Verbunden bis in den Tod
So eng war die Beziehung von Prinzessin Astrid (†94) und König Harald V. (†89)

Sie lebte nur zwei Wochen ohne ihren jüngeren Bruder, dann starb auch sie. Die Meldung von Prinzessin Astrids Tod erschütterte das trauernde norwegische Königshaus erneut. Ein Blick zurück auf das ungewöhnliche Leben der Monarchin.
Kommentieren
1/8
Prinzessin Astrid und ihren Bruder König Harald verband viel.
Foto: IMAGO/Bestimage

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Prinzessin Astrid von Norwegen (†94) starb gestern, kurz nach König Harald V.
  • Astrid gab ihren royalen Titel 1961 auf, heiratete Johan Martin Ferner.
  • Sie hinterlässt fünf Kinder, nahm kürzlich an Haralds Beerdigung teil
Sophie_Ofer_Redaktorin People Desk_Blick _ Ringier AG_3.jpg
Sophie OferRedaktorin People

Es ist ein tragischer Verlust für das norwegische Königshaus, so kurz nach dem Tod von König Harald V. (†89). Nur zwei Wochen nach ihrem Bruder ist gestern auch seine ältere Schwester Prinzessin Astrid (†94) aus dem Leben geschieden. Ihre enge Beziehung scheint die beiden bis in den Tod zu verbinden.

Wenngleich sie stets im Schatten ihres Bruders stand, kam Astrid eine grosse Bedeutung für das Königshaus zu. Sie stärkte erst ihrem Vater König Olav V. und später ihrem Bruder König Harald V. den Rücken. Mit ihm verband sie bis zuletzt eine tiefe Liebe und Nähe.

Sie übernahm die Rolle ihrer Mutter

«Prinzessin Astrid repräsentierte das Königshaus ihr ganzes langes Leben lang mit Herzlichkeit und Pflichtbewusstsein», heisst es im gestrigen Statement von König Haakon VIII. zu ihrem Tod. Die Familie habe viel von ihr gelernt, «sie scheute sich nicht, ihre Meinung zu sagen».

Tatsächlich war Prinzessin Astrid eine aussergewöhnliche Monarchin. Sie musste früh Verantwortung übernehmen. Mit 22 übernahm sie nach dem frühen Tod ihrer Mutter, Kronprinzessin Märtha (1901–1954), die Rolle der First Lady.

Für ihren Vater, König Olav, war sie eine wichtige Stütze, nachdem dieser 1957 den Thron bestieg. Sie begleitete ihn bei Staatsbesuchen, reiste mit ihm und übernahm die repräsentativen Pflichten ihrer verstorbenen Mutter.

Sie heiratete einen Bürgerlichen

Prinzessin Astrid musste sich also schon früh ihren royalen Pflichten fügen und ein Leben im Namen der Krone führen. Es fühlte sich für sie wohl an wie eine kleine Rebellion, als sie sich Ende der 1940er-Jahre in den Bürgerlichen Johan Martin Ferner (1927–2015) verliebte und eine Beziehung mit ihm einging.

Ferner war nicht nur bürgerlicher Herkunft, sondern zudem bereits geschieden. Die Verbindung mit ihm war für Prinzessin Astrid also alles andere als «standesgemäss». Trotzdem: Am 12. Januar 1961 gaben sich die beiden das Jawort.

Die Ehe blieb nicht ohne Folgen für Prinzessin Astrid. Ihr Vater verfügte, dass sie künftig als «Prinzessin Astrid, Frau Ferner» bezeichnet werden sollte. Ausserdem musste sie ihren Rang als Königliche Hoheit abgeben sowie ihre Apanage, also ihr Anrecht auf finanzielle und materielle Zuwendungen wie Landbesitz. Dennoch blieb sie dem Königshaus treu.

Die Beziehung zu Harald war besonders eng

In der Liebe schienen Astrid und ihr Bruder Harald ähnlich zu ticken. Auch er verliebte sich in eine Bürgerliche und liess sich nicht davon abbringen, seine Geliebte zu heiraten – und sie 1968 so zur Königin zu machen.

Haralds Entscheidung für die bürgerliche Sonja Haraldsen (89) war nicht leicht für die norwegische Monarchie. Seine Schwester Astrid, die seine Lage nur allzu gut nachvollziehen konnte, stand ihm in dieser komplizierten Situation bei. 

Mit ihrem Bruder Harald verband sie ein Leben lang eine besondere Beziehung. Gemeinsam mit ihrer älteren Schwester Ragnhild (1930–2012) wuchsen sie auf Gut Skaugum auf. Während der deutschen Besetzung Norwegens flüchteten die Geschwister 1940 mit ihrer Mutter erst nach Schweden, dann in die USA. Diese Jahre der Ungewissheit in der Fremde schweissten die Geschwister tief zusammen. Ebenso der frühe Verlust der Mutter.

Ein Leben lang galt Astrid als engste Vertraute von König Harald. Sie teilten ihre Liebe zum Skisport und besuchten gemeinsam regelmässig die Wettkämpfe am Holmenkollen in Oslo. Ausserdem war sie ihm ein Leben lang eine wichtige Beraterin. Am 9. September nahm Astrid noch an seiner Beerdigung teil.

Nach ihrem Tod hinterlässt sie ihre fünf Kinder: Cathrine (64), Benedikte (62), Alexander (61), Elisabeth (57) und Carl-Christian (53). Ihr Ehemann Johan Martin Ferner starb am 24. Januar 2015.

Was sagst du dazu?
Heiss diskutiert
    Meistgelesen