendung zeigt, dass es einen wachsenden Notstand in der Pflege gibt. «Schon jetzt sind über 600'000 Leute zu wenig versorgt. Bis 2050 werden wir doppelt so viele Menschen über 80 haben – inklusive uns!», sagt Vetsch zu «Entlasterin» Regula. «Das macht mir wirklich Sorgen. Wer kümmert sich um uns?»

Auch Regula macht sich Gedanken. «Das System würde zusammenbrechen, wenn sich die Angehörigen nicht kümmern würden.» Es brauche dringend Lösungen, um die Betroffenen zu entlasten, ob finanziell oder durch die Schaffung von Freiraum, «damit am Ende niemand auf der Strecke bleibt.»

Die Folge «Mona mittendrin» läuft am Mittwoch, 3. Juni 2026 um 21.00 Uhr auf SRF 1 und Play SRF. 


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