Darum gehts
- Baschi und Alana Netzer geniessen Familienzeit mit Baby Lennon am Zürichsee
- Baschi ist überrascht von seiner Vaterrolle, Alana lobt seine Fürsorge
- Sie planen vorerst kein weiteres Kind, Fokus liegt auf Lennon
Ein Motorboot tuckert am Ufer des Zürichsees vorbei. Sebastian Bürgin, wie Baschi bürgerlich heisst, schaut dem Fischer nach. Grinsend hebt der 39-Jährige seinen drei Monate alten Sohn Lennon hoch und ruft über das Wasser: «Brauchst du noch einen Köder?» Der Mann lacht und winkt dankend ab. Während der Sänger losprustet, wirft Alana Netzer, 38, ihrem Mann einen vorwurfsvollen Blick zu, verdreht theatralisch die Augen – und kann sich ein Schmunzeln nicht verkneifen. Dem kleinen Lennon ist dieser Spass egal. Er schläft unbeirrt weiter. Für einen Tag ist die junge Familie dem Alltag entflohen. Auf dem Campingplatz Fischer’s Fritz, direkt am Zürichsee, hat das Paar für den Nachmittag ein heimeliges Tipi bezogen, um zu entspannen.
Alana Netzer und Baschi, was hat sich verändert, seit Lennon bei Ihnen ist?
Alana: Alles! Vor allem ist unser Schlaf extrem leicht geworden. Sobald der Kleine nachts einen Mucks macht, stehen wir senkrecht im Bett.
Baschi: Seit Lennon bei uns ist, leben wir emotional in einer völlig anderen Welt. Die Liebe wächst jeden Tag. Erst jetzt verstehe ich, was andere Eltern meinten, als sie von dieser unbeschreiblichen Liebe erzählten, die man für das eigene Kind empfindet. Zudem begeistert mich Alana als Mutter enorm: Sie macht alles mit extremer Ruhe, Fürsorge und Liebe.
Hätten Sie solche Emotionen von sich erwartet, Baschi?
Baschi: Dass ich so vernarrt sein könnte, hätte ich nie gedacht. Eine solch tiefe Verbundenheit hätte ich mir im Traum nicht vorstellen können.
Alana, wie findet sich Baschi in seiner Papi-Rolle zurecht?
Alana: Extrem gut! Er ist ein liebevoller Vater und lässt für die Familie alles stehen und liegen. Man lernt das Gegenüber, aber auch sich als Paar völlig neu kennen und entwickelt noch mehr Respekt füreinander.
Das klingt alles sehr schön und romantisch. Stossen Sie als Neu-Eltern aber auch mal an Ihre Grenzen?
Alana: Klar! Schlafmangel und die ständige Angst um das Baby zehren an den Nerven. Da wird man schon mal schnippisch.
Baschi: Die Zündschnur ist kürzer, aber wir meistern das gut. Echte Streits hatten wir nie – und wenn, gebe ich selbstverständlich nach. Das zeigt, dass Alana in unserer Ehe die Hosen anhat.
Stimmt diese Rollenverteilung so für Sie?
Baschi: Ich habe nichts zu melden. Ich muss neben ihr einfach nur gut aussehen (lacht).
Dieser Artikel wurde erstmals in der «Schweizer Illustrierten» publiziert. Näher dran – an Stars, Royals und Menschen mit Geschichten. Hier gehts zum Abo!
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Sie haben Ängste angesprochen, Alana. Was meinen Sie damit?
Alana: Lennon ist unser erstes Kind, die Routine fehlt. Man sorgt sich bei jedem Handgriff oder bei Fieber. Dabei ist ein Baby simpel: Es braucht Essen, frische Windeln und Liebe. Ist das eingespielt, wird es einfach.
Baschi: Alana hat den typischen Mami-Instinkt und weiss intuitiv, was zu tun ist. Ich staune neben ihr und folge ihren Anweisungen.
Wem ähnelt der Kleine mehr?
Alana: Optisch ist er zu 100 Prozent Baschi! Der Charakter aber ist entspannt …
Baschi: Eben, ein Bürgin! Ich bin total entspannt!
Alana: Du und entspannt? Das ändert sich stündlich (lacht).
Baschi: Eine Mischung aus Alanas Ruhe und meiner Spritzigkeit wäre perfekt. Dann kann sich die Schweiz warm anziehen – da kommt eine Granate auf der Bühne oder dem Fussballplatz!
Was würden Sie denn präferieren?
Baschi: Spielt für mich keine Rolle. Hauptsache, es bereitet ihm Freude.
Alana: Ein singender Fussballer wäre ideal! Wobei, ich gebs zu, Fussball wäre mir etwas lieber.
Haben Sie bereits eine Vorstellung, was für Eltern Sie sein wollen?
Alana: Wir tun alles, um es Lennon möglichst einfach zu machen. Wichtig ist, dass er stets seine Träume verfolgen und er selbst sein kann.
Baschi: Absolut! Mir geht es um Grundwerte, die er lernen soll: Respekt gegenüber Mensch, Natur und Tier sowie Offenheit und Toleranz.
Alana, Sie scheinen entspannt darauf zu vertrauen, dass alles gut kommt.
Alana: Ja, so bin ich aufgewachsen. Solange man als Familie zusammenhält, ist alles machbar.
Sehen Sie das auch so entspannt, Baschi?
Baschi: Nicht ganz. Seien wir ehrlich: Die Gefahren, dass man im Leben auf die schiefe Bahn gelangt, sind enorm. Mir aber jetzt schon den Kopf darüber zu zerbrechen, würde mich in den Wahnsinn treiben. Klar ist, dass es an uns als Eltern liegt, so viel wie möglich abzufangen.
Sie schwärmen fast ununterbrochen. Hätten Sie die Familienplanung vielleicht früher in Angriff nehmen sollen?
Baschi: Nein, alles ist perfekt so. Wir hatten vor Lennon ein sehr erfülltes Leben. Dennoch: Er ist es, der meinem Leben einen tieferen Sinn gibt. Durch die Vaterrolle bin ich angekommen.
Alana: Wir waren im Alter, in dem wir uns entscheiden mussten: entweder jetzt oder nie. Ich bin froh, dass uns dieses Glück nicht verwehrt wurde. Ein Kind ist am Ende ein reines Geschenk.
Hatten Sie Schwierigkeiten auf dem Weg zur eigenen Familie?
Alana: Nein, wir haben es etwa ein Jahr probiert, was völlig im normalen Rahmen liegt.
Baschi: Meine einzige Hürde war die Angst, der Rolle nicht gerecht zu werden. Aber Theorie und Praxis sind zweierlei. Jetzt weiss ich, es ist alles halb so wild. Deshalb mein Appell: Lasst den Gummi weg, macht Kinder! Sie sind wundervoll!
Sie betonen, dass Sie angekommen sind, Baschi. Ist das für einen Rockstar, wie Sie einer sind, nicht auch langweilig?
Baschi: Nein. Ich hadere wie die meisten anderen auch mit Zukunfts- und Existenzängsten. Mit der Geburt von Lennon wurde ich zwar nicht davonbefreit. Er gibt mir aber einen Fokus und treibt mich an. Letztlich ist es so: Vatersein ist eine riesige Aufgabe und dabei will ich nicht abkacken.
Spüren Sie diesen neuen Leistungsdruck als Mami auch?
Alana: Ja, das bekomme ich mit voller Härte zu spüren. Man trägt plötzlich Verantwortung für ein anderes Leben und wird über Nacht uneigennützig. Letztlich ist es genau das, was ich auch von meinen Eltern immer gespürt habe: Sie haben so viel für mich getan, und das ist eines der wichtigsten Gefühle, die du einem Kind mitgeben kannst: diesen grössten aller Liebesbeweise, dass es immer an erster Stelle kommt.
Sehen Sie die Gefahr, sich als Eheleute und Paar aus den Augen zu verlieren?
Alana: Definitiv. Das ist etwas, woran wir wirklich aktiv arbeiten müssen und was wir uns auch fest vorgenommen haben: dass wir uns regelmässig ganz bewusst Zeit nur für uns zwei nehmen. Aber die erste Zeit ist jetzt noch so aufregend und schön, dass man das im Moment auch einfach mal voll ausleben muss. Aber wir behalten das im Auge.
Wie haben Sie die Arbeitsaufteilung im Haushalt geregelt?
Baschi: Ich profitiere natürlich von meiner Selbstständigkeit und kann mir viel Zeit für die Familie nehmen. Wir sind ein gutes Team, wobei Alana federführend ist.
Alana: Baschi engagiert sich enorm: kocht täglich, räumt auf, wickelt und füttert Lennon.
Baschi: Ganz oder gar nicht – auch in der Papi-Rolle.
Stillen Sie?
Alana: Nicht mehr. Nach sieben intensiven Wochen musste ich einsehen, dass es für uns beide besser ist, mit der Flasche weiterzumachen. Ich hatte eine wundervolle Schwangerschaft und Geburt. Dass es mit dem Stillen nicht so reibungslos funktionierte, musste ich halt akzeptieren. Trotzdem bin ich dankbar für die Muttermilch, die ich ihm bis dahin geben konnte.
Wie reagiert Ihr Umfeld auf den kleinen Lennon?
Alana: Unsere Familien sind ganz aus dem Häuschen. Mein Vater sagte neulich, Lennons Geburt sei das Schönste seit meiner eigenen Geburt.
Baschi: Noch schöner, als mich kennenzulernen! Das nehme ich Günter übel (lacht). Auch meine Mutter blüht als dreifaches Grosi richtig auf.
Übernehmen die Grosseltern schon erste Hüte-Dienste?
Baschi: Nein, das ist noch zu früh. Sie sollen in erster Linie Lennon als ihren Enkel in vollen Zügen geniessen. Wir spazieren gemeinsam am See, Opa Günter schiebt stolz den Wagen oder wir essen alle gemütlich Zmittag. Lennon probieren wir so viel wie möglich schon seit Anfang an überall hin mitzunehmen.
Ihre Jobs als Musiker und Eventmanagerin verlangen Flexibilität. Wie machen Sie das mit der Betreuung?
Alana: Das ist richtig. Manchmal ist es deshalb schwierig für uns, dass beide Elternteile bei ihm sein können. Für diese Ausnahmefälle holen wir uns Hilfe einer professionellen Nanny.
Fällt es Ihnen schwer, Lennon abzugeben?
Alana: Für kurze Zeit geht es. Als ich neulich an einen Anlass musste, plagten mich irrationale Schuldgefühle – der typische Mami-Reflex.
Und wie ist das bei Ihnen, Baschi? Sie sind ja gerade auf Festival-Tour.
Baschi: Auf der Bühne gilt: Schalter umlegen und Rock ’n’ Roll! Früher wäre ich nach dem Auftritt an die Hotelbar, heute fahre ich sofort heim zur Familie. Ich leiste mir sogar einen Fahrer, um nach Shows nachts heimzukommen. Die Prioritäten haben sich verschoben.
Sie sind für einen wilden, umtriebigen Lifestyle bekannt. Vermissen Sie Partys?
Baschi: Wir hatten unsere wilden Zeiten im Nachtleben und vermissen diese derzeit nicht. Es wird sicher wieder Partys geben, doch bis dahin reicht ein gutes Glas Rotwein am Abend völlig aus.
Wie stehen Sie zu weiterem Nachwuchs?
Alana: Ein zweites Kind ist erst mal kein Thema. Als Einzelkind finde ich den Gedanken schön, Lennon die volle Aufmerksamkeit zu schenken.
Baschi: Ich bin angefixt und will eine ganze Fussballmannschaft – sehr zur Freude von Alana (lacht).